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Platzhalter statt Foto - anonyme Bewerbungen halten in Österreich Einzug.
Nichtösterreichisch klingende Namen, unvorteilhafte Fotos oder einfach nur das "falsche" Geschlecht: Diese Angaben im Lebenslauf reichen, um nicht einmal die Chance auf ein Bewerbungsgespräch zu bekommen. Jetzt werden erstmals in der österreichische Privatwirtschaft anonymisierte Bewerbungsverfahren eingeführt, um diese Form der Diskriminierung zu eliminieren. Mit dem Verein "Wirtschaft für Integration" startet das Frauenministerium ein Pilotprojekt mit den Konzernen Rewe und Novomatic.
In Bewerbungsunterlagen werden dabei Angaben wie Name, Alter und Geschlecht, oft auch Zeitangaben, nach Erhalt mit einem Code versehen - der Fairness wegen. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) vergleicht die anonymisierten Bewerbungen mit einem "Türöffner für ein persönliches Gespräch in der Personalabteilung".
Der Unternehmer Ali Rahimi vom Verein "Wirtschaft für Integration" sieht in anonymisierten Bewerbungen eine Chance, Diskriminierungen zu verhindern. "Es soll alleine nach der Leistung beurteilt werden", fordert Rahimi. Laut einer OECD-Studie finden in Österreich 27 Prozent der Einwanderinnen und 30 Prozent der Einwanderer keinen Job, der ihrem Ausbildungsniveau entspricht.
Johannes Zimmerl, Konzernpersonaldirektor von Rewe International, ist froh, dass sein Unternehmen an dem Pilotprojekt teilnimmt. "Dadurch erhöht sich die Zahl der qualifizierten Bewerber. Viele werden sich bewerben, die diesen Schritt ohne eine Anonymisierung gar nicht wagen würden", ist er überzeugt.
Die neue Auswahlmethode wird bei Rewe vorerst nur in der IT-Abteilung eingesetzt, weil die Bewerber hier laut Zimmerl sehr unterschiedliche Qualifikationen aufweisen - die Personalentscheidungen seien daher diffiziler als etwa bei Kassierinnen, bei denen sich die Ausbildungsprofile ähneln. Die schon derzeit zu 95 Prozent online erfolgenden Bewerbungen für die IT-Sparte werden nun anonymisiert. Die IT-Abteilung nimmt jährlich 70 bis 80 neue Mitarbeiter auf; zum Vergleich: In der Konzernzentrale treffen rund 9.000 Bewerbungen ein.
Entsprechen die Qualifikationen dem Anforderungsprofil, werden die Bewerber zum persönlichen Gespräch eingeladen. Funktioniere es gut, wolle Rewe dieses Vorgehen auch in anderen Abteilungen einsetzen, so Zimmerl. Der Rewe-Personaldirektor ist selbst schon neugierig, wie sich die neue Methode auf die Einladung älterer Bewerber auswirken wird. Eine präzise Analyse ist jedenfalls gesichert, die Mitarbeiter der Personalabteilung werden im kommenden halben Jahr eng mit Studenten der Wirtschaftsuniversität (WU) Wien kooperieren.
Beim Glücksspielkonzern Novomatic werden im Rahmen des Pilotprojekts alle Trainees, die sich derzeit bewerben, um ein Jahr in den Kozernabteilungen mitzuarbeiten, über anonyme Bewerbungsbögen rekrutiert. Letztendlich werden jedes Jahr vier aufgenommen.
Mario Pölzl, Gesamtverantwortlicher für Recruiting im Konzern, erwartet sich von der wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit der WU Wien "einen großen Bonus". Dadurch könnten wichtige Erkenntnisse über den Bewerbungsprozess gewonnen werden. "Zudem ist es auch ein großes Plus für die Außenwirkung des Konzerns, sich als diskriminierungsfrei zu positionieren", so Pölzl.
Inwieweit werden durch eine anonymisierte Bewerbung Vorbehalte - vor allem gegenüber Frauen, Migranten und älteren Menschen - abgebaut? Frauenministerin Heinisch-Hosek betont, dass Frauen in Bewerbungsgesprächen nach wie vor häufig gefragt würden, ob sie schwanger werden wollen. Sie kritisiert, dass Personalchefs viel zu oft Gehaltskosten im Visier hätten und die Qualifikation sowie die menschliche Eignung der Bewerber in den Hintergrund rückten.
Klischees bei der Besetzung neuer Posten werden selbst durch standardisierte, anonyme Auswahlverfahren nicht auszumerzen sein. Johannes Zimmerl ist jedoch überzeugt: "Durch die Teilnahme am Pilotprojekt wird so manche Diskussion - von der Führungsetage bis zum einzelnen Mitarbeiter - ins Rollen kommen. In einem Konzern mit rund 40.000 Mitarbeitern und rund 4.000 Führungskräften sind positive Synergieeffekte zu erwarten." Bereits im November sollen die ersten standardisierten Bewerbungen in der IT-Abteilung des Rewe-Konzerns entgegengenommen werden.
Rewe und Novomatic sind im Vorstand des Vereins "Wirtschaft für Integration" vertreten, weshalb die Konzerne für das Projekt ausgewählt wurden. "Das Projekt ist freiwillig und steht auch anderen Unternehmen aus der Privatwirtschaft offen", so die Frauenministerin. Auch Klein- und Mittelbetriebe könnten nachfolgen. Nach der Evaluierung des Projekts kann sie sich auch Vereinbarungen der Sozialpartner und gesetzliche Schritte vorstellen.
Die Wiener Personalstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) begrüßt in einer Aussendung den Vorstoß der Ministerin. "Wenn das Projekt die erwünschten Ergebnisse bringt, wollen wir im Rahmen des Diversitätsmanagements auch die Bewerbungsverfahren der Stadt Wien anonymisiert durchführen", kündigt Frauenberger an. (Ute Mörtl, derStandard.at, 14.9.2012)
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Wer nicht ins excel Raster reinpasst mit seinen Ausbildungen und Bezeichnungen wird in die Rundablage entsorgt...
Also wirklich nur mehr Vitamin B(eziehungen) zur Jobfindung.
Der Mensch und seine Persönlichkeit tritt in den Hintergrund. Es zählt nur noch die abstrakte Papierform! Lehre bringt keine Karriere, der Meister weicht dem Akademiker. Master sticht Bachelor und das Doktorat oder der PhD mit mehrfach (Unter)Graduierungen wirft alles andere aus dem Rennen. Damit fördert man nur die Bildungsindustrie, die Absolventen fragwürdigster Studien am Fließband erzeugt! Aber hat man den Job, soll natürlich der ausgeglichene Mensch mit guter Persönlichkeit wieder erwachen, damit das Arbeitsklima gedeihlich bleibt.
Jobs im internationalen Vertrieb in gewissen Ländern, die einfach von Grund auf von Vorurteilen gequält sind; ob ich will oder nicht. So grausig es klingt, aber wenn man in Pakistan Geschäfte macht kann man nicht einen Inder zum Hauptverhandler ernennen. Es gibt z.B. in Russland einen mir völlig unklaren allgemeinen "Rassenhass"; da muss man zum Wohl der Mitarbeiter schon überlegen, wem man hinschickt bzw. für dieses Gebiet einstellt. Oder schicken Sie bitte eine blonde Frau anfang 30 als Chefverhandlerin nach Saudi Arabien ! etc etc etc Viel Glück bei der Auftragsbeschaffung.
Es ist so, dass Religion, Hautfarbe, Alter, Geschlecht, etc. bei vielen Kunden (im Ausland) eine sehr wichtige Rolle spielt,und bei Einstellung gewusst werden müssen
Mein Gott, was sind denn das schon wieder für Einfälle!
Jetzt hat sich ein jeder bemüht seinen C.V. authentisch zu gestalten, mit Stärken zu punkten und jetzt das.
Jetzt stellen Sie sich das einmal in der Praxis vor.
Wer Vorurteile hat wird diese auch nicht los, wenn er im letzten Moment damit bestätigt wird. Das ärgert eher. Unternehmen, die sowieso nicht gut zahlen, die Leute regelmäßig austauschen, wenn sie nur einen Deut zu teuer werden, wollen hier scheinbar ihre "Scheinheiligkeit" zur Schau stellen und das Image aufpolieren.
Wie schräg entwickelt sich denn unsere Gesellschaft noch. Den Hausverstand einschalten, liebe Supermärkte:)
"Und der spielt auch keine Rolle, wenn der Lebenslauf nicht mehr chronologisch und nach Jahreszahlen aufgedröselt ist."
Wenn der Lenebslauf nicht chronolgisch ist, werden's nicht weit kommen. Das interessanteste ist ja, was Sie die letzten drei Jahre gemacht haben.
Dann wird sich das im Lebenslauf zeigen.
Und je nachdem was Sie vorher gemacht haben, wird's problematischer, unproblematisch oder auch ein Feature sein, dass Sie 3 Jahre weg vom geschehen waren und jetzt gerade kleine Kinder zu betreuen haben.
Wenn's aber ein Loch im Lebenslauf haben wo einfach ein paar Jahre unerklärt fehlen schaut es schon eher schlimm aus. Das bringt zum nachdenken was Sie da wohl verstecken wollen.
Und das hat wenig Sinn, weil raten's mal welche Frage dann kommt, wenn's ein Gespräch wird.
Jetzt erspart man sich wenigstens, zu einem Bewerbungsgespräch zu gehen, wenn man die internen Vorgaben, z.B. betr. Alter, Geschlecht, nicht erfüllt. Zukünftig müssen z.B. Personalberater ganze Armeen von BewerberInnen aufmarscheren lassen, nur damit die Praktikantin eine Vorauswahl gemäss den Kundenvorgaben trifft. Was daran "besser" sein soll, bleibt dahingestellt.
Denn es gilt immer noch "wer zahlt, schafft an": Wenn der Kunde z.B. als Alterslimit 35 vorgibt, so kann man ihm nicht einen 42jährigen anbieten. Die anonymisierten Bewerbungen bedeuten da nur einen erheblichen Mehraufwand, steigern aber in keinster Weise die Chancen der Kandidaten!
Weleche sachliche Begründung brauchen's im Vertraulichen Gespräch mit dem Personlaberater.
Und der ist ja wohl qualifiziert genug, ihnen ohne angabe von Gründen eine Absage zu schicken. Und falls er geklagt werden sollte, gut begründen zu können, welchen inhaltlichen Grund es gab. Im nachhinein können's doch alles begründen.
Was für ein Gesprächspartner erwarten Sie bei einem solchen Szenario?
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