Teamchef Viveiros hat seinen Stamm gefunden

  • Manny Viveiros will in der A-Gruppe bleiben.
    apa-foto: helmut fohringer

    Manny Viveiros will in der A-Gruppe bleiben.

Klassenerhalt bei der A-Weltmeisterschaft das Ziel - Tür für Ulmer offen, vielleicht auch für Setzinger

Wien - Mit dem Jubiläumsspiel gegen Deutschland startet Manny Viveiros am Dienstag (19.15 Uhr) in seine zweite Saison als Teamchef der österreichischen Eishockey-Nationalmannschaft. Sein erstes Jahr wurde mit dem Aufstieg in die A-WM erfolgreich abgeschlossen, in dieser Saison stehen im Frühjahr mit der Olympia-Qualifikation im Februar in Deutschland und der A-WM im Mai in Helsinki zwei Höhepunkte auf dem Programm. Im Interview sprach der 46-jährige Austro-Kanadier über den Stand der Entwicklung und seine Pläne für 2012.

Wie schaut das Resümee nach dem ersten Jahr aus? Wie sehen Sie die Fortschritte der Mannschaft?

Viveiros: "Ich finde es sehr positiv. In Laibach haben wir mit einer jungen Mannschaft gespielt. Erfahrung sammeln war für diese Spieler das Ziel. Ich war ein bisschen überrascht, dass wir so gut gespielt haben. Viele waren erstmals bei der Mannschaft und hatten so einen Druck. Das war eine Lernphase, im Februar können sie diese Erfahrung nützen."

Wie muss der nächste Schritt ausschauen?

Viveiros: "In der A-Gruppe zu bleiben ist das Ziel. Wir haben eine gute Chance, wenn wir Vertrauen haben. Wir spielen gegen gute Gegner, haben vor jedem Respekt, aber vor keinem Angst."

Wo muss man sich noch entwickeln, wo sehen sie noch Potenzial?

Viveiros: "Bei der Entwicklung ist es für mich wichtig, was wir bei der U15 und der U16 machen. Da ist die Entwicklung der Zukunft, dass wir mehr Spieler entwickeln. Und dass wir im A-Team nicht mehr nur 40 Spieler haben, sondern vielleicht 100. Wir wollen bei den Senioren mehr junge Spieler einbauen."

Sie hatten eine junge Mannschaft mit vielen Neulingen. Ist das jetzt der Stamm, planen sie andere Spieler einzubauen?

Viveiros: "Ich kann nicht wirklich sagen, wer oder wer nicht Kandidat ist. Es kann viel passieren bis Februar. Wir haben so wenige Leute, die auf A-Niveau spielen können. Daher sind alle Spieler ein Thema. Wir müssen schauen, wer im Februar gesund ist, dann treffen wir eine Entscheidung. Die Identität wollen wir mitnehmen: jeden Tag hart arbeiten und gut eislaufen."

Gilt das auch für Stefan Ulmer (Anm.: wurde in Laibach nach harter Kritik heimgeschickt)?

Viveiros: "Ich hatte im Sommer ein Gespräch mit ihm. Alle jungen Menschen machen Fehler, er weiß ganz genau, welchen Fehler er gemacht hat. Ich bin der Meinung, man muss ihnen eine zweite Chance geben. Zu dieser Zeit mussten wir eine Linie halten, das (was er gesagt hat) war gegen unser Konzept und unsere Mannschaft. Wir haben gut reagiert, aber Stefan ist in Zukunft sicher ein Thema."

Und Oliver Setzinger (Anm: er wurde nach Kritik 2011 vom Verbandsvorstand aus dem Nationalteam ausgeschlossen)?

Viveiros: "Ich habe mit Setzinger ein bisschen gesprochen. Wir schauen, was in Zukunft passiert. Ich kann nicht Ja oder Nein sagen."

Das ist ja nicht nur Ihre Entscheidung. Haben Sie schon mit der ÖEHV-Spitze gesprochen?

Viveiros: "Das ist eine Frage für andere Leute. Jeder Spieler ist ein Kandidat, mehr will ich derzeit nicht sagen".

In der EBEL gibt es zwei neue österreichische Vereine, aber weiter sehr viele Legionäre. Wie sehen Sie diese Entwicklung?

Viveiros: "Wovor ich ein bisschen Angst habe ist, wieviel Eiszeit die heimischen Teamspieler bekommen. Bekommen sie Powerplay-Zeit, spielen sie Unterzahl, wieviele Minuten, das ist für mich sehr wichtig. Unsere Leute müssen diese Situationen spielen. Wir brauchen mehr heimische Spieler in unserer Liga, aber das ist mehr ein Punkt von den Clubs. Aber wir haben meiner Meinung nach zu viele Ausländer."

Einige junge Spieler wie Komarek oder Obrist sind aus dem Ausland (Schweden und Schweiz) nach Österreich gewechselt. Wie sehen Sie das?

Viveiros: "Wenn sie aus dem höchsten Niveau in Schweden zurückkommen, ist das ein Kompliment für sie, dass sie auf diesem Niveau gespielt haben. Wir haben viele gute Spieler, das Problem ist die Masse. Man muss das individuell sehen. Die Frage ist, wieviel Eiszeit sie dort bekommen. Wenn sie viel Eiszeit bekommen, dann gut, wenn sie auf der Bank sitzen, bringt es auch nichts." (APA)

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