"Freunde zahlen ihre Schulden"

Interview | Daniela Rom
17. September 2012, 14:02
  • Hagen Fleischer mit griechischen Studenten in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald.
    foto: privat

    Hagen Fleischer mit griechischen Studenten in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald.

Warum die Forderungen an Deutschland berechtigt sind, Griechenland bisher aber am Türsteher scheiterte, erklärt Historiker Hagen Fleischer

Griechenland spart eifrig, Deutschland klopft dem Land dabei gerne einmal auf die Finger, auf beiden Seiten wird mit deftigen Sprüchen nicht gespart. Da kommen in Griechenland nicht nur Erinnerungen an die deutsche Besatzung während des Zweiten Weltkrieges hoch, auch Reparationsforderungen an Deutschland werden wieder gestellt. Für Hagen Fleischer - wenn auch zu einem ungünstigen Zeitpunkt - eine berechtigte Forderung. Im Gespräch mit derStandard.at erklärt der Athener Historiker, wie die Griechen in der Vergangenheit mit ihren Reparationsforderungen schon am Türsteher scheiterten, warum sie dennoch auf Wiedergutmachung verzichten, die "deutschen Freunde" aber ihre Schulden begleichen sollten.

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derStandard.at: Seit einigen Tagen prüft Athen offiziell Reparationsforderungen aus dem Zweiten Weltkrieg an Deutschland. Wie berechtigt sind diese Forderungen?

Hagen Fleischer: Im Prinzip sind sie absolut berechtigt. Griechenland war unter den durch Nazi-Deutschland besetzten nicht-slawischen Territorien - nach Polen, Jugoslawien und der Sowjetunion - das Land, das bei weitem die höchsten Blutopfer und materiellen Verluste verzeichnete. Das ist in Deutschland und Österreich kaum bekannt.

derStandard.at: Können Sie das genauer ausführen?

Fleischer: Abgesehen von den 60.000 ermordeten griechischen Juden, wurden zehntausende Griechen liquidiert; mindestens 100.000 verhungerten. Nach dem deutschen Abzug litt jeder dritte Grieche an epidemischen Infektionskrankheiten. Viele waren obdachlos, da etwa 100.000 Wohnungen oder Häuser total zerstört wurden. Die gesamte Wirtschaft und Infrastruktur des Landes wurde durch die Okkupation zerstört, so etwa die "kriegswichtigen" Bergwerke im Raubbau ausgebeutet. Griechenland hat sich nie ganz davon erholt. 1945 bezifferte die griechische Seite den Schaden auf über zehn Milliarden Vorkriegsdollar. Hiervon erhielt Griechenland an Reparationen einen Gegenwert von etwa 25 Millionen Dollar, zumeist über Demontage von Industrieanlagen (in Deutschland abgebaute Industrieanlagen als Wiedergutmachung wurden nach Griechenland geliefert, Anm.), etc. Infolge des Kalten Krieges wurde die Reparationsfrage auf Druck der USA praktisch abgewürgt, um Westdeutschland als Brückenkopf gegen Osten aufzubauen. Man könnte sagen, Griechenland hat in der Reparationsfrage den größten Nachholbedarf.

derStandard.at: Die Reparationsforderungen sind also kein neues Thema?

Fleischer: Der Zeitpunkt ist extrem ungünstig, denn in Deutschland heißt es: Jetzt ist das Land pleite, jetzt erinnern sie sich plötzlich daran. Das stimmt so aber nicht. Die Reparationsfrage wurde über Jahrzehnte hinweg immer wieder von griechischer Seite vorgebracht, trotz offizieller Blockierung des Themas. Vor der deutschen Einigung 1990 hieß es, Gesamtdeutschland hat den Zweiten Weltkrieg geführt, das halbe Deutschland kann nicht für alle Kriegsschäden aufkommen. Nach 1990 hieß es dann: Jetzt ist so viel Zeit vergangen, jetzt hat sich die Sache von selbst erledigt.

derStandard.at: Sie sprechen vom Londoner Schuldenabkommen von 1953, ...

Fleischer: Ja. Ich habe monatelang die relevanten Akten durchgearbeitet, die US-amerikanischen, die britischen, die deutschen und französischen. Da merkt man deutlich, wie die Amerikaner und die westdeutsche Seite gemeinsam nach einer Formel suchen, um die Auslandsschulden Deutschlands auf die Vor- und die Nachkriegsschulden zu begrenzen. In beiden Fällen profitieren die Amerikaner am meisten davon, in geringerem Ausmaß Großbritannien und - sogar die Schweiz.

derStandard.at: Das Schuldenabkommen vertagte die Kriegsentschädigungen auf unbestimmte Zeit.

Fleischer: Die genannten 25 Millionen Dollar wurden nicht von den Deutschen gezahlt, sondern von der Alliierten Reparationsagentur. Von 1945-49 gab es keinen deutschen Staat. In den frühen 1960er Jahren zahlte dann die BRD allen betroffenen Staaten individuelle "Wiedergutmachung" für Opfer nationalsozialistischer Verfolgung aus Gründen der Religion, Rasse und Weltanschauung. In Griechenland waren das 115 Millionen D-Mark, in erster Linie für die Juden, aber auch für Zehntausende andere Opfer. Doch wurde klargestellt, dass damit nicht sonstige Ansprüche abgegolten werden. Das Schuldenabkommen von 1953 verwies aber implizit auf die deutsche Wiedervereinigung und ein Friedensabkommen, als Zeitpunkt für Reparationsforderungen.

derStandard.at: Wie viel wäre demnach also noch offen?

Fleischer: Die Summen, die in Griechenland genannt werden, sind riesig. Ich beteilige mich nicht an diesem Spiel. Aber Sie können von den geforderten Milliardenbeträgen die bezahlten 25 Millionen Dollar sowie 115 Millionen D-Mark abziehen.

derStandard.at: Da bleibt noch einiges übrig.

Fleischer: Ich halte es für utopisch, dass sich die deutsche Seite auf Reparationszahlungen für Griechenland einlässt, das wäre ein Präzedenzfall für andere Staaten. Griechenland sollte daher offiziell auf Reparationen von Staat zu Staat für die Kriegsverluste verzichten und sich auf den sogenannten Besatzungskredit (ein Zwangsdarlehen der Griechischen Staatsbank an das NS-Deutschland, Anm.) beschränken. Dieser wurde seinerzeit von den Nazi-Behörden, sogar von Hitler persönlich, schon als Kredit anerkannt, der zurückbezahlt werden sollte, wenn auch ohne Zinsen. Der Kredit beinhaltet zum Beispiel Ausgaben des griechischen Staates für Rommels Kriegsführung: Verpflegung und anderes wurde über Griechenland nach Nordafrika geliefert. Das Interessante ist, NS-Deutschland hat erste Teilbeträge zurückbezahlt, und die "Restschuld" auf einen Betrag von 476 Millionen Reichsmark berechnet, wörtlich: "Schulden des Reiches gegenüber Griechenland". Das wären mit heutiger Kaufkraft um die sechs, sieben Milliarden Euro, ohne Zinsen. Mit Verzinsung eine astronomische Summe. Die BRD argumentiert gerne, Reparationen zahlen nur die Verlierer eines Krieges, jetzt sind wir Partner, Freunde. Aber Schulden bezahlen auch Freunde.

derStandard.at: Gab es solche Zwangsdarlehen noch anderswo?

Fleischer: Nein. Das wäre ja auch der Vorteil für Deutschland, damit würde kein Präzedenzfall geschaffen. Dieser Kredit ist einmalig, den gab es nur in Griechenland.

derStandard.at: In der Krise kochen Ressentiments und Emotionen hoch. Vor allem über die Medien richten die Deutschen den Griechen aus, sie seien korrupt und faul. Die Griechen kontern, Deutschland spiele wieder Besatzer, sogar vom "Vierten Reich" war die Rede. Bedarf es da nicht einer Abrüstung der Worte?

Fleischer: Die Medien beider Seiten haben eine ganz große Verantwortung. Auf das Titelblatt des Focus zum Beispiel (eine Aphrodite-Statue mit Stinkefinger, Titel "Betrüger in der Euro-Familie", Anm.) folgten sofort griechische Retourkutschen. Schlagzeilen wurden ausgesucht, wie "Arbeit macht frei" oder Ähnliches, die eindeutig an Auschwitz und den Holocaust erinnern sollen. Wenn die Bild-Zeitung höhnt: "Ihr Pleite-Griechen, verkauft doch endlich eure Inseln", erinnert man sich in Griechenland daran, dass das Ober-Kommando der Nazi-Marine etwa Kreta als permanente Basis wollte. Dementsprechend findet man die Stereotype von den griechischen Faulenzern, Nichtsnutzen, Tagedieben und Betrügern bereits in den Befehlen jenes deutschen Generals, der 1943 das Massaker in Kalavryta, das größte im besetzten Griechenland, anordnete - an dem mehrheitlich Österreicher beteiligt waren. Wenn die Griechen auf solche Parallelen verweisen, zetert man in Deutschland: „"Das ist ja alles obsolet. Wir sind doch Partner." Aber solche Erinnerungen kommen wieder an die Oberfläche. Vor allem wenn man das gleiche Vokabular hört.

derStandard.at: Das spielt dann dem linken und rechten Rand der politischen Sphäre in die Hände. Auch in Fragen der Reparationsforderungen.

Fleischer: Leider sind diese Ränder sehr groß und wachsen weiter, auf Kosten der Mitte. Infolgedessen geht die Koalitionsregierung auf solche Forderungen ein, weil sie populär sind. Dann fallen Slogans wie "Nicht wir schulden, man schuldet uns" und man verweist auf den Nazi-Terror. In deutschen Akten aus den 1950er Jahren liest man, ein Hauptziel der eigenen Griechenlandpolitik sei die "Liquidierung der Kriegsvergangenheit". Man hat also bewusst versucht, unbequeme Altlasten totzuschweigen. Doch wie liquidiert man die Vergangenheit? Man hat den Griechen auch gesagt: Vergesst eure Wiedergutmachungs-Forderungen, ihr wollt doch in die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft.

derStandard.at: Reparationsforderungen seitens Griechenlands werden jetzt ja nicht zum ersten Mal an Deutschland gestellt.

Fleischer: Wie gesagt, permanent in den ersten Nachkriegsjahren. Nach der Deblockierung des Londoner Schuldenabkommens infolge der Vereinigung der beiden deutschen Staaten, offiziell erstmals wieder 1995: Dem Auswärtigen Amt - damals noch in Bonn - sollte eine Verbalnote überreicht werden, die wurde aber schon vom Türsteher abgewiesen.

derStandard.at: Meinen Sie das wörtlich oder im übertragenen Sinn?

Fleischer: Wörtlich.

derStandard.at: Die kamen gar nicht rein?

Fleischer: Nein. Die Bundesregierung erklärte, das Thema sei "durch Zeitablauf erledigt". Gleiches galt auch für ca. 65.000 private Klagen von Besatzungsgeschädigten. "Schlecht begründet und rüde im Ton" wurden griechische Forderungen von der Bundesregierung abgewiesen, hieß es damals in der Süddeutschen Zeitung. Und zwar von allen Bundesregierungen: Kohl, Schröder, Merkel. Von griechischen Amtsträgern habe ich gehört, ihre Ausführungen bezüglich der griechischen Ansprüche seien "gegen eine Betonmauer" gestoßen. Auch das Thema des Besatzungsdarlehens.

derStandard.at: Was erwarten Sie sich von der Kommission, die nun die Forderungen aus dem Zweiten Weltkrieg in Griechenland prüft?

Fleischer: Das ist viel Lärm um nichts. Die angeblich neu aufgetauchten Akten habe ich schon vor zehn Jahren ausgegraben und in einem publizierten Forschungsprojekt ausgewertet. Regierung und Opposition sind nicht up to date. Die Kommission wurde gebildet, um dem Druck von links und rechts zu begegnen, als Indiz "nationaler Gesinnung" der Regierung, der von der Opposition Servilität gegenüber Berlin vorgeworfen wird. Doch die Aktion ist sinnlos, wenn die deutsche Seite nicht reagiert. Und das tut sie nicht. Es gab schon früher solche Experten-Kommissionen, selbst da reagierte Deutschland nicht, obwohl Griechenland damals noch als gleichwertiger Partner galt. Und jetzt ist es natürlich noch schwieriger.

derStandard.at: Sind die Reparationsforderungen eine Ablenkung der Wut der Griechen auf einen Feind von außen?

Fleischer: Mit dieser Sicht macht man es sich zu einfach. Alle griechischen Regierungen seit 1990 haben öffentlich erklärt, man verzichte nicht auf die Ansprüche, man werde sie zu einem günstigen Zeitpunkt vorbringen. Dieser günstige Zeitpunkt kam nur nie. Und jetzt ist natürlich der ungünstigste Zeitpunkt, diesen historisch und moralisch fundierten Anspruch anzumelden. (Daniela Rom, derStandard.at, 17.9.2012)

Hagen Fleischer (Jg. 1944) lebt seit 1977 in Griechenland und war an der Universität Athen als Professor für Neuere Geschichte tätig, seit 2011 ist er emeritiert. Der gebürtige Wiener, mit griechischer und deutscher Staatsbürgerschaft, war unter anderem als beratender Experte und Vertreter Griechenlands Mitglied der Internationalen Historikerkommission zur Waldheim-Affäre in den 1980er Jahren.

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Posting 1 bis 25 von 911
das ende jeder freundschaft beginnt

wenn man freunden geld leiht.

also sowas fällt auch nur weltfremden wissenschaftern und staats-ökonomen ein.

in der wahren welt herrscht wettbewerb und kredit ist kein zeichen der freundschaft, sondern business.
gut, wollen wir bei der eu-umverteilung ein aug zudrücken.

die mia zahlungen und haftungen in dere eurozone sind hochverrat.

ihr wollt alle stärker sein, gemeinsam gegen usa und china? sehr bald sind wir gemeinsam schwächer als allein.

Auch England, Frankreich und andere haben KEINE Reparationszahlungen erhalten

Diese haben sich wie Griechenland am deutschen Auslandsvermögen und durch Industriedemontagen schadlos gehalten. Würde jetzt Griechenland als einziges Land Reparatiosnzahlungen erhalten, so müssten auch andere Länder solche erhalten. Entschädigungen gab es nur für NS-Opfer und auch da ist Griechenland nicht zu kurz gekommen. Ich sehe also für solche Forderungen der Griechen keine Basis, was indirekt auch von Fleischer zugegeben wird. Lediglich für eine Rückzahlung des Zwangsdarlehns sehe ich eine gewisse Berechtigung. Aber selbst wenn man dies mit 6-7 Mrd. € bewertet, so sind die Verluste deutscher Staatsbanken durch die griechische Pleite weitaus höher.

Die schulden können rein mathematisch nicht sinken solange wir nicht denn schulden gegenüberliegenden Guthaben besteuern und abschöpfen !! mittleirweile haben 10 % der beölkerung schon 70 % des gesamtkapitals ! nur die wohlahbenden können die krise beenden aber das wollen die garnicht !! und das beste ist das die EU Politiker das auch nicht wollen aber die wenigsten können das glauben hier !!

Freunde zahlen ihre Schulden.

Freunde zahlen Ihre Schulden.
Ein grosses I macht den Unterschied.

hmmmm dann könnten die Griechen ja bei Ihren Freunden in der EU mal mit guten Beispiel vorangehen.....

......das wäre mal eine gute Verhandlungsgrundlage mit Deutschland?

Hmmm wurde Griechenland mal nicht von den Italienern im WW2 angegriffen?

War nicht auch ein großer Teil Griechenlands nicht auch unter italienischer Besatzung?

Ich höre keine Forderungen nach Entschädigung an Italien?

Griechisch-Italienischer Krieg 10/1940 bis 04/1941

Ja, die Italiener griffen die Griechen im Oktober 1940 an, und scheiterten jämmerlich an dem unerwarteten Widerstand der Griechen. Erst das Eingreifen der Deutschen im April 1941 brachte die Entscheidung. Teile von Griechenland wurden dann unter italienischer Verwaltung gestellt (wie z.B. die ionischen Inseln). Es sind jedoch keine Greueltaten seitens der Italiener gegen die Griechen bekannt. Jedoch, Italiener auf der Insel Keffalonia wurden von ihren ehemaligen Verbündeten, den Deutschen, massakriert, als Italien ihren Ausstieg aus dem Achsenbündnis erklärte.
Nach dem Krieg wurde die Südostägäische Inselgruppe Dodekanes von Italien an Griechenland abgetreten, und das Thema Kriegsentschädigung zw. GR und IT wurde so beendet.

Sie schreiben von einem Italinisch griechischen Krieg 10/40-4/41

Also ein Krieg wird duch einen Friedensvertrag oder durch einenWaffenstillstand beendet, soweit mir bekannt ist gab es 4/41 beises nicht und Italien war bis zum Ausscheiden Italiens aus der Achse auch noch mit Griechenland im Kriegszustand ..... ich zitiere hier einfach mal Wikipedia: " Gleichzeitig setzten griechische Truppen und Schiffe den Kampf an der Seite der Briten in Nordafrika und schließlich in Italien selbst fort."

Also stimmt da so einiges nicht an Ihren Ausführungen

das heisst für dich, dass italien

für die hauptsächlich von den deutschen verursachten schäden in gr verantwortlich ist? inwieferne trifft hier de keine verantwortung?

das dürften völkerrechtler ein wenig anders sehen.

in diesem forum muss man leider nicht nur eine wachsende toleranz sondern auch eine zunehmende bagatellisierung gegenüber judenvernichtungen und anderen kriegsverbrechen der deuschen im 2. wk feststellen.

Anscheined scheit es für Sie hier zur Diskussiontaktik zu gehören einfach Dinge zu unterstellen

Wo habe ich behautet, dass Deutschland keine Verantwortung trifft?

Ich habe lediglich laut Nachgedacht, warum bei solchen Forderungen Italien nie auftaucht, dass den eigentlichen Krieg gegen Griechenland begonnen hat, bei dem duie Wehrmacht ja dann nur eingreifen musste, da die Italiener sonst in Albanien zurück in die Adria geworfen worden wären?

Und die Völkerrechtler die den Angriff der Italiner in Frage stellen möchte ich mal sehen.

Auch verwehre ich mich hier gegen Ihre Unterstellung, dass ich die Judenvernichtung bagatellisiere.

Aber leider zähle ich Sie inzwischen auch zu den unleidigen Zeitgenossen, die mangels Argumenten immer nur noch die Judenvernichtung aus dem Hut zaubern müssen und damit diese Verbrechen bagatellisieren.

vielleicht, weil die deutschen einfach enorme schäden

angerichtet haben. dass man auf eine solche idee nicht kommt, ist mir schleierhaft.

und nicht ich unterstelle, sondern sie unterstellen mir: die judenvernichtung zaubere ich nicht aus dem hut, sie ist in dieser frage ein - auch von fleischer - erwähnter hauptpunkt. was wird also aus welchem hut gezaubert?

argumente habe ich genug gebracht oder was rechtfertigt denn für sie sonst reparationszahlungen - ein halb gescheiterter angriff auf ein land oder die systematische ausblutung (personell und materiell) eines landes durch einen verbündeten dieses agressors?

mal moralische Grundlagenfrage für Forderungen seitens Griechenland wegen ca. 60.000 ermordeten Juden?

.......welch Ansprüche wären dann für bsw. für Polen mit fast 3 Mio ermordeten Juden angebracht?

Die materiellen und gesellschaftlichen Schäden kämen dann da auch noch dazu ..... schließlich wurde z.B. Warschau ja 2 x fast komplett ausgelöscht (1939 beim Überfall und 1944 beim Aufstand )?????

Ebenfalls wurde ja alles an polnischer Intelligenz, denen die Nazis und die Russen habhaft wurde nahezu ausgelöscht.....von den materiellen Schäden an der wirtschaft mal abgesehen?????

Die Judenvernichtung ist aber nicht Thema zw. Griechenland und Deutschland, sondern zw. den jüdischen Organisationen bzw. Israel und Deutschland, weil nun mal deren Nachfahren zum Großteil nicht mehr in Griechenland leben. Außerdem gab es bereits eine Zahlung an Griechenland für geschädigte Bürger.

Die Deutschen zahlen wohl jetzt weitaus mehr an Griechenland

als sie an Reparationszahlungen je hätten leisten müssen.

da du offenbar besonders gut informiert bist,

kannst du uns das vielleicht auch noch vorrechnen? danke.

und was ist mit den anderen nettozahler-ländern, die ebenfalls brav zu strukturfonds für griechenland beigetragen und niemals in griechenland verbrechen begangen haben?

klarer Fall von

mitgefangen mitgehangen.

Fehlen tut hier allerdings der Reparationsbetrug durch Hr. Saumagen, indem man aus der Wiedervereiterung einen Beitritt zauberte.

Denn nur nach der Wiedervereiterung sollte bezahlt werden. Dafür gab's dann als Gegenleistung den Euro für Mitterand. Somit sind dann auch dieser Teil der Schulden erst 20 Jahre alt.
Auch fehlen die ganzen Arisierungen und Plünderungen von Infrastruktur, die nach dem Krieg einfach legalisiert wurden und für das tolle Wirtschaftswunder genauso verantwortlich waren, wie nie bezahlte Reparationen.
Und dann auch noch schlimmer als die Nazis? Klar, man leistet sich ja auch Verfassungsschutz ohne Verfassung und regiert ohne Legitimität munter drauf los, weil dem Souverän einfach das Referendum verweigert wurde.

Die Mehrheit unserer oesterreichischen Freunde ist gegen einen Schadenersatzanspruch vonseiten Griechenlands, ganz offensichtlich weil ihre Vorfahren sich mit den Nazionalsozialisten identifiziert haben, nie miteinander Feinde sondern Allianzen waren und gemeinsame Kultur und Interesse teilten (und immer noch teilen).

Fleischer: Die Medien beider Seiten haben eine ganz große Verantwortung.

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Genau so, wie in deutschen Medien gegen die Griechen Stimmung gemacht wird und viele Leser sich zu Hass-Kommentaren und Beschimpfung hinreissen lassen, ist es auch in den griechischen Medien. Die ständig wiederholten Phrasen, Assoziationen zur NS-Zeit und Merkel-Hitler Vergleiche zeigen ihre Wirkung.

Das ist nicht nur verantwortungslos, sondern schon Hetze und Kriegspropaganda.
Den Einfluß auf die Massenmedien in nur 3-4 Verbänden konzentriert, haben sich die Vertreter der Finanzelite schon längst gesichert.
Medienhetze in den PIIGS gegen die Deutschen, damit die endlich die Hosen runterlassen, die unlimitierte Banker-Rettung und den Eurobond akzeptieren.
Oder wollen sie ein 3. mal eins drübergezogen bekommen?
Ganz, ganz pfui und böse!

Wohl war, all die vielen Ausländer, die dort von Nazibanden gejagt und abgestochen werden, haben blonde deutsche Augen.

Vielleicht können wir ...

... Serbien eine Rechnung schicken für den Franz-Ferdinand.

... aber mit Zinseszins

Wir könnten den Serben aber auch das Geldmonopol wegehmen und verdienen uns dann an den Geldschöpfungs-Krediten deppert.

Wie jetzt, die serbische Währungshoheit is schon weg? Die Rothschilds waren schneller?

Die Griechen könnten der erste schuldenfreie Staat werden

- ohne fremder Hilfe!
http://oekonetik.info/umschuldung
http://oekonetik.info/schuldenfreiheit

Wenn wir unser eigenes Geld von Kreditbanken schöpfen lassen, dann sind wir kein Staat, sondern eine tributpflichtige Kolonie.

-
Die Idee der Staatsfinanzierung mit der Staatsbürgerbank ist genial, obwohl es selbstverständlich scheint, daß der Staat sein eigenes Geld schöpft, und die Bürger mit ihrer Leistung dafür bürgen.
Pervers hingegen ist, daß private Banken das Staatsgeld schöpfen, wir (der Staat) mit unserer Leistung gegenüber der Bank bürgen und an sie eine Art Steuer oder Tribut zahlen müssen, die sie Zinsen nennen. Wofür eigentlich?

Wer oder Was ist der Staat?
Ein Staat, der sich seiner selbst nicht bewußt ist, ist keiner. Wenn wir keine subjektive Identität von Staat in uns fühlen, dann ist er objektiv auch nicht existent. Wenn der Staat sein eigenes Geld von Kreditbanken schöpfen lässt, dann ist er kein Staat, sondern nur eine tributpflichtige Kolonie.

Freunde zahlen ihre Schulden

Das muesste dann doch auch fuer Oesterreich gelten. Ich mein, wir waren dá já auch irgendwie involviert, oder?
Warum aber ausser den Oesterreichern und den Deutschen auch noch der Rest Europas fuer die Staatspleite blechen muss ;-). Na já, mitgehangen, mitgefangen!

Posting 1 bis 25 von 911

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