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vergrößern 800x535Spieglein an der Wand, bin ich der Lässigste im Land? Das neue Fabios sieht nicht viel anders aus als das alte. Die Speisen aber kommen jetzt aus der Hand Joachim Gradwohls.
Noch bevor die Handwerker draußen waren, ließ Fabio Giacobello verlauten, dass sein Fabios nunmehr das "lässigste Wohnzimmer der Stadt" sei. Dass man rein ressourcenmäßig nach wie vor Zahnarzt, Versicherungsmakler oder sonst ein lässiger Rechtsanwalt sein muss, um das Lokal überhaupt als solches erwägen zu können, versteht sich freilich von selbst. Wobei: Die günstigste Pasta - seidige (aber recht salzige) Ravioli mit Ricotta und Kürbis - ist nunmehr um knapp 15 Euro wohlfeil. Da könnten es sich auch Arbeitnehmer leisten, wenigstens manchmal einen auf lässig zu machen.
Wie so ein lässiges Wohnzimmer nunmehr auszusehen hat, nämlich mit Ledertapeten in Reliefoptik, schlampig und samtig bezogenen Sesseln sowie einer Bar mit Einschusslöchern (lässig, der Wirt ist Sizilianer!), bekam das Publikum erst mit dem Aufsperren am vergangenen Montag serviert. Im Grunde ist das Fabios aber eh ein schönes Lokal geblieben, die tollen Faltfenster zur Straße sind zum Glück noch da (die g'schamige Gardine aber detto), und auch sonst fallen die Veränderungen nur bei genauem Hinsehen auf.
Mit dem Facelift hat sich aber das Konzept etwas geändert. Schließlich entsteht rund um das Restaurant gerade das teuerste Einkaufszentrum Wiens, weshalb das Fabios sich als jener Ort neu zu erfinden trachtet, wo die geschätzte Kundschaft nach den Anstrengungen des Shoppings auf eine Erfrischung oder zwei vorbeischneien kann. Daher also der femininere Look, das Frühstück ("Egg-White-Omelette") und die herzigen Detox-Säfte und Kräutertees an der Bar. Giacobello betont auch, dass ihm Gäste, die sich auf die Schnelle eine Pasta teilen, "mindestens so lieb" seien wie jene, die sich die Köstlichkeiten von der Speisekarte lieber von oben bis unten und der Reihe nach reinschieben lassen.
Dafür ist nun Ex-Meinl-Küchenstar Joachim Gradwohl zuständig. Gemeinsam mit Giacobello hat er eine schmeichelweiche Linie entworfen, die sich betont international gibt (die Speisekarte kommt vor lauter Weltläufigkeit orthografisch ins Schleudern) und zwischen "Mozzarella Buffalo" (sic!) und Branzino mit Barbecuesauce ziemliche Bandbreite entwickelt. Bei Fisch sind Gradwohl und sein Küchenchef Thomas Göls vom Start weg in Bestform, beim Fleisch - etwa der spektakulären Kalbshaxe für zwei (Bild links) - war die Garzeit im Josper-Holzofen noch zu knapp bemessen. Statt löffelweicher Geschmeidigkeit, wie sie etwa die Lammschulter mit Gremolata zu entwickeln weiß, kann das Kalb nur allzu bissfeste Kernigkeit bieten.
Manches wie die Mango-Chili-Salsa zu "Crispy Seppia" könnte Gradwohl auch für sein Asia-Projekt im gescheiterten Shangri-La-Hotel entwickelt haben, anderes, wie das in Tempura-Teig fettig herausgebackene Rosmarin-Popcorn, wirkt noch wie ein unbeholfenes Zitat aus irgendeiner Weltstadtbar. Der Service irrlichtert einstweilen ein bisserl planlos durch die Gegend - was aber demnächst schon richtig lässig wirken könnte. (Severin Corti, DER STANDARD, 14.9.2012)
Fabios, Tuchlauben 4-6, 1010 Wien, Tel.: 01/532 22 22, Mo-Sa Frühstück 8-12, Küche 12-23 Uhr. VS € 8,50-24,50, HS € 23,50-31,50. fabios.at
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Von Gradwohls toller Küche aus dem Meinl merkt man leider nichts. Die Karte ist nicht viel anders als früher (Büffelmozarella, Beef Tartare (Miniportion!!) und Creme Brúlee), aber mindestens genauso teuer.
Die Serviceleistung ist auch nicht besser geworden. ("Wer bekommt jetzt das Lamm?")
Fazit: Für Schicki und Micki wirds schon passen, der wirkliche Feinschmecker hat hier nichts verloren.
Voiiiiiiiii lässig he!
http://www.youtube.com/watch?v=9AthIFcQ6d4
:-)
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