Apples neuer Connector "schlecht für Konsumenten, gut für Handel"

Für Kunden ist der neue Anschluss ein Ärgernis, für den Handel allerdings eine Belebung

Wie erwartet ist mit dem iPhone 5 ein neuer Connector eingeführt worden. "Lightning" nennt sich der neue Anschluss, mit dem Apples neues Smartphone an das Stromnetz bzw. an den Computer angeschlossen werden kann. Dieser Anschluss bereitet vor allem jenen Kopfzerbrechen, die seit Jahren Apple-Produkte verwenden.

Hersteller von Sound-Systemen

Apple selbst bezeichnet den "Lightning"-Anschluss als langlebiger, wie das Wall Street Journal berichtet. Auf Dauer könnten Kunden eventuell auch durch die Auswechselbarkeit des Steckers angetan sein. Wer definitiv nicht begeistert sein wird, sind die Hersteller von Sound-Systemen und Workout-Equipment.

Hotelzimmer-Problem

Auch Hotelbetreiber, die diese Systeme verwenden, haben ihr Problem mit dem Connector. Michael Mueller, Betreiber der Hotelkette NYLO in Dallas, sagt gegenüber dem Wall Street Journal, dass er erst vor kurzem 600 Hotelzimmer mit Dockingstationen für das iPhone ausgestattet hat. Die Entscheidung, ob er diese behält oder verwerfen wird, hat er noch nicht gefällt. Die Möglichkeit diese Stationen mit einem Adapter auszustatten, zieht er ebenfalls in Erwägung. Da besteht allerdings die Gefahr, dass diese von Hotelgästen mitgenommen werden. Vielleicht werden, so Mueller, iPhone-User mit der Zeit auch den Adapter von selbst überall hin mitnehmen.

"Made for iPhone"-Accessoires

29 US-Dollar wird der Adapter kosten, ein Ärgernis für viele Kunden. Apple allein ist für 20 Prozent der 36 Milliarden Dollar an Verkäufen von Smartphone-Accessoires verantwortlich. Schließlich verdient Apple auch kräftig an "Made for iPhone"-Accessoires mit, denn kostenlose Standards wie Mikro-USB verwendet das Unternehmen nicht. Um europäischen Gesetzen zu entsprechen, wird es allerdings immerhin laut Engadget einen Adapter um 15 Euro geben, der von Mikro-USB auf Lightning überleitet.

Unsicherheit bei Herstellern

Mobilfunker könnten jetzt auch kräftig am Accessoire-Verkauf mitverdienen, schätzen Analysten. Hersteller von Workout-Equipment wie Icon Health & Fitness sind sich noch nicht sicher, wie sie sich der neuen Situation stellen werden. Das Unternehmen hat ein großes Repertoire an Zubehör für Fitness und Workout, 10 Prozent davon sind für das iPhone optimiert.

Gut für Handel

Für den Elektronik-Handel wird dies jedenfalls wieder größere Umsätze bedeuten. Mike McCord von RadioShack ist überzeugt, dass sich viele User neue Lautsprechersysteme, Ladegeräte für das Auto und weiteres Zubehör kaufen werden, die mit Apples Connector kommunizieren. "Für Konsumenten ist das ärgerlich", so McCord, "für den Handel ist es aber gut". (red, derStandard.at, 13.9.2012)

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