Taiwan schickt Patrouillenboote zu umstrittener Inselgruppe

13. September 2012, 15:58

Schiffe sollen laut Taipeh taiwanesische Fischer schützen

Taipeh - Im Streit zwischen China und Japan um eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer hat nach China auch Taiwan zwei Patrouillenboote zu dem Archipel entsandt. Die Schiffe der Küstenwache sollen taiwanesische Fischer westlich der Inseln rund um die Uhr absichern, wie Vertreter der Küstenwache am Donnerstag mitteilten. Die Maßnahme Taipehs erfolgte zwei Tage nach dem Abschluss eines Kaufvertrags zwischen Japan und japanischen Privateigentümern der unbewohnten Inseln.

Die Inselgruppe liegt rund 200 Kilometer von Taiwan und rund 2000 Kilometer von Tokio entfernt. Vier der fünf Inseln, die in Japan Senkaku und in China Diaoyu heißen, waren bisher in japanischem Privatbesitz, die fünfte gehört der Hauptstadt Tokio. Die unbewohnten Inseln sind von strategisch wichtiger Bedeutung, zudem werden auf dem Meeresboden große Öl- und Gasvorkommen vermutet. Taiwan beansprucht die Inseln ebenfalls. (APA, 13.9.2012)

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Die peinlichen Japaner

haben vor einigen Tagen plötzlich ein altes Schriftstück gefunden, welches bestätigen soll, dass die Inseln einer sehr alten, kaiserlichen, und natürlich japanischen Familie gehörten und noch immer gehören. Es stellte sich sehr schnell heraus, dass dieses Schriftstück gefälscht war, Name und sonstige Daten in diesem Schreiben waren erfunden. Was denken sich wohl diese Politiker welche auf so eine unglaublich lächerliche Idee kommen? Natürlich gab es auch andere japanische Politiker, welche das nicht unterstützten uns meinten, man solle sich nicht wie Kinder aufführen. Das zeigt die Einstellung mit welcher die Japaner diese Sache angehen.

PS.: Nicht die Japaner haben dieses Schriftstück "gefunden", sondern tauchte seltsamer Weise in China auf ;-)
In Japan wurde nach Bekanntgabe dieses Fundes sofort veröffentlicht, dass es sich dabei nur um eine Fälschung handeln kann, da dieses Schriftstück weder original, noch der Inhalt richtig ist.

Sehr verwirrend diese Spielchen ;-)

Ja tatsächlich sehr verwirrend.
Scheinbar behauptet Japan, dass die Insel einer alten, kaiserlichen Familie gehörte und noch immer gehört (angeblich ist diese Familie aber schon ausgestorben). Diese Familie hatte damals tatsächlich die Insel besessen. Und jetzt hat Japan dieses alte Schriftstück gefunden und möchte dieser (eventuell erfundenen) Familie die Insel abkaufen.
Mal sehen wie das alles weiter verlaufen wird, ich sage ja auch nur das was ich über die Medien erfahre.

Wobei tatsächlich diese Inseln bis vor ein paar Tagen der japanischen Familie Kurihara seit 18.. irgendetwas gehörten. Jetzt hat sie der jap. Staat (also nicht Tokyo) der Familie abgekauft.
Diese jap. Familie (sehr groß und zahlreich) gibt es tatsächlich und bewohnten sogar eine Insel davon. X Fernsehbeiträge zeigten das Anwesen dieser Familie. Sowohl diese ehrwürdige Familie, als auch ihre Besitzdokumente sind ohne Zweifel echt.
Das (eben nicht) in Japan "gefundene" Schriftstück gibt es nicht einmal als Original und geht auf die Besitzverhältnisse der Familie Kurihara gar nicht ein.
Der Inhalt wurde sofort als Fälschung entlarvt, da er weder im geschichtlichen noch im tatsächlichen Kontext zu Japan steht.
Hoffentlich eskaliert das nicht!!

2 völlig unterschiedliche Version über eine Geschichte die eigentlich einheitlich sein sollte. Ich hoffe auch, dass es nicht eskaliert, denke aber, dass es auf einen Kompromiss hinauslaufen wird. Wenn ich Neuigkeiten erfahre, werde ich sie hier mitteilen, jetzt ist schlafen angesagt:) wünsche noch einen schönen Tag!

Liebe Grüße nach China :-)

Wie bitte?
Was erzählst Du da?
Gibt es dafür einen Link? Wäre sehr interessant.

Da ich derzeit in China arbeite habe ich einen recht großen Einblick in die ganze Sache (was natürlich nicht heißt, dass man mir alles blind glauben muss, viel eher heißt es, dass ich Dinge mitbekomme, die man in Österreich falsch bzw garnicht berichtet). Einen link kann ich dir gerne schicken, Chinesisch sollte man dafür halt können.

Und ich war gerade 9 Wochen in Tokyo und habe es naturgemäß anders mitbekommen ;-)

Stimmt, weder auf Englisch noch auf Deutsch gibt es eine seriöse Berichterstattung darüber...

Richtig,

Japan berichtet natürlich zu ihren Gunsten, genauso wie es China tut. In Asien kann man aber besser seine eigene Meinung darüber bilden als "im Westen", denke ich persönlich. Die Berichterstattung ist sehr fehlerhaft, es werden einige Punkte verschwiegen und, der Punkt der mich am meisten aufregt, wenn irgendein Politiker kurz nicht in der Öffentlichkeit steht (Xi Jinping bis zum gestrigen Tag in China) wird gleich vermutet, dass ihm die schlimmsten, menschenrechtsverletzenden Dinge angetan wurden.
Die Berichterstattung über chinesische, und wahrscheinlich auch über japanische Politik ist im Westen echt mies.

Was mir nicht klar ist, und vielleicht weißt Du näheres darüber.
Den "Marshal" Plan, den die Amerikaner nach dem 2. Weltkrieg den Asiaten aufdrückten, beinhaltete sowohl die Landansprüche (Grenzverläufe) als auch die Entschädigungszahlungen (mehrere Milliarden Dollar pro Jahr) der Japaner an China und Korea. Diese Zahlungen laufen ja nach wie vor weiter.
China und Korea haben sich mit diesem Plan einverstanden erklärt, sonst würden diese enormen jährlichen Zahlungen von Japan ja nicht laufen.
Eine Konsequenz war ja die Teilung von Korea mit dem Norden, die eben definitiv nicht damit einverstanden waren.
Warum behauptet man Jahre und Milliarden von Dollar später, dass dies doch nicht geklärt ist?

sorry, wollte grün geben^^

Danke fürs Klarstellen:)

Die Einmischung der Taiwanesen ermöglicht es den Konflikt nicht als rein Jap - Chin problem zu sehen. Es steht außer Zweifel, daß die Inseln japanisch sind, aber hat man die Kanonen dies zu beweisen?

Diese Inseln sind genauso japanisch wie das Wiener Schnitzel. Geschichte lernen bzw nicht mitreden wäre hier angesagt.

Ganz genau!
Folge Deinem Rat...

Oida, lern bisserl Geschichte, "außer Zweifel" is da nix. Wennst dich so klass auskennst kannst ja gleich noch alle anderen Grenzdispute Japans lösen.

Japan hat ungeklärte Grenzen mit fast jedem Nachbarstaat, das ist nur einer davon.

Taiwan mischt sich ein, weil die Inselgruppe zu Taiwan gehören würde. China wiederum sieht Taiwan als zu sich gehörig, somit auch die Inselgruppe. Das Ryukyu Königreich war früher autonom, zahlte Tribut an die Chinesen, wurde aber später von den Japanern annektiert. Also so "eindeutig" ist da gar nichts - kommt nur darauf an, wie weit man zurück blickt, bzw. ob man Taiwan politisch anerkennt.

Gibt es jemand rechtskundigen, der etwas Licht in diese Sache bringen

kann? Möglicherweise bin ich zu blöd für solche Dinge aber wenn die Insel jemandem gehört muss die ja wohl Staatsgebiet von einem Land sein und dort ist der Besitzer im Grundbuch eingetragen. Wer war der Verkäufer der Inseln? Ich verkaufe jedem der bereit ist mir genug Geld zu geben den Kahlenberg. Der kriegt dann einen schön gedruckten Zettel von mir auf dem steht: Herr/Frau XXXXXX ihnen gehört der Kahlenberg.

Sie gehörten der japanischen Familie Kurihara bis sie der Staat Japan (nicht Tokyo) unlängst kaufte.

Nach dem 2. WK wurde 1943 in der Cairo Declaration und der Potsdamer Proklamation die Inselgruppe China zugesprochen.
1951 trafen die USA und Japan ein Abkommen in San Francisco (ohne chinesischer Beteiligung), dass die Inselgruppe, sowie Okinawa unter US-Verwaltung stellte. China protestierte, war aber viel zu schwach um etwas zu unternehmen.
1971 wurden diese Sonderverwaltungszonen an Japan zurückgegeben (China und Taiwan protestierten, beide erkennen das San Francisco abkommen nicht an).

Wie üblich waren es wieder einmal die USA, die den ganzen Schlamassel verursachten.

Klar ist alles nur, wenn sich auch alle an die selben Regeln halten wollen.

Grundbücher gibt es nicht überall.

Die fuenfte Insel gehoert der Hauptstadt Tokyo?

Nein, der Buergermeister von Tokyo, der Nationalist Ishihara Sintaro, hat es nicht gelungen, die Insel zu kaufen. Die ganze Inselgruppe war vom Staats Japan gekauft wurde. So dass niemand diese Inseln landen oder entwicklen darf. Um die Streiten der Inseln nicht zu verbreiten.

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