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Octopus in kleinen Scheiben: Bruckenbergers Aufwärmrunde im Mare.
Mare
Zieglergasse 15
1070 Wien
01 523 74 94
Zwei Vorspeisen, Bistecca, ein Dessert, Wasser, Wein, Sozi, Kaffee: 110,80, davon 57 für das Rind.

Funky Porcini, quasi. Und erfreulich fleischig.

Das erste Stück, vielleicht ein bisschen forsch vom Herrn Ober eingesalzen. Aber sonst: ziemlich perfekt.

Bistecca für zwei, abzüglich der ersten beiden Stücke. Selbst das Fett ein Traum. Ein fetter halt.

Sieht ein bisschen aus wie ein nicht so beliebtes Tier: Was von der Bistecca übrig blieb.

Profiterolesgier erfasste auch den Bruckenberger. Er schien sehr, sehr zufrieden.
Hans Brenner lebt. Kaum ist der Fleischhacker weg und der Brenner, also der Nowak, Chefredakteur beim geschätzten Mitbewerb. Wusst ich's doch, dass der Nowak nicht nur einfach essen kann, ohne darüber zu schreiben. Noch verschämt unter "hb". Vorigen Sonntag behauptete er noch, nur quasi als eingesprungener Aushilfskellner, weil ein versprochener Text für die Rubrik nicht eingelangt wäre. Diesen Sonntag schrieb "hb" schon wieder, über Grünauer und Meixner, klassisch.
Von wegen also: Nowak überlässt die Gastrokritik ganz drei Frauen (und, btw, braucht es nach Ansicht des neuen Chefredakteurs gar drei Frauen, um einen Nowak auszugleichen?) und isst nur noch, findet gar endlich sowas wie einen Stammwirten (als hätte er nicht schon Grünauer, Meixner, Fabios und so fort). Welcome back! Wenn ich mir diese Begrüßung als außer Konkurrenz ordinierender, bisweilen auch einfach org dinierender Dilettant zusteht.
Siebentausend Rinder
Wobei: Wenn Sie jetzt glauben, der Brenner ist zurück und der Fidler rennt sofort seinen Empfehlungen nach - der Eindruck täuscht. Es war nämlich so: Der Bruckenberger brauchte wieder Fleisch. Zu lange schon lagen Rocky Docky, St. Ellas und Frank's zurück, auch sein Solotrip ins Capotosta war längst verdaut. Also frag ich den Kollegen Corti, was er mir zum Thema Fleisch so raten kann. Bruckenberger summte in der Zwischenzeit schon - welch Wortspiel! - Schlachtgesänge, von denen "Siebentausend Rinder" noch der harmloseste war. Ich sage nur: "Aridijeih - aridijeih - aridijeih - immerzu lauter Ochs, lauter Kuh!"
Alles war vorbereitet für die Umsetzung dieses schönen Mottos, da sagte uns Frau Wirtin ab. Ein Problem mit dem Auto, so verstand ich die kurzfristige Ausladung. Wir wollten eh keinen Shuttleservice, weder für uns noch für das Rind, aber die gute Frau wird schon wissen, wo das Problem liegt. Gut, dass Corti noch einen zweiten Hinweis hatte: Das Mare in der Zieglergasse. Die Bistecca aus dem Pizzaofen the meat to beat, quasi. Habe ihm jemand begeistert erzählt. Ich kann ausschließen, dass der Informant Brenner war. Auch wenn das Alter Ego seine publizistische Wiederauferstehung kurz darauf genau mit dieser Bistecca aus genau diesem Pizzaofen feierte.
Fleischiges Fleisch, fleischiger Pilz
Zum Punkt: Auf den war das T-Bone gegart, fanden Bruckenberger, mein Riesenschnauzer und ich. Wäre Bruckenberger nicht von so ausgefeiltem Benehmen, ich könnte jetzt schreiben, er schmatzte glücklich, dass er das Rinderviertel hier in unserem Langzeitversuch am Hornvieh klar auf einem prächtigen Rang zwei hinter dem Flank Steak im St. Ellas sieht. Bis auf das Schmatzen berichte ich aber vollkommen authentisch, und weder ich noch mein Riesenschnauzer könnten überzeugt widersprechen. Ungemein fleischig, fand ich, und Sie diese Beschreibung für ein Stück Fleisch vermutlich recht albern.
Bruckenbergers Oktopus-Carpaccio vorweg war im Grunde ohne Fehl und Tadel. Meine gegrillten Steinpilze (auf ein bisserl Rucola) aber definitiv die bessere Wahl - auch die übrigens eindrucksvoll fleischig, fand ich, aber halt natürlich anders fleischig. Hätten Sie jetzt nicht gebraucht, diese Erklärung? Dacht ich mir schon beim Schreiben.
Sehr sympathisch übrigens auch, dass das Mare in der Zieglergasse nach hinten immer chicer wird. Die Raucher haben's schon recht modern. Und wer dann auch noch muss, der staunt, wie ein erfreulich rustikal-einfaches* Lokal quasi an seiner Kehrseite so aufdrehen kann.
Wo wir schon beim Aufdrehen sind: Damit der Bruckenberger seinen abgedrehten Schlachtgesang endlich richtig ausleben kann, gehen wir jetzt, hartnäckig wie wir sind, auch noch in den ersten Tipp vom Corti. Bleiben Sie dran. Demnächst in dieser kleinen, dreckigen Siebentausendrinderfarm.
*Pst: Fast hätt ich räudig geschrieben, aber da glaubt einem keiner, dass man das positiv meint, vor allem der Wirt nicht, und dann Ciao, Bistecca, Ciao, Bistecca Ciao, Ciao Ciao!
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wenn sie diesen ausdruck noch mit "diskursiv", "hybrid", "post(setzen sie hier das eigenschaftswort ihrer wahl ein)" o.ä. kombinieren und alles ordentlich durchschütteln, kommt ein passender schwurbel raus.
warum nicht mal etwas mehr gemüse? es ist doch lange bekannt, dass die meere überfischt sind, fleisch ungesund ist und ökologisch gesehen ein riesiger energieaufwand ist (noch dazu ganz abgesehen vom leid der tiere).
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