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vergrößern 800x576Einen Text gibt es auch dort, wo man keinen erwartet: Arbeit von Johannes Posch in Schwaz.
"Welchen Stellenwert hat die Kunst für Sie? Nach welchen Regeln funktioniert die Kunst?" Solche Fragen, kombiniert mit grafischen Zeichen, stellt der Künstler Johannes Porsch in der Ausstellung Johannes Porsch ft. Tanja Widmann. Unter den Schwarzen in der Galerie der Stadt Schwaz.
Dafür hat Porsch ein Zeichenrepertoire entwickelt, das in fünf grafischen Serien den Text hinter den Buchstaben freilegt. So wechseln sich Linie und Fleck, Figuration und Abstraktion mit Zitaten und Referenzen ab. Der junge Schwazer Künstler bezieht sich dabei auf den Text Parmi les Noirs (Unter den Schwarzen) des französischen Schriftstellers Raymond Roussel (1877-1933). Hatte Roussel doch eine eigene Schreibtechnik aus Bilderrätseln und Wortspielen entwickelt und Künstler wie Marcel Duchamp beeinflusst.
So verwendet Porsch in seinen Arbeiten die Schrifttype "Knox", deren Name von Fort Knox, dem Lager für die Goldreserven der USA, abgeleitet ist. Er löst die Buchstaben dieser geheimen Type auf und zeigt sie in der Serie x,y,z als zarte, grafische Linien auf einzelnen Blättern. Damit erhalten die Buchstaben ihren ästhetischen Wert als "Bild". Für den Künstler ist die Visualisierung dieser Essenz entscheidend, denn für ihn gebe "es 'Text' auch dort, wo man keinen erwartet und wo er in grafische Zeichen übergeht", wie Galerieleiterin Eva Maria Stadler erklärt. Zusätzlich legen mit Bleistift angemerkte Fragen Vorstellungen vom Künstlersein frei.
Im Motiv des "Flecks" zeigt Porsch auch die Doppeldeutigkeit des Titels auf. Denn Roussel meinte mit Parmi les Noirs auch "Unter den Buchstaben" und bezog sich auf jene schwarzen Buchstaben, die innerhalb eines Worträtsels verdecken, was im Text offenliegt. (Tereza Kotyk, DER STANDARD, 15./16.9.2012)
Galerie der Stadt Schwaz, 7. 9 bis 27. 10. 2012, Palais Enzenberg, Franz- Josef-Straße 27, Mi-Fr 14-18 Uhr, Sa 10-15 Uhr
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