Hypo soll wieder bei Bayern landen

Renate Graber, 13. September 2012, 18:15
  • Sehr diskret laufen die juristischen Prüfungen, die auf eine Anfechtung des Verstaatlichungsvertrages zielen.
    foto: standard/faltermeier elvira

    Sehr diskret laufen die juristischen Prüfungen, die auf eine Anfechtung des Verstaatlichungsvertrages zielen.

Die Republik als Alleinaktionärin der Hypo Alpe Adria könnte den Kaufvertrag mit den Deutschen wegen Irreführung anfechten

Wien - In die Auseinandersetzung zwischen Republik Österreich als Aktionärin der Hypo Alpe Adria und der BayernLB als Ex-Eignerin (2007 bis zur Verstaatlichung im Dezember 2009) kommt Bewegung. In Österreich prüfen Juristen derzeit eine Klage, die auf die Rückabwicklung der Notverstaatlichung zielt. Sie wollen das folgenschwere Geschäft aus der Ära von Finanzminister Josef Pröll wegen Irrtums anfechten. Und zwar mit der Begründung, die Bayern hätten sie bei den Verhandlungen damals über den (schlechten) Zustand der Bank in die Irre geführt.

Die Argumentationslinie: Die Bayern hätten aufgrund ihrer 2,5 Jahre dauernden Rolle als Mehrheitsaktionär Informationen über das Institut an der Hand gehabt, die sie dem Käufer nicht mitgeteilt hätten. Wäre der im Bilde gewesen, hätte er die Bank schlicht nicht gekauft. Eine Sichtweise, die man in München nicht teilt.

Die Zeit drängt

Ob diese Zivilklage tatsächlich kommt, ist derzeit noch offen; zuständig dafür ist das Finanzministerium. Einzige Auskunft einer Sprecherin zur Anfechtung: "Diese Frage stellt sich für das Ressort derzeit nicht." Sehr lang wird sie sich auch Finanzministerin Maria Fekter nicht stellen, denn die gesetzliche Frist für die Anfechtung von Verträgen wegen Irreführung beträgt drei Jahre und läuft somit Mitte Dezember aus. Auch in der Finanzprokuratur (Anwalt der Republik) heißt es nur: "Kein Kommentar."

Parallel zu diesen Überlegungen wird die Hypo demnächst entscheiden müssen, wie sie mit dem 3,1 Mrd. Euro schweren Kredit umgeht, den die Bayern ihr 2008 gewährt hat und der 2013 zur Rückzahlung aussteht. Auch da haben die Österreicher, wie berichtet, Munition gesammelt. Privatgutachter Fritz Kleiner kam zum Schluss, dass dieser Kredit ein nicht rückzahlbares eigenkapitalersetzendes Darlehen gewesen sein könnte. Mit diesem Thema beschäftigt sich derzeit eine Handvoll weiterer Gutachter.

Der Hintergrund für all das liegt zum einen am Zustand der Bank, die demnächst rund 2,2 Mrd. Euro an frischem Eigenkapital aufstellen muss. Sollte sich die Hypo die Rückzahlung des Bayern-Kredits ersparen, wäre dieses Loch gefüllt. Zum anderen muss die Republik den Angriff der Bayern abwehren. Auch die betreiben nämlich Vergangenheitsbewältigung und wollen ihren Hypo-Einstieg von 2007 rückabwickeln und den Kaufpreis von 1,7 Mrd. Euro zurück. Auch sie fühlen sich von den Verkäufern getäuscht, das erste Gerichtsverfahren dazu läuft bereits.

Politischer Hochseilakt

Politisch wäre die Argumentation einer Rückabwicklung der Verstaatlichung für Finanzministerin Maria Fekter heikel: Zuständig war damals ihr schwarzer Parteifreund Josef Pröll, bis heute wird man nicht müde, auf die "Alternativenlosigkeit" der Verstaatlichung hinzuweisen. Inhaltlich ist die höchst umstritten: Die Republik hat auf Gewährleistung verzichtet, die Bayern konnten einen erklecklichen Teil ihrer Schäfchen ins Trockene retten. Österreichs Steuerzahler kostet die Hypo Milliarden. "Kärnten und Bayern sind bei der Verstaatlichung gut davongekommen", stellte kürzlich sogar Hypo-Präsident Johannes Ditz (ÖVP) fest.

Nun sind in München wie Wien Nerven gefragt, der erste, der sich bewegt, hat wohl die schlechteren Karten bei einem Vergleich. (Renate Graber, DER STANDARD, 14.9.2012)

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Was ist die Rolle der RAIKA im Hypodeal?

Hier liegt des Rätsels Lösung versteckt.

Und der Uwe kommt aus dem Grinsen nimmer raus....

Ich würde ja gerne schreiben:

Etwas dümmeres hab ich noch nicht gelesen: "als wir die Hypo notverstaatlichzt haben, wussten wir nicht dass die Bank praktisch tod was."

Aber leider kann ich das nicht schreiben, weil solche Aussagen in Österreich auf der politischen Tagesordnung stehen.

Pepi, geh Du voran!!!

Das Hypo-Alpe-Adria-Tief kommt wohl nicht mehr hoch...

Josef Pröll wegen Irrtums bei Raiffeisen

99,9999875% der Österreicher wollten die Bank nicht kaufen, nur ein kleines Lager mit voller Wirtschaftskompetenz wollte unbedingt den Deal des Jahrhunderts machen.

Solange Politiker und deren Parteien für ihre Entscheidungen per Gesetz von jeglicher Haftung ausgeschlossen sind, wird im Normalfall der Steuerzahler der Dumme sein der für Fehlentscheidungen blecht. Die Haftungen für Banken und maroden Staaten gefährden mittlerweile Österreich.

http://www.meinbezirk.at/schoenkir... 36031.html

WO wohnt eigentlich Josef Doppelgoder Pröll? Ich würde mich gerne persönlich für den Erwerb dieses Spitzenfinanzinstituts bei ihm bedanken.

und jetzt wollen sie den korruptions-untersuchungsausschuss abdrehen. dabei bräuchte man nicht einen, sondern mindestens drei derartige ausschüsse. die würden allerdings nur dann funktionieren, wenn sie mit nicht korrumpierbaren abgeordneten besetzt werden, was wahrscheinlich zu einem kleinen rekrutierungsproblem führte.

im grunde genommen bräuchte österreich ein art "politische polizei" als anstandsbehörde.

Bitte endlich - schon damals war die Berichterstattung etwas seltsam und man konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, daß Österreich den armen Bayern mit einer GEldspritze unter die Arme greift.

und wieder kostet uns die wirtschaftskompetenz der oevp milliarden

Mich wundert es, dass

Nirwarani, Gernot, Palfrader, Hader und all die anderen Komiker nocht nicht in Konkurs gegangen sind.

Dieses Gratis-Kabarett in Österreich muss doch einen ehrlich verdienenden Künstler in den Ruin treiben.

ÖVP klagt CSU, das ist Brutalität

nur 2 Fragen

Beim Verkauf an die Bayern gab es keine Irreführung?

Ist diese Bank für Österreich systemrelevant - ein Großteil der Bilanz stammt aus der Region "Alpe Adria"?

Möglich, aber das müßten sich die Bayern mit den vormaligen Eigentümern ausmachen - vor Gericht.

wenn es eine Irreführung gab,

ist sie zumindest zivilrechtlich verjährt, siehe oben.

irreführung ist doch schwer zu beweisen, die finanzprokuratur sollte einfach unzurechnungsfähigkeit einwenden

das wird aber peinlich .... :)

denken sie an die vorgänge der letzten monate in kärnten und in der övp. was bitte soll dagegen noch peinlich werden? im gegenteil, eine entmündigung einiger funktionäre würde helfen, so manches zu erklären...

wir haben doch in den letzten

jahren zur kenntnis nehmen müssen, dass jedes bankgeschäft eine irreführung des so genannten geschäftspartner (kunden) ist. der betrug ist ja der eigentliche geschäftszweck der banker.

wg. großen erfolgs verlängert?

>die "Alternativenlosigkeit" der Verstaatlichung<

das wäre die eine möglichkeit
die andere wäre die, die jetzt überlegt wird
und die 3. (in worten: die dritte) möglichkeit ist
sie zu liquidieren.

somit hat pröll gel*gen.

der Pröll würd' doch niiiie lügen....

...ist er doch dem Ehrenkodex der VP verplichtet!!!!

*rofl*

muß er ja auch nicht - als super Zampono macht der einen halben Blick in die Bücher und weiß, was Sache ist und kann fundierte Entscheidungen treffen. Im Null-Komma-Nix.

Vielleicht doch keine schlechte Idee, Unzurechnungsfähigkeit einzuwenden, wie ein anderer Poster meinte. Oder Größenwahn?

Ich nehme mal an Sie haben viel Erfahrung mit der Liquidierung von Banken ;).

Ich garantiere ihnen - ich hab tatsächlich mal eine liquidiert - das kommt WESENTLICH teurer als man glaubt.

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