Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
vergrößern 600x402Nicht nur in Österreich, auch südlich vom Brenner floriert das Einfamilienhaus - ein Entwurf des Südtiroler Architekten Matteo Thun.
vergrößern 600x402Bauwerke mit bis zu sieben Geschoßen sind in Holzbauweise heute kein Problem mehr. Im Bild: Unternehmenszentrale der Südtiroler Firma Rubner.
vergrößern 600x406Die Fassadenelemente der BMW-Welt in München, geplant von Coop Himmelb(l)au, stammen vom Brixener Fassaden- und Metallbauer Frener & Reifer.
Das Unternehmen Rubner im südtirolerischen Kiens ist eine Firmengruppe mit über 1400 Mitarbeitern, aufgesplittet auf 60 Gesellschaften, die sich allesamt mit Holz beschäftigen - vom Schneiden im eigenen Sägewerk über Fertigung von Fenstern und Türen bis hin zum schlüsselfertig abgelieferten Objektbau. Kein Wunder, könnte man denken, in dem waldreichen Südtirol mit seinen schroffen Berghängen, an denen die dichtgereihten Nadelbäume förmlich hochzukriechen scheinen, bis es auch ihnen zu steil wird. Doch das Gegenteil ist der Fall. "Bei uns gibt es keine große forstwirtschaftliche Tradition", erklärt Verkaufsmanager Andreas Webhofer. Rubners Holz - primär Fichte und Lärche - kommt aus dem Sägewerk in der Steiermark sowie aus Ostdeutschland.
Der Firmensitz ist ein 2006 erbautes dreistöckiges Bürohaus in Holzbauweise. Auch innen setzt sich das Materialspiel aus Holz und Glas konsequent fort. Damals war es eines der ersten dieser Art, nicht nur in Südtirol, sondern einzigartig weit über die Region hinaus. Bürohäuser aus Holz? "Aber ja doch", antwortet Webhofer. "Bis zu einer Höhe von sieben Geschoßen ist das kein Problem."
Was man wissen muss: Holzhäuser sind überaus stabil gegenüber Erschütterungen. Das Holz schwingt einfach mit. Und das ist nicht der einzige Pluspunkt: Weitere sind die Energieeffizienz - der Firmensitz von Rubner ist als Passivhaus ausgeführt - und die um gut 20 Prozent kürzere Bauzeit.
In der Zwischenzeit sind etliche Großprojekte in Holzbauweise dazugekommen, die Rubner schlüsselfertig realisiert hat, so etwa das Bio-Vitalhotel in Gargazon oder das Bürogebäude der Firma Barth in Brixen.
Ein weiterer Holzspezialist in Südtirol ist die Großtischlerei Höller Innenausbau in Leifers bei Bozen, die eine Bandbreite vom Einzelmöbel bis hin zu kompletten Innenausbauten umfasst. Dazu zählen auch Einrichtungen für gewerbliche wie private Kunden wie etwa Apartments, Villen und ganze Yachten. Eines von Höllers Paradeprojekten ist der Ausbau der Nikolaikirche in Leifers.
Der ursprünglich romanische, später gotisch und barock erweiterte und schließlich auch noch neugotisch überarbeitete Bau wurde zu klein. In den letzten zehn Jahren ist das Kirchenvolk vor Ort ordentlich gewachsen. Stattdessen entschied man sich für einen Anbau, der nun seitlich an die Kirche andockt. Den asymmetrischen Innenraum samt Altar, Gestühl und Orgelgehäuse hüllte Höller ganz in kanadischen Ahorn. Die Täfelung besteht aus einer Unmenge an Platten unterschiedlicher Dimensionen - eine ungeheure Herausforderung an das handwerkliche Können der ausführenden Tischler. Die so geschaffene warme, "spirituelle" Atmosphäre wird durch den Lichteinfall und das große schwebende Holzkreuz noch verstärkt.
Auch beim Besuch der Bildungswissenschaftlichen Fakultät in Brixen kommt man ins Staunen. Der Innenraum besteht aus lasiertem Beton, Glas und Stahl. Die Sitzreihen in den Hörsälen sind mit Leder bespannt. Und die Aufenthaltsräume und Terrassen mit Blick auf die Brixener Berge würden sich auch als Lounges in besseren Lokalitäten gut machen. Die luxuriöse Hightech-Anmutung hat auch betriebswirtschaftliche Vorteile, denn die Vandalismusrate beträgt null - und das ist unüblich für öffentliche Gebäude.
Eingehüllt ist der Sichtbeton , ein Entwurf des Stuttgarter Büros Kohlmayer Oberst, in eine Fassade aus Stahl und Glas. Die dominosteinartige Abfolge aus Fenster- und Glaswandflächen ist zugleich ein ausgeklügeltes System zur wechselweisen Abschirmung vor Hitze und Kälte. Die Ausführung stammt vom Brixener Fassaden- und Metallbauer Frener & Reifer. Die Tüftler blicken auf eine ganze Reihe an Innovationen zurück. Für Herzog & de Meurons Vitra-Haus in Weil am Rhein beispielsweise entwickelten sie seinerzeit das weltweit schmalste Pfosten-Riegel-System.
Frener & Reifer beliefert mit seinen Lösungen mittlerweile Baustellen auf der ganzen Welt. Auf der Referenzliste befinden sich etwa Coop Himmelb(l)aus BMW-Welt in München, Norman Fosters Dolder Grand Hotel in Zürich sowie der Apple Retail Store in Amsterdam. Auch die Außenhülle der Brixener Kletterhalle aus geknittertem Alu-Lochblech, die nicht von ungefähr an kunstvoll zerknülltes Silberpapier erinnert, stammt von Frener & Reifer.
Ein Wermutstropfen: Südtirol ist nicht nur ein bislang wenig bekannter Standort für neue Architektur und moderne Fertigungsmethoden, sondern auch das Zuhause von Zersiedelung und Fertighausbau. Allein die Firma Rubner stellt jährlich rund 450 Fertighäuser in Holzbauweise fertig. Vorteil daran: Im Gegensatz zu Österreich ist standardisierte Stangenware bei italienischen Häuslbauern landesweit verpönt. Eine gewisse individuelle Note darf nicht fehlen.
"Die Italiener mögen keine Fertigteilhäuser aus dem Katalog", sagt Andreas Webhofer. Und so haben sie die Wahl zwischen unterschiedlichen Wandsystemen und Wärmedämmungen. Anders als in Österreich, wo Mineralwolle und Styropor auf einem Langzeithoch sind, greifen die Kunden in Südtirol in erster Linie auf Füllungen aus Kork, Hanf oder Holzweichfasern zurück.
Und wieder eine Innovation: Erst kürzlich entwickelte Rubner das System "Soligno". Dabei werden mehrere Schichten Massivholz mittels Holzkeilen miteinander verbunden. Fremde Materialien wie Leim oder Verbindungsmittel aus Metall können gänzlich entfallen. (Harald Sager, DER STANDARD, 15./16.9.2012)
Nicht gewartete Installationen fordern jährlich Dutzende Todesopfer - Wiener Elektroinnung fordert verpflichtende "E-Checks" alle zehn Jahre
Ab Juni Basisförderung plus Öko-Zuschläge statt rückzahlbare Annuitätenzuschüsse - Im Geschoßwohnbau Rückkehr zu Landesdarlehen geplant
Schimmel kann man messen, aber nicht immer oder nur schwer orten. Ein Schimmel-Suchhund riecht, was für das Auge (noch) unsichtbar ist
Viele "Scheidungen auf Zeit" wegen Gesetzeslücke: Paare sparen sich viel Geld beim Immobilien-Verkauf und heiraten anschließend wieder
Für AK-Studie befragte Bewohner klagen über allerlei Verschlechterungen, insbesondere in der Betreuung durch die zuständige Hausverwaltung
Arbeiterkammer testete zehn Angebote und förderte Jahresprämienzwischen 540 und 945 Euro zutage
Ein deutsches Paar will seine Wohnung in Rheda-Wiedenbrück "verschenken", wenn es im Gegenzug eine Million Pixel an Werbefläche verkauft
Ein unbekannter Täter fälschte ein Schreiben der Genossenschaft, es fiel aber niemand darauf herein
Architektenhonorar mit fast 94 Millionen Euro bereits höher als die ursprünglich geplanten Gesamtkosten
Marienfels am Rhein wurde von Solarworld-Gründer Frank Asbeck angeblich um mehr als fünf Millionen Euro erworben
Das Einfamilienhaus-Dorf Dadun in der Provinz Hainan ist so etwas wie Maria Vassilakous schlimmster Alptraum
Um 20,5 Millionen Dollar errichtet der "Skid Row Housing Trust" in Downtown L.A. 102 Wohneinheiten
Ehepaar akzeptierte geringe Entschädigung von umgerechnet 32.000 Euro und einem Grundstück für ein neues Haus
Sozialsprecher Öllinger will auch Energiesperren von November bis März aussetzen lassen
Während ihnen der Asphalt schon bedrohlich nahe kam, kämpften Luo Baogen und seine Frau um eine höhere Ablöse für ihr Eigenheim
Der Bausachverständige Günther Nussbaum-Sekora hat ein Buch zur Vermeidung des "Pfuschs am Bau" geschrieben
Wohnen auf dem Dach eines Einkaufs- und Gewerbezentrums - warum nicht?
60 Prozent der 18- bis 29-Jährigen noch im Elternhaus - Experten warnen vor "Nesthocker-Generation"
16 Millionen Single-Wohnungen - 1991 waren es erst 11,4 Millionen
Oberösterreichischer Energiesparverband rät: Richtiger Umgang mit Sonnenschutz, Lüften in der Nacht, Luftbewegung durch Ventilatoren, Geräte abschalten
Heuer bereits 130.000 Euro Schaden durch Online-Mietbetrug in Österreich
Die "umweltberatung" gibt Tipps zum Schimmelentfernen in der Praxis
Commerzbank-Vorstand Zielke sieht "zumindest eine Erwärmung, insgesamt in Deutschland aber noch keine Überhitzung"
Wenn "Soligno" erst vor kurzem entwickelt wurde, dann dürfte es sich wohl um eine Kopie von Holz 100 von Thoma handeln?
http://thoma.at/
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.