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Faymann bei Wolf.
Zwei Politikwissenschafter von der Universität Innsbrucker haben, wie neulich zu lesen war, in einer Studie zum Thema "Machen Inserate den Ton" herausgefunden, dass es in einigen Tageszeitungen einen signifikanten Zusammenhang zwischen Inseraten und Berichterstattung gibt. Besonders bei "Heute" und "Österreich", aber bei diesen Blättern ist in anderen Bereichen so viel gratis, dass man fünf gerade sein lassen kann. Man darf in die Texte einfach nicht zu viel hineingeheimnissen oder sich gar zu falschen Schlüssen verleiten lassen, wenn einem gelegentlich etwas ein wenig seltsam vorkommt. So hat es sicher nichts Anrüchiges zu bedeuten, wenn etwa "Heute" nach dem ORF-Sommergespräch mit Werner Faymann schrieb: "Mehr Streit als Polit-Inhalt: Kanzler zähmt bissigen Wolf." Die Redakteure dort werden einfach grantig, wenn es irgendwo mit dem "Polit-Inhalt" hapert, weshalb einfach gesagt werden musste: "Was ein spannendes Interview hätte werden können, entglitt Wolf dann zu einem Streitgespräch über Faymanns Jus-Studium und seinen Lebenslauf." Wolf hätte es eben besser nicht entgleiten lassen sollen, denn es kam, wie es kommen musste: "Faymann diesmal eloquent". In "Österreich" blieb Wolf bissig, aber ungezähmt: "Kanzler und Wolf befetzen sich im TV", hieß es da in inseratenmäßig nicht nachvollziehbarer Ausgewogenheit.
Die beiden Wissenschafter sind aber auch zu dem Schluss gekommen, dass nicht nur bei "Standard" und "Presse" kein Einfluss von Inseraten auf die Berichterstattung feststellbar ist, sondern dass auch in der "Kronen Zeitung" solche Zusammenhänge nicht zu erkennen seien. Diese Erkenntnis bewahrt den Bundeskanzler vor einer großen Peinlichkeit, ließ sich doch nach Lektüre der Kommentare in der "Krone" zum Sommergespräch der Verdacht nur schwer abweisen, inserieren habe es für ihn doch gebracht. Da war gar keine Rede davon, Michael Jeannée habe den "bissigen Wolf" post festum gezähmt, er hat ihn vielmehr nach allen Regeln der ihm zur Verfügung stehenden literarischen Kunst k. o. geschlagen, ohne dass auch nur die Spur eines inseratenmäßigen Einflusses in seinem Poststück an den "lieben Armin Wolf" erkennbar geworden wäre.
"Montagabend im Altmannsdorfer Gartenhotel-Ring, wo Sie Ihren letzten öffentlich-rechtlichen Fight, vulgo "Sommergespräche", bestritten haben, haben Sie mich an einen ausgebrannten Boxer am traurigen Ende seiner Karriere gemahnt, und Ihr Gegner Werner Faymann an Muhammad Ali in Hochform". Schöner als mit diesem Bild aus der Welt des Sports hätte man auf die jeweilige Schlagkraft der ausgeteilten Argumente gar nicht verweisen können.
Wie der Kanzler da "Ihre extrem weit hergeholten Schwinger, die noch dazu tief unter die Gürtellinie" zielten, elegant auspendelte und - "flatternd wie ein Schmetterling, stechend wie eine Biene - mit linken Körperhaken beantwortete, die Ihnen den Atem raubten". Es können "Schwinger" statt aufs Kinn noch so "tief unter die Gürtellinie" zielen - wenn der Kanzler sie, "flatternd wie ein Schmetterling, stechend wie eine Biene" nicht etwa mit rechten, nein, mit "linken Körperhaken" beantwortet, dann hätte er sich diese Auspendlerzulage der "Kronen Zeitung" auch verdient, ohne je dort in einem Inserat, sei es als "Schmetterling", sei es als "Biene" abgebildet worden zu sein.
Derart von Flatterwesen umtost, ist es kein Wunder, dass deren "linke Körperhaken" selbst einem so routinierten Moderator wie Armin Wolf den "Atem raubten", als er - Wandler zwischen "Muhammad Ali, Schmetterling und Biene - Ihre öde wiederkäuend vorgebrachte Attacke, Faymann habe sich Sympathie, Aufmerksamkeit und Wählergunst vermittels in der "Boulevard-Presse" geschalteter Inserate, versehen mit großen Faymann-Fotos, "erkauft", souverän parierte".
Wenn ein "ausgebrannter Boxer" neben "extrem weit hergeholten Schwingern, die noch dazu tief unter die Gürtellinie" zielen, nur "öde wiederkäuend vorgebrachte Attacken" auf Lager hat, hat er eben keine Chance gegen einen "Muhammad Ali in Hochform", der "flatternd wie ein Schmetterling, stechend wie eine Biene" mit einem Gegeninserat elegant auspendelt. Um zu dieser Erkenntnis zu gelangen, bedarf es erst gar nicht einer Studie, die bei der "Krone" keinerlei Zusammenhänge zwischen Geldfluss und Berichterstattung erkennt. Derartiges käme den Dichands nie ins Haus. Und wenn es schon nicht überzeugend geleugnet werden kann, dann wird es wenigstens "souverän pariert". (Günter Traxler, DER STANDARD, 14./15.9.2012)
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Um ganz ehrlich zu sein: Ja, mehr an unterschiedlichen politischen Inhalten hätte es schon geben müssen. Aber interessant war tatsächlich eher, was auf das Gespräch gefolgt ist. Eigentlich nur mehr lächerlich, wie abgestritten wird, dass Verbindungen zwischen Faymann und dem Boulevard bestehen. Er wird vielleicht nicht den allergrößten Einfluss haben (ansonsten würde man dort ja nicht so oft auch für FPÖ, Stronach und Pröll schreiben), aber dennoch ist die Optik viel mehr als nur unschön.
...wohl auch politisch diametral entgegen gesetzt, aber Wolf war in allen 5 Sommergesprächen phänomenal und eine Wucht.
Platz 1: Glawischnig hat er fast zum Heulen gebracht
Platz 2: Faymann hat sich in einer Tour selbst diskreditiert
Platz 3: Bucher und die Kasnudeln
Spindi und Strache waren beide langweilig und/oder dämlich.
Ich denke, wegen dieses Studiums tritt die SPÖ so vehement gegen Studiengebühren ein:
In sieben Jahren nur eine Prüfung abgelegt zu haben - legt man das auf ein komplettes Studium um, wird jedes Bildungsbudget gesprengt.
wenn das Interviewer-Niveau wesntlich niedriger ist als das in allen anderen Staaten (CNN, BBC, CCTV, RAI, ZDF, TV5, TVE, RTR, TELESUR, usw. usw...), dann ist das eine sehr simple Ausrede die eigene Mittelmäßigkeit mit einer Abqualifizierung der Interviewpartner zu begründen.
Ich warne deshalb alle die in Zukunft von bestimmten österreichischen Medien interviewed werden, sich kritiklos auf solche Interviews einzulassen, sie könnten zum Schluß als die Bloden hingestellt werden, wenn das Interview nicht den Erwartungen des Interviewers entsprochen hat.
Sieht so das Ende des seriösen Journalismus aus ?
Wie auch immer der Auftritt/die Auftritte des Armin Wolf gesehen werden mögen, um sie geht es in dieser Kolumne nicht. Sondern darum, dass der Jeanee, in weiterer Konsequenz auch die Kronenzeitung, gekauft ist/sind; die beiden WisSenschaftler aus der Universität Innsbruck daher falsch liegen.
Darüberhinaus war sein Poststück VÖLLIG unsachlich (100%-iger Trash), was ein weiteres deutliches Indiz für die Richtigkeit obiger Interpretation der Traxler'schen Kolumne ist.
mit der betreffenden Kolumne hat sich der verehrte Jeanne ein Denkmal gesetzt, ein Denkmal der volksverdummung zumindest des Versuches davon hätte ich die Sendung nicht gesehen müsste ich das schwülstige Elaborat dieses gossenreporters ja glauben aber so muß man annehmen daß er es ist der die Sendung gar nicht gesehen hat, wenn doch dann durch den Filter etlicher Flaschen alkoholischer Getränke
würd ich eher sagen:
Meist wie eine Gelse, die einen lästig umschwirrt, bei Wirtschaftsfragen wie eine Fliege, die grad gegen eine Scheibe geflogen ist.
Vergessen wir bei all dem aber bitte nicht, dass er das Handy des Mädchens aus dem Kanal geholt hat.
Vielleich wäre es gut gewesen sich einen Larry King angesehen zu haben wie man Interviews führt. Zum 100 Mal den Krone Brief, dann der "falsche" Lebenslauf und schlussendlich die Inserate, von denen jeder weiß, dass das seit Menschengedenken so in Österreich läuft. Damit war 90% der Zeit vergeudet und wir haben wieder einmal absolut nichts erfahren. Schade!
Wir haben erfahren, dass der Kanzler stolz auf seine Inserate ist. Wir haben erfahren, dass der Kanzler unbedingt eine Liveshow ergaunert hat. Wir haben erfahren, dass der Kanzler keine klaren Antworten zu den Vorwürfen geben konnte.
Wer will schon zum xten mal ein Parteiprogramm vorgekaut bekommen, welches den Politikern eh egal ist. Im Buch ist er Sozialist als Politiker zeigt er das nicht. Jetzt kommt dann eh Wahlkampf, dann können sie sich wieder eine Meinung vorkauen lassen. Wolf hat es richtig gemacht und bei jedem Politiker aktuelle Fälle angesprochen. Das, was die Leute im Moment wirklich interessiert. Und warum konnte kaum ein Politiker klare Antworten geben?
Nona wäre doch sonst ein Geständnis gewesen.
.......als BILD-Chefreporter niemals abgelegt. Stilistisch hat der Mann seine Hausaufgaben gemacht und sein OEuvre entspricht dem Klientel der Kronen Zeitung. Sein tatsächliches Problem ist jedoch sein grenzenlos gesteigertes Ego, dass ihn permanent auf der Überholspur der Realität entgegenkommt.
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