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Paris - Die Parteichefin der französischen Sozialisten, Martine Aubry, gibt ihr Amt überraschend bereits Ende dieser Woche ab. "Die Partei ist auf gutem Wege, in guten Händen", sagte die Bürgermeisterin der nordfranzösischen Stadt Lille am Donnerstag dem Sender France 2. Ihr designierte Nachfolger Harlem Désir soll allerdings erst im Oktober zum neuen Parteichef gewählt werden.
"Ich überlasse anderen meinen Platz", sagte Aubry. "Das ist auch eine Art und Weise zu zeigen, dass man sich nicht (an ein Amt) klammern soll", fügte sie hinzu. Die derzeitige Nummer zwei, Harlem Désir, soll demnach schon ab Sonntag der Interimsvorsitzende der Sozialisten werden. Désir hob gegenüber der Nachrichtenagentur AFP hervor, dass er die Entscheidung Aubrys respektiere und die Aufgabe als Interimschef ebenso ausfüllen werde wie er dies bereits 2011 während der Vorwahlen der Sozialisten für die Präsidentschaft getan habe.
Für die regierenden Sozialisten kam der Schritt völlig überraschend. Mehrere Parteimitglieder sagten AFP, dass die 62-Jährige dies auch nicht am Mittwoch während einer Sitzung des Parteirates angedeutet habe. Das Verfahren zur Nominierung von Désir war zuvor parteiintern auf Kritik gestoßen, denn der Europaabgeordnete war von Aubry und Premierminister Jean-Marc Ayrault als Nachfolger an der Spitze der Sozialisten bestimmt worden. Allerdings hatte es ein hartes Ringen um die Besetzung der Spitzenpositionen der Partei gegeben. (APA, 13.9.2012)
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