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Land in Sicht? Für die Italiens Industrie noch nicht.
Rom - Nachdem die Staatsschuld in Italien im Juni ein Rekordhoch von 1.972 Milliarden Euro erreicht hatte, sank sie im Juli auf 1.967 Milliarden, berichtete die italienische Notenbank am Donnerstag. Es handelt sich um den ersten Rückgang der Staatschuld seit Februar.
Positive Nachrichten erhielt die Regierung auch vom Steueramt. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres stiegen die Steuereinnahmen um 3,6 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2011. Dies entspricht einem Plus von 7,7 Milliarden Euro. Allein im Juli seien die Steuereinnahmen um 10,6 Prozent geklettert, was vier Milliarden Euro entspricht.
Italiens Industrielle sehen indes kein Ende der Rezession und warnen vor den Auswirkungen der Krise auf die italienische Wirtschaft. "Die Auswirkungen der Rezession auf Italiens Bruttoinlandsprodukts (BIP) mit einem Rückgang von 6,9 Prozent seit dem dritten Quartal 2007 sind stärker als jene des Ersten Weltkrieges", heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des Forschungszentrums des italienischen Unternehmerverbands Confindustria. Die Auswirkungen der Krise seien zwar geringer als jene des Zweiten Weltkrieges, als in Italien das BIP um 45 Prozent zurückgegangen war, sie werden jedoch länger andauern, geht aus dem Bericht hervor.
Confindustria bestätigte seine Prognosen für das Gesamtjahr 2012. Die Industriellen gehen von einem BIP-Rückgang im laufenden Jahr von 2,4 Prozent aus. Sie verschlechterten jedoch die Prognosen für 2013. Im laufenden Jahr rechnen sie mit einem BIP-Rückgang von 0,6 Prozent. Bisher waren sie noch von einem Minus von 0,3 Prozent ausgegangen. "Die Rezession verlängert sich, und mit Aufschwung ist voraussichtlich erst im kommenden Frühjahr zu rechnen", hieß es im Bericht.
Laut der Prognose des Industrieverbands wird Italien das Ziel erreichen, bis Ende 2013 einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Bis Ende 2012 werde das Defizit 0,7 Prozent betragen und 2013 auf 0,2 Prozent des BIP sinken.
Die Industriellen warnen vor den Auswirkungen der Krise auf die Beschäftigung. Zwischen dem zweiten Quartal 2011 und dem Vergleichsquartal 2012 sei die Zahl der Arbeitslosen um 758.000 Einheiten gestiegen. Bis Ende 2013 werde die Zahl der Arbeitslosen und der Arbeitnehmer in Kurzarbeit auf 13,9 Prozent steigen. Ende 2012 waren es noch 12,8 Prozent.
Die Industriellen schlagen wegen des dramatischen Konsumrückgangs im laufenden Jahr Alarm. Bis Jahresende werde der Konsum um 3,6 Prozent schrumpfen und 2013 ein Niveau wie im Jahr 1997 erreichen. Die Ausgaben der Familien werden im Gesamtjahr 2012 um 3,2 Prozent und 2013 um 1 Prozent fallen. "Es handelt sich um den stärksten Rückgang seit der Nachkriegszeit", warnt Confindustria. (APA, 13.9.2012)
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