Erstes Urteil gegen Downloader in Frankreich

39-Jähriger muss 150 Euro zahlen - Für das Downloaden von Rihanna-Songs

Rund zwei Jahre nach Inkrafttreten eines umstrittenen Gesetzes gegen Downloaden in Frankreich ist erstmals ein Internetnutzer zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Ein 39 Jahre alter Mann muss 150 Euro zahlen, weil über seine Verbindung Songs der US-Sängerin Rihanna illegal heruntergeladen wurden. Vorher hatte er bereits mehrere Warnungen erhalten.

"Das war meine Frau"

"Das war meine Frau, aber weil die Verbindung auf meinen Namen läuft, bin ich verantwortlich", erklärte der Mann am Donnerstag der französischen Nachrichtenagentur AFP. Er selbst kenne sich im Internet kaum aus.

Hadopi-Gesetz

Das sogenannte Hadopi-Gesetz erlaubt Richtern, Herunterladen von Filmen, Musik oder Software mit einer Internet-Sperre zu bestrafen. Zudem sind Geldstrafen von bis zu 1.500 Euro möglich. Ein jüngst veröffentliche Studie kam zu dem Ergebnis, dass die Zahl der Besucher einschlägiger Internetseiten seit Inkrafttreten des Gesetzes um 35 Prozent zurückging. Mehr als eine Million Internetnutzer erhielten seitdem eine Verwarnung und rund 100.000 eine zweite.

Eingriff in die Informationsfreiheit

Kritiker des Gesetzes sehen die Verfolgung der Piraten als einen Eingriff in die Informationsfreiheit und befürchten eine dauerhafte Überwachung der Internetnutzer. Andere monieren, dass nur der Datenaustausch zwischen zwei Computern berücksichtigt werde, obwohl die Bedeutung des sogenannten Peer-to-Peer-Verfahrens stark abgenommen habe. (APA, 13.09. 2012)

  • Rihanna
    foto: reuters

    Rihanna

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