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Das Palais Schwarzenberg, eines der bedeutendsten Barockbauten Wiens: seit 2007 leerstehend, nach Investoren wird gesucht.
Wien - Seit 2007 dämmert das Palais Schwarzenberg unterhalb des Belvederes vor sich hin. Der Hotelbetrieb ist eingestellt, die angekündigten Ausbauten blieben aus. Über den baulichen Zustand eines der bedeutendsten barocken Gartenpalais Wiens (Baumeister Lukas von Hildebrandt und Fischer von Erlach) kursieren unterschiedlichste Gerüchte. Allmählich stellt sich die Frage, was mit einem der wichtigsten Wiener Kulturgüter passiert.
Die Kurzantwort: Nach allerlei großen Plänen mit angeblich sagenhaft reichen Scheichs aus dem Morgenlande steht man wieder am Anfang. Die Fürstlich Schwarzenberg'sche Familienstiftung sucht nach neuen Investoren, die das Palais und im weitläufigen Park angesiedelte Baulichkeiten zu einem Luxushotel plus Luxusapartments umbauen. Der bekannte Saudi-Scheich Al Jaber schaffte das irgendwie nicht.
Der Chef des Hauses, Karl Schwarzenberg, derzeit tschechischer Außenminister und Präsidentschaftskandidat, hat das Management des Hauses schon seit längerem seinem Sohn Johannes ("Aki") übergeben. Der Besitz gehört der Fürstlich Schwarzenberg'schen Familienstiftung. Deren Vorstand, Rechtsanwalt Maximilian Schaffgotsch, erklärt, es gebe " interessante Gespräche". Schaffgotsch dementiert zwar, dass ein im Hintergrund ewig schwelender Erbschaftsstreit im Hause Schwarzenberg eine abschreckende Wirkung auf etwaige Investoren haben könnte. Aber förderlich ist derlei nicht.
Zu diesem Erbschaftsstreit ist nun ein Urteil des Obersten Gerichtshofs ausständig. Es geht darum, dass Karl Schwarzenberg von seiner Adoptivschwester Elisabeth vorgeworfen wird, sich in Tschechien nicht ausreichend für die Restitution des Schwarzenberg'schen Besitzes eingesetzt zu haben. Dazu wäre er nach dem Testament seines (Adoptiv-)Vaters verpflichtet gewesen. Karl Schwarzenberg soll daher als Universalerbe (auch der österreichischen Besitztümer) nachträglich abgesetzt werden.
Restitutionen in der Tschechischen Republik sind auch eine Frage des Datums. Vor dem 25. Februar 1948 (kommunistische Machtergreifung) enteignetes Vermögen wird nur ausnahmsweise zurückgegeben. Derzeit wird in Tschechien aber kirchliches Vermögen restituiert. Der tschechische Premier Petr Necas versicherte nun in einem Brief Anfang September an den Präsidenten Václav Klaus, dass dabei der "Grundsatz respektiert wird, das vor dem 25. Februar 1948 konfiszierte Vermögen nicht zu ersetzen oder herauszugeben". Und: "In dieser Hinsicht können wir sicher sein, dass Restitutionen des historischen Vermögens der Kirchen keinem anderen die Tür öffnen".
Womit Karl Schwarzenberg einen (weiteren) Beleg für die Aussichtslosigkeit der Restitution des bereits 1947 enteigneten Riesenvermögens ("ein Viertel von Südböhmen") hätte. Er selbst hat 1989, nach der Wende, einige kleinere Besitztümer zurückerhalten, die nach der Gesetzeslage restituiert werden konnten.
Wenn der Oberste Gerichtshof die Klage der Adoptivschwester abweist, wäre wohl ein atmosphärisches Hindernis für etwaige Investoren beseitigt. Aber das wäre nur ein Aspekt. Johannes ("Aki") Schwarzenberg, dem das Management eines Großteils der Besitztümer übertragen wurde, steht nach den verlorenen Jahren mit dem Scheich Al Jaber vor der Situation, dass Wien inzwischen ziemlich viele Luxushotels hat. Die Kosten der Palaissanierung plus Ausbau des Gartentrakts (das Ergebnis eines Architektenwettbewerbs und Baugenehmigung liegen vor) sind sicher nicht geringer geworden. Die Zeit drängt, das weiß auch Stiftungsvorstand Maximilian Schaffgotsch: "So kann es nicht weitergehen. Der Erhalt des Kronjuwels des Hauses Schwarzenberg muss gesichert werden." (Hans Rauscher, DER STANDARD, 15./16.9.2012
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Herr Rauscher wenn Sie doch wenigstens bei Format das abgeschrieben hätten was die schon berichtet haben, dann würde sich das Publikum hier auskennen, und käme es nicht zu den Beschimpfungen der Ehegatten P dass sie den Hals nie vollkriegen.
Das Nichterrichten des Glaskobels an Stelle der alten Gewächshäuser ist jedenfalls als Gewinn für das Palais anzusehen und darüber hinaus auch für den Canaletto-Blick vom Belvedere aus.
Eine derartige Bebauung entlang der Prinz-Eugen-Straße hingegen wäre ein weit geringerer Eingriff, nur wurde der widmungsmäßig verunmöglicht... dafür könnte durchaus die innere Ziegelmauer zu den Wirtschaftsgärten gegen Westen hin fallen.
... kommen sie drauf, dass der Schwarzenbergsche Besitz kein bürgerlicher Besitz ist.
Und wenn sie Geschichte studieren, dann erfahren sie, dass der Besitz von Adeligen weitgehend enteignet wurde. Und dass in Österreich das Führen von Adelstiteln tatsächlich obsolet ist.
Dass Adelige ganz ordinäre, also gewöhnliche Menschen sind, war mit ein Grund den Adel abzuschaffen.
Ja keinen Wettbewerb für die Architektenlobby. Man sieht was herauskommt: Sofiensäle, Wien-Mitte, Scharzenbergplatz, Wien-Zentrum, .... Alles orgiginalgetrau wieder herstellen. Vorbilder: Venedig, Florenz, Siena, Avignon, Krumau. ...
ja aber
man muss sie doch vor der kippe bewahren
an der sie stehen
zara hadid zb. ist schon so gefährdet
dass sie trotz einer lehrstelle an der angewandten
und trotz ständiger gelobbyiter aufträge
so derartig um ihre existenz rauft,
dass sie selten bis nie in Ö ist.....
Neue Architektur (Räume, Licht, etc.) nutzen wie z.B. aktuell in Wien Mitte.
Wien Mitte braucht mehr Qualität wie Village CineCenter, Hotel Hilton, Gerichtstürme Marxergasse, und die dezent gebaute, wohl proportionierte Bahnhofsüberbauung.
Was wußten Barockdodeln wie Fischer v. Erlach, Hildebrandt, etc., schon von Räumen und Licht, von Proportion und dem Goldenen Schnitt?
Sagt ja keiner, dass die klassischen Baumeister keine "Meister" waren. Das 20. und 21. Jahrhundert haben andere Materialien und Bautechniken gebracht und diese bringen andere Qualitäten mit sich.
Es ist ja auch nicht seriös, die Werke eines Fischer v. Erlach, der ja für die größten, repräsentativsen und aufwändigsten Werke hergezogen wurde, mit einem mehr oder weniger funktionalen Bau wie Wien Mitte (den ich auch nicht sonderlich gelungen finde, um das nochmal anzumerken) zu vergleichen. Wenn's schon Prestigeobjekte vergleichen wollen, nehmen wir doch den neuen Hauptbahnhof:
http://up.picr.de/10826657um.jpg
Sie können jetzt natürlich sagen, dass das keine räumliche Qualität hat, aber ganz würd ichs Ihnen nicht glauben.
Ich denke allerdings, daß das Palais Schwarzenberg nicht der geeignete Raum und Ort für neue, spannende Architektur ist. Ich fände einen respektvollen Umgang mit diesem Gebäude angemessen. Respekt vor dem Werk der 2 großen österreichischen Barockbaumeister.
Da haben wir uns offensichtlich missverstanden - mir wäre nie in den Sinn gekommen, für das Palais Schwarzenberg eine "Modernisierung" zu verlangen, Gott bewahre, solche Juwelen müssen erhalten bleiben! Mir ging es mehr um die Attitüde des Vorposters Konstantinus, der in jedem einzelnen seiner Beiträge die Wörter "Architektenlobby" oder "Denkmalschutz" unterbringt und auch hier wieder ein "alles originalgetreu wieder herstellen" (sic!) verlangte.
Und so eine propagandistisch-dumme Verklärung der Vergangenheit, wenn sogar verlangt wird, potemkinsche Dörfer aufzustellen, anstelle sich über die Qualitäten guter (!) moderner Architektur zu freuen und dafür einzutreten, ist mir zuwider. ;)
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