Google Glass als zukunftsweisender Innovationsmotor der Technik

Seit der Einführung der Smartphones sei das Gerät ein bedeutender Schritt für die Zukunft der Technik

New York Times Blogger David Pogue schreibt in seinem letzten Blogeintrag über die innovative Technologie von Google Glass. Mit dieser Brille hätte Google etwas geschaffen, das es schon lange nicht mehr gab: Ein völlig neues Gadget.

Dramatische Demonstrationen

Die Brille, so Pogue, sei wie ein eigenständiger Computer oder ein Smartphone, das man nicht aus der Hand legen muss. Die Aufregung sei im Februar sehr groß gewesen, als Googles Projekt bekannt wurde. Die Brille wurde im April dann zum ersten Mal demonstriert und später bei der Google I/O noch einmal mit einem aufregenden Stunt demonstriert: Fallschirmspringer sind mit der Brille direkt ins Konferenzgebäude geflogen. Doch ausprobiert haben die Brille bislang wenige, denn Google erlaubt kaum jemandem einen Blick durch das neue Gadget.

Technischer Durchbruch

David Pogue hat die Brille vor wenigen Tagen im Rahmen seiner Serie "Nova ScienceNow" ausprobiert. In einer Folge dieses PBS-Formats behandelt Pogue die Zukunft der Technik und beschäftigte sich unter anderem mit Googles neuem Projekt. Zwar sei die Brille noch weit entfernt vom Enduser-Produkt, der technische Durchbruch sei allerdings durchaus gegeben. 

Markteinführung 2014

Google-Glass-Projektleiter Babak Parviz betont immer wieder, dass Google Glass sich in einem noch sehr frühen Stadium befindet. Es gibt noch weder Pläne, was die Brille genau machen wird, noch gibt es Vorstellungen von einem Interface oder der detaillierten Funktionsweise. Google lässt auch kaum jemanden ran, denn man will keinen Hype um ein Gadget erzeugen, das in seiner finalen Version womöglich völlig anders sein wird. Geplant ist eine eventuelle Markteinführung im Jahr 2014. Entwickler können den Prototypen um 1.500 US-Dollar kaufen.

Funksystem im Brillenbügel

Über dem rechten Bügel befinden sich laut Pogue Speicher, ein Prozessor, eine Kamera, Lautsprecher, ein Mikrofon, Bluetooth, eine WLAN-Antenne, ein Beschleunigungssensor, ein Gyroskop, ein Kompass und ein Akku. Über den Einbau eines Funksystems wird im Moment auch nachgedacht. Damit könnte sich die Brille kabellos mit dem Smartphone verbinden. Pogue sei vor allem über die Unsichtbarkeit des Screens überrascht gewesen, der beim Autofahren oder Lesen nicht im Geringsten stören würde. Dennoch würde das Display bei Bedarf gut sichtbar sein, auch für Brilllenträger. 

Sprachsteuerung

Pogue bezeichnet die Hardware als bahnbrechend und kann Googles Bestreben nachvollziehen, die Brille zu einem perfekten Gadget zu machen. Der Zweck sei laut Pariz das Teilen und der schnelle Abruf von Informationen. Die Bedienung des Geräts, welche hauptsächlich über den rechten Bügel abläuft, sei der zu einem Touchpad ähnlich. Mittlerweile ist das Gerät auch mit einer Sprachsteuerung ausgestattet. 

Großes Potenzial

Google müsse zwar das Design anpassen, den Preis senken und einige Verbesserungen vollbringen, allerdings ist für Pogue klar, dass das Gerät jetzt schon ein riesiger Durchbruch ist. Eventuell müsste man noch ein oder zwei Features finden, die es beim Smartphone nicht gibt, um die Massen zu begeistern. Trotzdem sei schon der Prototyp eine innovative Technologie für sich. Ob Google Glass auch später noch am Markt gut ankommen wird, ist zwar schwer vorherzusehen, das Potenzial für dieses Gerät sei aber sehr groß und Googles Entwicklungsansatz ein völlig richtiger. (red, derStandard.at, 14.9.2012)

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