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Wien - Eines ist nach der ORF-Stiftungsratssitzung am Donnerstag zum Thema Standort klar: Heiligenstadt, wo bisher ORF-Online und Ö3 beheimatet sind, wird als Standort fallen. Der Antrag, den ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz in der Sitzung gestellt und der mit 30 Pro-Stimmen und drei Enthaltungen angenommen wurde, sieht zwar die "größtmögliche Zusammenführung zentraler Unternehmensfunktionen am primären Standort Küniglberg" vor, die Option auf St. Marx will Wrabetz aber dennoch bis Jahresende weiterhalten, wie er bei der anschließenden Pressekonferenz sagte.
"Es geht darum, die Gespräche mit der Stadt Wien ordentlich weiterzuführen", auch mit der Investmentbank Morgan Stanley, die ein Angebot für die ORF-Liegenschaften vorgelegt hat, müsse man noch einmal sprechen. Derzeit bringe das unterbreitete Angebot aber keine Verbesserung, so Wrabetz. Der Beschluss vom Donnerstag habe eine klare Zielrichtung zum Küniglberg, gelte aber freilich nur unter den aktuellen Annahmen, etwa dass es weitestgehende Zugeständnisse vonseiten des Denkmalamtes gibt. Die Planung für das Raum- und Funktionskonzept, die jetzt anlaufen soll, erfolge jedenfalls standortneutral. Erst in der zweiten Phase, dem Architektenwettbewerb, soll festgestellt werden, ob und inwieweit sich dieses Konzept am Küniglberg realisieren lässt und ob es sinnvoll ist, das ORF-Funkhaus weiter zu nutzen. Kernstück der Neuaufstellung des ORF ist jedenfalls, die Modernisierung der Strukturen und der funktionellen Abläufe und die Planung eines zentralen multimedialen Newsrooms, der alle ORF-Medien beherbergt.
Der Kaufmännische Direktor des ORF, Richard Grasl, sieht die Standortfrage offenbar etwas geklärter als Wrabetz und betonte, es sei "wichtig gewesen unter diese Debatte einen Schlussstrich zu ziehen". Die Vorsitzende des Stiftungsrates, Brigitte Kulovits-Rupp, strich hervor, dass der Stiftungsrat der Empfehlung des Finanzausschusses gefolgt sei und den Antrag des Generaldirektors mit breiter Mehrheit angenommen habe. "Das zeigt, dass der Stiftungsrat eine gute Chance für die Neuaufstellung des Unternehmens in der Zusammenführung der Standorte sieht." Sie meinte, "der heute geschlossene Kompromiss war ein gut getroffener und es herrscht Einhelligkeit, dass uns das einen wichtigen Schritt weitergebracht hat".
Weiteres Thema der Sitzung waren die Finanzen des ORF. Aufgrund der lauen Werbekonjunktur und laut Grasl vor allem wegen der fehlenden Einigung mit den Personalvertretern über Einsparungen rutsche die ORF-Mutter in der Vorschau für das zweite Halbjahr in die roten Zahlen. Man werde aber "alles daran setzen, doch noch positiv bilanzieren zu können", so Grasl. Beschlossen wurde weiters der Ausbau des barrierefreien Zugangs zu den ORF-Fernsehprogramm und zum ORF-Onlineangebot, Wrabetz stellte außerdem den "Gleichstellungsplan" des ORF vor, der die aktive Gleichstellung der Geschlechter auf allen Ebenen vorsieht. (APA, 14.9.2012)
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