Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Mode ist weniger provokant als subtil: Darin waren sich die Diskutanten bei der RONDO-Podiumsdiskussion einig. Von links: Barbara Vinken, Peter Bäldle, Brigitte Felderer und Elisabeth Längle.
Kritik artikuliert sich meist gegen die Norm - auch in der Mode. Angesichts eines sich auflösenden gesellschaftlichen Konsenses fällt es aber schwer, die bestehende Ordnung zu unterlaufen, da in einer hyperindividualistischen Zeit ohnehin jeder seinen eigenen Wertekanon und damit sein Outfit für das einzig Wahre hält. "Hat die Mode noch kritisches Potenzial?" - diese Frage versuchte eine Diskussion, moderiert von STANDARD -Redakteur Stephan Hilpold, zu beantworten.
Die Mode hat ihre kritische Sendungskraft eingebüßt, meint Brigitte Felderer, Kulturwissenschafterin von der Universität für angewandte Kunst in Wien: "Mode ist heute etwas, das sich an Szenen ausrichtet und Gruppen bildet. Die urbane Bühne für die Selbstdarstellung ist verschwunden." Peter Bäldle, Modejournalist und -autor, pflichtet ihr bei: Inzwischen bediene man den Konsumenten meist nur noch willfährig, anstatt ihn kreativ vor den Kopf zu stoßen und mit seinen Sehgewohnheiten zu brechen: "Wenn Sie als Designer heute versuchen, sich einen Namen zu machen, werden Sie auf große Schwierigkeiten stoßen. Selbst etablierte Designer können eigentlich nicht überleben, wenn ein großes Haus sie nicht unter ihre Fittiche nimmt. Sie müssen kommerziell arbeiten, um geordert zu werden."
Das Geschäft sei somit schuld an der Entpolitisierung der Mode. Elisabeth Längle, Fachjournalistin aus Wien, stimmt dem zu: "Was sich nicht verkauft, ist kurzerhand keine Mode. Während die Modemacher in den Siebziger- und Achtzigerjahren eine gewisse Art von Unabhängigkeit besaßen, diktiert heute der Marketingleiter, was zu machen ist."
Fortschreitende Ökonomisierung
Laut Barbara Vinken, Literaturwissenschafterin von der LMU in München, jedoch ist nicht nur die fortschreitende Ökonomisierung innerhalb der Mode verantwortlich für die Erosion des kritischen Potenzials: "Aus der aggressiven Selbstbehauptung in der Gesellschaft ergibt sich eine Fetischisierung der Körper, der eine Verwahrlosung des körperlichen Umrisses gegenübersteht. Mode wiederum bietet noch die Möglichkeit, sich ins Benehmen zu setzen, indem man Normen erkennt, achtet und diese mit anderen kommuniziert." Brigitte Felderer bestätigt das: "Mode hat ganz wesentlich mit Höflichkeit zu tun und bewahrt vor dem sozialen Tod. Man stellt eine Beziehung her, um sich gegenseitig wahrzunehmen. Mode ist somit weniger etwas Provokantes, sondern etwas Subtiles." Sie ist hiernach ein wesentlicher Kommunikationsakt des öffentlichen Lebens. Kommunikation basiert auch auf Entgegnungen und Erwiderungen. Laut Elisabeth Längle steckt dieser Dialog aber in einer Endlosschleife fest: "Heute werden nur noch die Erbschaften der Vergangenheit in einem ewigen Reloaden und Remixen vermischt. Das ist aber keine wirkliche Abgrenzung."
Jedoch muss das noch nichts zwingend Schlimmes sein, sagt Peter Bäldle: "Wir werden uns immer wieder mit Kleidung beschäftigen, die wir bereits kennen, aber wir setzen uns damit neu auseinander. Mode ist eine Reflexion über das, was uns um uns herum beschäftigt." (Johannes Lau, Rondo, DER STANDARD, 14.9.2012)
Verena Weiss hilft Kundinnen passende Farben und Kleidung zu finden - mit Gewinnspiel
Die meisten Fahrradhelme sind die Erfindung von Leuten, deren Sinn für Ästhetik erst an zweiter Stelle kommt - Warum es (noch) keine hübschen Fahrradhelme gibt
Die Mode hat das Fahrrad als cooles Accessoire vereinnahmt: Couture-Häuser bringen eigene Bikes auf den Markt, Models strampeln sich durch Werbestrecken - Aber auch immer mehr Designer widmen sich eigenen Fahrradkollektionen
So etwas wie eine Originaltracht gibt es nicht: Davon ist Susanne Bisovsky überzeugt. Die österreichische Designerin betreibt mit Trachtenelementen ein gefinkeltes Spiel. Diese Schwerpunktausgabe ist mit Filmstills aus einem Bisovsky-Kurzfilm bebildert
Kosmetikhersteller sind dieses Frühjahr unisono auf eine Farbe gekommen: Blau - Vor allem rund um die Augen schillert es von Kobalt- bis Azurblau
Zur Eröffnung der Filmfestspiele mit "Der große Gatsby" schritten die Stars über einen nassen Roten Teppich
Dirndl und Lederhose erlebten in den vergangenen Jahren einen regelrechten Boom. Volkskundlerin Elsbeth Wallnöfer und Schauspieler Miguel Herz-Kestranek über die Geschichtsvergessenheit des Phänomens
Wolle ist wie Wein: Es gibt gute Jahrgänge und schlechte - Was das für Stoffproduzenten bedeutet, erklärt Paolo Zegna
Die beste Wolle kommt aus Australien - Statt auf Quantität wird auf das Verfeinern der Merinofaser gesetzt - Stephan Hilpold hat sich umgesehen
Für Körperbehaarung vom Kopf abwärts geht der Trend ganz klar in Richtung Tabula rasa. Das war nicht immer so
Im Reich der schlanken Körper und glitzernden Roben herrscht Lachverbot: Die Models auf den Laufstegen lassen die Mundwinkel hängen
Die Stars feierten beim diesjährigen Met-Ball nietenbesetzt die Eröffnung der Ausstellung "Punk: Chaos to Couture"
Ein Anzug von Brioni ist der Rolls-Royce der Männermode - Zur Eröffnung der ersten Boutique in Österreich sprach Bianca Lang mit dem Designer der Marke
Rund 100 DesignerInnen präsentierten beim elften Modepalast ihre Produkte
Wer schwitzt, soll es geruchlos machen. Dafür wurden Deodorants erfunden. Wer, wie, wann und warum? Ein olfaktorischer Überblick aus der Gerücheküche
Ob im "Tatort" oder bei "Inglourious Basterds": Ohne Stuntmen wie Tom Hanslmaier ginge es auf dem Bildschirm gemächlicher zu - Fürs Rondo schlüpfte er in die neue Männermode
Was sagt das Fußkleid über seinen Träger aus? Kuratorin und Kunsthistorikerin Eva Marko im Interview über Schuhe als Zeichen der Macht
Die Königin strahlte in leuchtendem Blau, die adeligen Gäste erschienen fast durchgängig in hellen Farben
Richtiges Rasieren ist eine Kunst, die man lernen kann - Aber um das zu verstehen, müssten viele Männer erst einmal erkennen, dass Rasieren eine Kunst ist
Junge und Frauen greifen deutlich häufiger zum Deo als Männer und Ältere
Die Gebrüder Stitch haben mit ihren in Wien gefertigten Maßjeans für Aufsehen in der Szene gesorgt - In ihrem "Hosenlabor" arbeiten sie aber auch nach sehr hohen Standards der Nachhaltigkeit
Bis das erste Parfum des Modeduos Wendy&Jim in Serie ging, hat es etwas gedauert - Das Ergebnis ist dafür umso stimmiger, findet Anne Feldkamp
In der Neuinszenierung des "Liliom" spielen die beiden ein Freundinnenpaar - Bei uns haben sich die Burgtheater-Schauspielerinnen Mavie Hörbiger und Katharina Lorenz in verschiedene Moderollen geworfen
Kaum eine Berühmtheit, die er nicht vor der Linse hatte - Seit mehr als 30 Jahren prägt Michel Comte die Celebrity- und Modefotografie - Cordula Reyer traf den Schweizer Fotografen
Von der Messe in Basel hat man sich zurückgezogen, und auch sonst geht die Schmuckmanufaktur Wellendorff einen eigenständigen Weg
Das größte kritische Potenzial im Zusammenhang mit Mode besteht meines Erachtens darin, von diversen Codes und Modediktaten, auch und wahrscheinlich insbesondere den super-individuellen, Abstand zu nehmen.
Natürlich kann man sich nicht vollkommen entziehen, sofern sich möglichst codeless zu kleiden, ja auch subversiv-subversiv Code ist.
Jetzt kommt es natürlich drauf an, woran ich Kritik üben will. Aber gerade im Zusammenhang mit Mode, scheint es mir als würde wahre Kritik persönlichen Eitelkeiten Preis gegeben.
Mode bewahrt also "vor dem sozialen Tod". - Klingt für mich wie die Heilsversprechung bzw. Unheilsdrohung einer totalitären Sekte: Läufst du "der Mode" nach, dann findest du ganz bestimmt Wahrheit und Licht und ewiges soziales Leben.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.