Ex-Vorstand Schweifer klagt Bewag

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    foto: apa/spaltl

    Ex-Vorstand Schweifer

Die ehemalige Spitzenmanager klagt auf Einhaltung seines Vertrages sowie "die Erfüllung sämtlicher gerechtfertigter Ansprüche"

Eisenstadt - Dem burgenländischen Energieversorger BEWAG steht eine weitere gerichtliche Auseinandersetzung mit einem ihrer früheren Spitzenmanager bevor: Ex-Vorstand Reinhard Schweifer, der von seinem Mandat im April dieses Jahres freiwillig zurückgetreten war und im Juni aus dem noch bestehenden Dienstverhältnis fristlos entlassen wurde, hat deshalb seinen ehemaligen Arbeitgeber geklagt. Die Klage sei am Freitag beim Landesgericht Eisenstadt eingereicht worden, sagte Schweifer zur APA. Zu Details wollte der Ex-BEWAG-Vorstand nicht Stellung nehmen.

Eingeklagt werde die Einhaltung seines Vertrages sowie "die Erfüllung sämtlicher gerechtfertigter Ansprüche", hatte Schweifer zuvor am Nachmittag in einer Aussendung mitgeteilt. Die fristlose Auflösung seines Dienstvertrages sei "in keiner Weise gerechtfertigt", hieß es darin. Begründet wurde die Entlassung vom BEWAG-Aufsichtsratschef Josef Kaltenbacher mit einer Sonderprüfung bei der BEGAS, deren Ergebnisse "Hinweise auf Unregelmäßigkeiten von Schweifer während seiner Zeit als BEGAS Vorstand" geliefert hätten.

Keine Angaben zur Streitsumme

Dass er klagen werde, hatte der Ex-BEWAG-Manager bereits am Tag nach seiner Entlassung angekündigt. Zur Streitsumme wurden keine Angaben gemacht - diese werde vor Gericht geklärt werden.

Schweifer, zuvor Vorstandsdirektor bei der mittlerweile mit der BEWAG fusionierten BEGAS, wurde im Dezember 2010 zum neuen BEWAG-Vorstand bestellt und zog Anfang Jänner 2011 mit einem fünfjährigen Dienstvertrag in die Chefetage ein. Im Vertrag sei auch vereinbart, dass eine vorzeitige Auflösung nur aus wichtigem Grund möglich sei. "Ein derartiger wichtiger Grund existiert aber nicht und wurde mir vonseiten der BEWAG bislang auch nicht genannt", erklärte Schweifer in der Aussendung.

Match vor Gericht

Somit muss sich der Energieversorger nun bereits mit drei Ex-Vorständen, die fristlos gekündigt worden waren, vor Gericht matchen. Im Oktober des Vorjahres hatten im Landesgericht Eisenstadt Zivilprozesse des früheren BEWAG-Vorstandsdirektors Hans Lukits und seines einstigen Vorstandskollegen Josef Münzenrieder gegen die BEWAG begonnen. Beide Prozesse wurden mit dem Hinweis auf ein ebenfalls laufendes Strafverfahren gegen die Manager, dessen Ergebnisse das Gericht abwarten wollte, unterbrochen wurden.

Beide Ex-Vorstände waren vom Unternehmen wegen des Vorwurfs, "grobe Pflichtverletzungen" begangen zu haben, nachträglich entlassen worden und hatten daraufhin geklagt. Während das Verfahren von Münzenrieder Ende August dieses Jahres wieder aufgenommen und am selben Tag erneut ruhend gestellt wurde, wurden beim Prozess von Lukits bei der Fortsetzung am Dienstag dieser Woche die ersten Zeugen gehört.

Vom amtierenden BEWAG-Vorstand gab zu der neuen Entwicklung keinen Kommentar. Auch Aufsichtsratsvorsitzender Kaltenbacher gab keine Stellungnahme ab.(APA, 14.9.2012)

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6 Postings
das Land sollte klagen, und zwar jene, ...

... die Schweifer diesen Vertrag genehmigt haben !
Schweifer selbst wäre blöd gewesen, hätte er nicht zugegriffen !

Und wer zahlt dafür? Der Stromkunde!

Seit 5 Jahrzehnten hat die SPÖ

im Burgenland das Sagen.
Die Bewag ist eine Firma des Bundeslandes Burgenland.
So wie bei Wien-Energie Häupl bestimmt, bei der EVN Pröll, hat Niessl bei der Bewag gesagt wo es lang geht.

http://www.be24.at/show/54455

http://www.be24.at/media/BEl... weifer.jpg

http://www.ags7.at/?q=node/285

Also viel mehr durcheinander als in diesem Artikel geht es nicht

Auf der Hauptseite wird von einer fristlosen Kündigung gesprochen, etwas derartiges ist mir in Österreich nicht bekannt. Es gibt eine Kündigung mit entsprechenden Fristen und eine Entlassung ohne Fristen. Womit auch die im Artikel genannte fristlose Entlassung wenig Sinn macht, da eine der wesentlichen Eigenschaften der Entlassung in der Fristlosigkeit liegt. Die Klage erfolgte beim Landesgericht Eisenstadt was einen Privatvertrag vermuten lässt da sonst die Klage gegen die Entlassung beim Arbeits- und Sozialgericht anhängig wäre.

Nachdem es das ASG nur in Wien, bleibt nun mal nur das LG Eisenstadt.

Und? Politisch alles ruhig?

Klar, gehen wir doch nach diesem Schlamassel am besten zur Tagesordnung über.

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