Wilderer in Südafrika zu 29 Jahren Haft verurteilt

Naturschützer plädieren schon länger für härtere Strafen

Cheju/Seoul - Zwei Nashorn-Wilderer sind in Südafrika zu ungewöhnlich hohen Haftstrafen verurteilt worden. Sie müssen nach der Entscheidung des Gerichts in Nelspruit - "dem Eingangstor" zum Krüger-Nationalpark - für 29 Jahre ins Gefängnis, wie die südafrikanische Internetzeitung "Times Live" berichtete. Die Wilderer hätten ein Nashornweibchen und ihr Kalb abgeschlachtet. Die Verurteilung solle nach den Worten der Richterin der "Abschreckung für mögliche Rhino-Wilderer" dienen.

448 Nashörner getötet

Urteile wies das vor zwei Wochen in Südafrika ergangene könnten auf Wilderer einschüchternd wirken, meinte der Artenschutz-Direktor bei der Umweltstiftung WWF, Carlos Drews, am Rande der Vollversammlung der Weltnaturschutzunion (IUCN) auf der südkoreanischen Insel Cheju. "Das ist ein großes Anliegen von uns, dass höhere Strafen gegen Wilderer verhängt werden." Im vergangenen Jahr haben Wilderer in Südafrika 448 Nashörner getötet, so viele wie nie zuvor, berichtete jüngst die Naturschutzorganisation Traffic.

Die illegale Jagd auf Elefanten und Nashörner hat nach Angaben von Schutzverbänden in den vergangenen Jahren an Intensität, aber auch Brutalität zugenommen. Objekt der Begierde sind das Elfenbein und das Rhino-Horn, mit denen illegal gehandelt wird. Oft werden die Stoßzähne oder das Horn aus den noch lebenden Tieren herausgeschnitten. Getrieben werden die Wilderer vor allem durch die Nachfrage in Asien. Vietnam hat sich zum Hauptabnehmerland entwickelt. Durch die Wilderei seien die Bestände dieser "Flaggschiff-Tiere" in Afrika gefährdet, warnen die Naturschützer. (APA, 13.9.2012)

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