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vergrößern 500x355Die Postkarte zum Projekt.
vergrößern 700x476Bäckeralltag im Salzburg der 1930er-Jahre.
"Wenn ein alter Mensch stirbt, ist es, als ob eine ganze Bibliothek verbrennt", lautet ein Sprichwort. Ein neues Dokumentationsprojekt in Salzburg versucht, die Geschichten und Geschichte jener Salzburgerinnen und Salzburger zu dokumentieren, die den größten Teil ihres Lebens bereits hinter sich haben. Das Projekt mit dem Titel "Das war unsere Zeit! Eine Generation erinnert sich" wurde vom Salzburger Bildungswerk initiiert.
Im Laufe des Jahres 2013 sollen in ganz Salzburg die Geschichten alter Menschen in Form von Interviews und Videoaufzeichnungen dokumentiert werden. Der Fokus liegt dabei auf den Geburtsjahrgängen vor 1933. "Keine Generation davor hat so viele Veränderungen miterlebt wie die der jetzt über 80-Jährigen", so Alfred Berghammer, Initiator des Projektes. Er leitet den Arbeitskreis Seniorenbildung im Salzburger Bildungswerk.
Insgesamt sollen mehr als 200 Seniorinnen und Senioren befragt werden. In jeder der 119 Gemeinden des Landes Salzburg wolle man mindestens zwei Zeitzeugeninnen oder Zeitzeugen einbinden, so die Initiatoren. Wie sah es in der Gemeinde früher aus? Wie arbeiteten die Menschen? Welchen Schulweg mussten Kinder um 1935 zurücklegen? Und was hat sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert? Das Projekt will die Erinnerungen alter Menschen nützen, um etwas über die Zeit festzuhalten, in der sie jung waren.
"Möglichst viele ältere Menschen sollen hinsichtlich ihrer Biografien aktiviert werden, das Erzählte soll durch örtliche Archive, Chroniken, Stadt- und Landesarchiv dokumentiert und diese Art der Geschichtsspeicherung in Gemeinden verankert werden", so Projektkoordinatorin Stefanie Walch.
Um die Initiative bekannt zu machen, werden den Befragungen sogenannte Erzählcafés in ganz Salzburg vorangehen. Im ungezwungenen Rahmen können alte Menschen dort aus ihrem Leben berichten. "Hauptaugenmerk soll dabei nicht auf die gesamte Lebensgeschichte einer Person gelegt werden, sondern auf die Lebensumstände", so Walch. Man sei vor allem an Schilderungen zu Schule, Arbeit, Wohnen, Kleidung, Festen und Bräuchen interessiert. (Lisa Mayr, derStandard.at, 13.09.2012)
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