Nasenhaartrimmer

  • Fort mit Schaden!
    foto: derstandard.at

    Fort mit Schaden!

Die Natur ist ja immer zu bösen Scherzen aufgelegt oder frage nicht, es gibt den großen Fluscher

Pro: Notwendiger Nüsternputz
Von Christoph Winder

Die Natur ist ja immer zu bösen Scherzen aufgelegt. Kaum kommt man in die Jahre, lichtet sie einem mitleidlos das Haupthaar und lässt es dafür wie zum Hohn an allen Nebenfronten umso üppiger spießen. Daher das typische Erscheinungsbild von ungepflegten Angehörigen der Generation 50 plus: Augenbrauen wie Eichhörnchenschweife, Ohren, wie mit Perserteppichen belegt.

Und erst die Nasenhaare! Die sich ungustiös aus den Nüstern ringelnde Lockenpracht sieht verheerend aus, lenkt bei jeder Unterhaltung vom Thema ab und ist ein Sexkiller allererster Güte. Daher: Fort mit Schaden! Drei Wege führen zum Enthaarungsziel. Variante eins - Kupieren mit Nagel-, Papier oder Heckenschere - ist allerdings stillos und gefährlich. Die Brachialvariante (Haare mit Stumpf und Stiel ausrupfen) ist schmerzhaft und tränentreibend. Bleibt in Wahrheit also nur der Griff zum Nasenhaartrimmer, um die Nüstern vom Bewuchs zu befreien. Ein geniales Gerät. Warum ist dem Erfinder noch immer kein Denkmal gesetzt worden?

Kontra: Zupfer und Barbier
Von Benno Zelsacher

Unvermittelt hat man den Begriff Nasenhaartrimmer in ein Gespräch geworfen. Schließlich war einem das Ding völlig fremd, und Neuem steht man prinzipiell aufgeschlossen gegenüber. Worauf eine Bekannte, die Tini, eine schöne Geschichte erzählte von einem ganz speziellen Nasenhaartrimmer, die ihr wiederum von einem Bekannten zugetragen worden war. Sie handelt von einem türkischen Barbier, der, nach Vollendung des Werks an Haupt- und Barthaar, das Feuerzeug zückte, mit der Flamme gefühlvoll an den Nasenlöchern und den Ohrmuscheln des Furchtlosen vorbeiwischte, auf dass diese von unerwünschtem Bewuchs befreit wurden. Zugegeben, das würde man sich selbst nie trauen. Frage nicht, es gibt den großen Fluscher. Da wird man lieber zum Zupfer.

Freilich will es eine Gnade der Natur, dass es nur mäßig sprießt aus der Nase und man nur selten zupfen muss. Sollte das Wachstum einmal kräftiger ausfallen, wird man die Tini kontaktieren wegen des Barbiers. Das Leben ist ja auch eine Frage des Stils. (Rondo, DER STANDARD, 14.9.2012)

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