Strasser zur Korruptionsaffäre: "Ich war ein Depp"

13. September 2012, 15:08
  • Die Videoanalyse spricht gegen die die Version Strassers, sagt die Staatsanwaltschaft.
    foto: apa/schlager

    Die Videoanalyse spricht gegen die die Version Strassers, sagt die Staatsanwaltschaft.

Staatsanwaltschaft sieht in Strassers Verteidigungslinie eine "Schutzbehauptung"

Wien - Das Nachrichtenmagazin "Format" hat Details aus der Anklageschrift gegen den ehemaligen Innenminister und Leiter der ÖVP-Delegation im EU-Parlament, Ernst Strasser, in einer Vorausmeldung veröffentlicht. 

Strasser muss sich ab 26. November wegen Bestechlichkeit vor Gericht verantworten. Er war im Frühjahr 2011 über zwei als Lobbyisten getarnte Journalisten gestolpert, die ihm 100.000 Euro für die Beeinflussung von Gesetzen im EU-Parlament geboten hatten. Ein Video, das von einem Gespräch mit den Journalisten gemacht wurde, legt nahe, dass Strasser bereit war, die 100.000 Euro anzunehmen. Strasser bestreitet weiterhin die Vorwürfe. 

Behauptungen Strassers "widerlegt"

Aus der Anklage geht hervor, warum es die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) als erwiesen ansieht, dass Strassers Behauptung, er habe einen Geheimdienst hinter als Lobbyisten getarnten Journalisten vermutet und auf eigene Faust ermittelt, "eindeutig widerlegt" sei. Wörtlich spricht die WKStA von einer "Schutzbehauptung", die "durch Gespräche des Dr. Strasser mit den vermeintlichen Mitarbeitern von Bergman & Lynch sowie durch die damit in Zusammenhang stehenden E-Mails eindeutig widerlegt" werden.

Auch die Videoanalyse spreche gegen die Version von Strasser als verdeckter Ermittler. "Ungefragt erzählte er von Aufträgen anderer Kunden und welche Leistungen er für diese erbracht habe. Er kommentierte Meinungen anderer Gruppen von Abgeordneten (...) in einer Weise, wie er dies gerade dann, wenn er mit einer Verwertung von Aussagen gegen ihn rechnen würde, unterlassen würde", zitiert das Magazin.

"An lukrativen Aufträgen interessiert"

Weil sich Strasser "selbst mehr als Geschäftsmann denn als Politiker sah", so die Anklagebehörde, sei er "auch nach seinem Antritt als Mitglied des Europäischen Parlaments an lukrativen Aufträgen interessiert" gewesen. Wofür er sich dabei engagierte, sei ihm letztlich egal gewesen: "Dass sein jährliches Honorar der einzige Beweggrund für sein Engagement in einer an ihn herangetragenen Sache darstellte, ergibt sich auch daraus, dass ihn die Identität des jeweiligen Kunden von Bergman & Lynch letztlich nicht interessierte."

Für seine Kunden - etwa Red Bull, Alpine, die Österreichische Staatsdruckerei und den Immobilienunternehmer Rene Benko - vereinbarte er Treffen mit Regierungsmitgliedern und EU-Vertretern. Dabei "nutzte er den Umstand aus, dass einem Abgeordneten zum Europäischen Parlament der Zugang zu Kommissionsmitgliedern leichter möglich war als einem Außenstehenden", schreibt die WKStA laut dem Magazin.

Strasser: Bin unschuldig

Strasser selbst gab sich dem Magazin gegenüber nach wie vor von seiner Unschuld überzeugt. "Ich habe volles Vertrauen in die Justiz", wird er zitiert, sämtliche Beweise, die er dem Gericht vorlegen werde, würden seine Unschuld unterstreichen. Zudem sei das Beweismaterial verfälscht, beteuerte er zum wiederholten Mal, Entlastendes sei herausgeschnitten worden, Ton und Bild würden laut einem Gutachten nicht zusammenpassen.

"Ich war ein Depp"

Das Video "hinterlässt einen furchtbaren Eindruck", räumte Strasser zwar ein, aber: "Da saßen drei Leute, die sich gegenseitig angelogen haben." Dass er allein und verdeckt recherchiert habe, sei ein Fehler gewesen, wisse er heute. "Ich war ein Depp. Doch im Nachhinein ist man immer klüger", meinte der Ex-Innenminister. Er habe aber die Konsequenzen gezogen, sei als EU-Abgeordneter zurückgetreten und habe seine ÖVP-Mitgliedschaft ruhend gestellt. Einen Rauswurf aus der Partei wies er zurück: "Nochmals, die Mitgliedschaft ruht. Ich habe keinen Brief erhalten, dass ich aus der Partei ausgeschlossen wurde", wird Strasser zitiert. Die vergangenen 18 Monate seien aber "die reinste Hölle" gewesen. (APA, 13.9.2012)

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"Ich war ein Depp!"

Das Verbum sollte im Präsens statt im Präteritum stehen und das Substantivum kann jeder Leser beliebig substituieren.
Tipps zur Auswahl: Lügner / ehemaliger Abgeordneter / Politiker / Schwarzer / Umfärber / korrupter Mandatar / Angeklagter etc.

Na klar

... ein Verdeckter Ermittler im Dienste des Allgemeinwohls. Um uns allen Steuergeld zu sparen hat er selbst die Ermittlungen aufgenommen und jetzt wird er auch noch dafür angepatzt.

Was raucht der eigentlich so zwischen seinen LSD Trips das der meint irgendwer kauft ihm das ab?

Um seine Glaubwürdigkeit zu steigern, sollte er sich vielleicht öfter mal in dieser Pose

http://youoffendmeyouoffendmyfamily.com/wordpress... y_bond.jpg

ablichten lassen.

man muss sich schon fragen, wie so eine intellektuelle nullnummer wie dieser letztklassige, schleimige schmierenkomödiant jemals einen doktortitel ergattern konnte...

oder ist der gekauft? wunder wärs ja wirklich keines, wenn man strassers moralische werte so betrachtet...

eigentlich wäre er bei der fpö besser aufgehoben, dort ist dummheit ja geradezu ein muss!

Deppart sein ...

hat auch schon anderen Würdenträgern etwa aus dem schönen Kärntnerland geholfen der Justiz zu entgehen ;-)

Glaubt der Ernsti, dass ihm "Depp" zu sein hier wirklich hilft?

Wieso war?

Wer sagt da

Ich war ein Depp?
Ernsti, bleib so, wie Du bist!

Die vergangenen 18 Monate seien aber "die reinste Hölle" gewesen.

Ich hoffe, der Rest seines Lebens auch !!!

TO RICH FOR JAIL

:-)

Ich war ein Depp...

..., dass ich mich hab erwischen zu lassen!

Die Ergänzung hat er vergessen.

Ansonsten glaub ich ihm kein einziges Wort.

Und bevor ich es vergesse: Immer wenn ich den seh, lauf ich in Gefahr, dass mir mein letztes Essen aus dem Gesicht fällt. Der Typ ist der Prototyp eines schleimig-schmierigen Politikers.

wieso...

....war??

zu welcher zeit

wieso: war?

"Da saßen drei Leute, die sich gegenseitig angelogen haben."

Drei?

Zählen kann er wohl erst ab 100000 ...

2 Journalisten, 1 Strasser?

Ist zwar schön, wenn es ein Ziel gibt auf das man sich gemeinsam einschießen kann, man sollte sich dabei aber nicht selbst diffamieren.

Was heisst "war"...

Wenn Strasser entsorgt wird, dann könnte das der erste Dominostein sein,

der uns Koffer alle der Reihe nach umwirft.

Nachdem er freigesprochen wurde kann er dann in Hollywood Karriere machen. Keiner spielt den korrupten Politiker glaubwürdiger als er.

ich habe 0,00% sympathie für herrn strasser, aber

ich frag mich, warum wird es so selbstverständlich hingenommen wenn dienstliche/vertrauliche informationen einer behörde bereits vorab in manchen zeitschriften zu finden sind.

es geht hier NICHT um druckausübung durch die medien als vierte gewalt im staat auf politisch motivierte bremsmanöver - das verfahren läuft ja bereits und die anklage ist fix.
das ist keine demokratische notwehr mehr um zu verhindern, dass die politisch weisungsgebundenen behörden schlafen geschickt werden.
das ist sensationsgeilheit und profitgier.

ein reim aus meiner kindheit: zuwenig und zuviel, das ist aller narren ziel.

hallo hr. strasser. löschen sie bitte das 'war' aus ihrer aussage. das ist dann zeitloser.

Wieso eigentlich war?

Die Lächerlichkeit dieser Aussage wäre eigentlich der FPÖ würdig.
Das hat schon Hump-Dump-Niveau...

"Ich habe volles Vertrauen in die Justiz"

Au weh. Wenn der ÖVP Mann Strasser sowas zu seiner ÖVP Parteifreundin Karl sagt, kann man davon ausgehen, dass es zu keiner Anklage kommen wird - die weisungsgebundene Staatsanwaltschaft als verlängerter Arm der ÖVP.

Wieso ist der noch nicht im Häfn?

Cool, morgen raub ich eine Bank aus!

Wenn sie mich erwischen, dann hab ich verdeckt ermittelt, ob mein Erspartes auch sicher ist auf dieser Bank.

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