Modeklunker im XXL-Format

  •  Die Kollektion von, äh, Stilikone Anna dello Russo für den schwedischen Fast-Fashion-Riesen H&M.
    foto: h&m

    Die Kollektion von, äh, Stilikone Anna dello Russo für den schwedischen Fast-Fashion-Riesen H&M.

  •  

    Quelle: YouTube

Warum man von der neuen Kooperation von H&M die Finger lassen sollte: Modeklunker, die Size-Zero-Mädels zum Schwanken bringen könenn

Unter den Ereignissen, die in diesem Herbst drohen, gibt es eines, das einen besonders langen Schatten vorauswirft: Es ist dies die Kollektion von, äh, Stilikone Anna dello Russo für den schwedischen Fast-Fashion-Riesen H&M. Sie besteht aus Modeklunkern, die so groß sind, dass sie bei Size-Zero-Mädeln zu erheblichen Körperschwankungen führen könnten, und besitzt auch sonst alle Merkmale, die das eigenwillige Modeverständnis von Frau dello Russo auszeichnen: Mehr ist mehr!

Wobei es ziemlich egal ist, ob man dabei wie eine Sexarbeiterin mit Migrationshintergrund oder der Eiffelturm in der Vorweihnachtszeit aussieht. Hauptsache, es steht überall gut erkennbar ein hübscher Markenname drauf!

Geschmack- und therapieresistent

Unter den Modejunkies ist Frau dello Russo nämlich die Geschmack- und Therapieresistenteste, und um das zu unterstreichen (und die H&M-Juwelen zu bewerben), hat sie gerade ein Video gedreht, in dem ein beeindruckend kurzes Latexkleid mit beeindruckend langen Beinen gepaart werden. Beides gehört zu Frau dello Russo, die in dem Video übrigens ihre zehn Mode-Gebote zum Besten gibt: "Du sollst ein Outfit nur einmal tragen" heißt zum Beispiel eines, ein anderes: "Mode muss immer unbequem sein". Wenn Mode zu bequem sei, bedeute das, dass man scheiße aussehe.

So kann man es natürlich auch sehen. Die Frage ist jetzt natürlich nur, wie bequem oder unbequem Anna dello Russos schwarzes Latexkleid war. Nach ihrer eigenen Theorie muss es ziemlich bequem gewesen sein. (Stephan Hilpold, Rondo, DER STANDARD, 14.9.2012)

Share if you care