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Rom (APA) - Die Besatzung des Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" war in der Unglücksnacht am 13. Jänner nicht darauf vorbereitet, den Notstand zu meistern. Zu diesem Schluss kamen Experten, die im Auftrag der Untersuchungsrichterin der toskanischen Stadt Grosseto, Valeria Montefoschi, ein Gutachten über die Umstände an Bord des Schiffes erstellt haben. "Die meisten Mitglieder der Crew mit Schlüsselaufträgen kannten ihre Aufgaben im Notfall nicht", heißt es im Bericht. Einigen Crewmitgliedern seien außerdem Aufträge für Krisensituationen erteilt worden, ohne dass sie dafür angemessen trainiert wurden, wie es auch gesetzlich vorgeschrieben ist. "Nicht alle Crewmitglieder waren in der Lage, die Anweisungen für Notfälle in ihrer Arbeitssprache Italienisch zu begreifen", so die Sachverständigen.
Der Chef der Kriseneinheit, Roberto Ferrarini, habe nicht sofort die notwendigen Entscheidungen gefasst, um die Notlage zu bewältigen, geht aus dem Bericht hervor. Zwar sei Kapitän Francesco Schettino für die Sicherheit an Bord verantwortlich gewesen. Doch wenn dieser rechtzeitig die "geeigneten Anweisungen" erhalten hätte, hätten die Rettungsmaßnahmen schneller eingeleitet werden können, heißt es im Gutachten.
Die Experten kritisierten auch Costa Crociere, den Betreiber des verunglückten Schiffes. "Nachdem Costa Crociere vom Schiffskapitän über die Situation an Bord informiert worden war, hat sich diese nicht rasch genug mit den zuständigen Behörden koordiniert", konstatierten die Gutachter. Bei einem Sicherheitstraining im vergangenen Oktober hatte Schettino dem Betreiber eine Verschlechterung des Niveaus der Crew gemeldet. Die Gesellschaft habe diesbezüglich keine "Korrekturen" eingeleitet.
Costa Crociere wies den Vorwurf, das Personal sei nicht ausreichend vorbereitet gewesen, als haltlos zurück. Lediglich wenige Crewmitglieder ohne aktive Rolle bei der Bewältigung von Krisensituationen hätten kein Zertifikat über ein Notfalltraining vorweisen können.
Für 15. Oktober ist der nächste Beweissicherungstermin in Grosseto vorgesehen. Dem Kapitän wird unter anderem die Havarie und das Verlassen des Schiffes noch während der Evakuierung zur Last gelegt. Das Schiff war zu nahe an die Insel Giglio herangefahren, hatte einen Felsen gerammt und war dann mit 4.200 Passagieren und Crew-Mitgliedern an Bord gekentert. 32 Menschen starben. An Bord befanden sich auch 77 Österreicher. Gegen mehrere Offiziere und Vertreter der Reederei, darunter einen Oberösterreicher, wird ermittelt. Das 290-Meter-Schiff soll bis 2013 abgeschleppt werden. (APA, 13.9.2012)
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NIEMAND, NIEMAND wirklich NIEMAND (nicht ein einziger) vom US. Marine bis zum Fischerkapitän mit 40 Jahren Seeerfahrung ist auf so einen Fall vorbereitet.
Am wenigsten die Crew auf einem Kreuzfahrtschiff. Und noch weniger die Passagiere die bei so einem Fall das größte Hinderniss sind das man sich vorstellen kann. Da hätte die Crew noch so gut geschult sein können... noch so viele Kurse besucht haben...
Wir reden hier von einer massiven Schräglage des Schiffs bei der sich die Hälfte der Rettungsboote nicht abhieven ließen und die andere Hälfte nur massiv erschwert!
Keine Crew ist auf so ein Manöver vorbereitet! Und keine Crew kann so eine Lage wirklich meistern.
Offenbar kann man sich auf solche Ereignisse schon recht gut vorbereiten:
http://en.wikipedia.org/wiki/US_A... light_1549
Es war uebrigens kein Schiff und es gab nicht einmal Verletzte.
Aber ich arbeitete lange genug bei Sicherheitsdiensten als Einsatzleiter und wäre im Notfall für solche Evakuierungen zuständig gewesen.
So gesehen kann ich ihnen versichern: Schon an Land sind solche Situationen extrem schwer zu meistern und wenn man da kein wirklich eingespieltes Team hat (welches in den meisten Fällen nicht vorhanden ist) dann sind 30-40 Todesopfer bei einer Massenpanik noch als "Erfolg" zu verbuchen bei der Passagierzahl!
Ich hatte das Glück nie an wirklich ernsten Evakuierungen beteiligt gewesen zu sein... aber von Schulungen uÄ ist mir leider klar dass bei einer Massenpanik auch das beste Team nichts mehr ausrichten kann... schon gar nicht wenn die notwendige Technik eingeschränkt verwendbar ist.
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