Dengue-Fieber nimmt dramatisch zu

30. Juni 2003, 21:01
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Die durch Insekten übertragene Krankheit kommt auch in vielen Reiseländern vor

Berlin - Dengue-Fieber, eine durch Stechmücken übertragene Krankheit, grassiert in vielen außereuropäischen Ländern. Forscher berichten, dass immer mehr Touristen die Krankheit als ungewolltes Urlaubssouvenir mitbringen. In den meisten Fällen ist das Fieber relativ harmlos. Doch kann die Krankheit für einige Menschen auch tödlich enden - nämlich dann, wenn sich aus dem Dengue-Fieber ein hämmorhagisches Fieber entwickelt. Experten warnen jedenfalls vor der immer weiteren Ausbreitung der Krankheit, berichtet die Medical Tribune in ihrer jüngsten Ausgabe.

Dunkelziffer

Registrierte das Berliner Robert Koch Institut im Jahre 2001 insgesamt 60 Fälle von Dengue-Virus-Infektionen, waren es im Jahr 2002 über 230. In diesem Jahr beobachtete man auch in den von Deutschen gern bereisten Dengue-Endemiegebieten wie Südostasien, dem westlichen Pazifik sowie Mittel- und Südamerika eine besonders hohe Inzidenz in der einheimischen Bevölkerung.

Da bei Reiserückkehrern mit kurzen Fieberanfällen oft keine Untersuchung auf das Dengue-Virus durchgeführt wird, dürfte die Dunkelziffer höher liegen. Insgesamt sind den Forschern heute vier Serotypen der Erkrankung bekannt. Das Fieber wird durch den Stich der Mücke Aedes aegypti übertragen, die hauptsächlich tagaktiv ist.

Nach zwei- bis zehntägiger Inkubationszeit kommt es in den meisten Fällen zu einem leichten grippalen Infekt. Zehn Prozent der Betroffenen leiden an hohem Fieber mit starken Kopf- und Gliederschmerzen. In seltenen Fällen kann die Krankheit zum gefürchteten Dengue-hämorrhagischen Fieber (DHF) und dem Dengue-Schock-Syndrom führen. Diese treten vor allem bei Kindern unter 15 Jahren und nach Zweitinfektionen mit einem anderen Serotyp auf.

22.000 Todesfälle jährlich

Dengue-Fieber kommt heute in über 100 subtropischen und tropischen Ländern vor. Geschätzte 50 Mio. Krankheitsfälle treten pro Jahr auf. Die WHO geht von jährlich 22.000 Todesfällen weltweit aus. Betroffen sind in erster Linie städtische und semi-urbane Gebiete. Vor 1970 war die DHF-Form der Erkrankung in nur neun Staaten der Welt bekannt. Experten warnen Reisende sich vor Insektenbissen zu schützen.

42 Prozent der Deutschen, die Dengue-Fieber mitbrachten, waren in Südostasien auf Urlaub. In der Zwischenzeit warnen WHO-Experten aber davor, dass das Virus auch von der Stechmücke Aedes albopictus übertragen werden kann. Diese lebt auch in den USA, in Teilen Europas und verschiedenen lateinamerikanischen und karibischen Ländern. Die WHO geht davon aus, dass unsachgemäße Entsorgung von Abfall, insbesondere Autoreifen und Plastikflaschen, in denen sich kleine Wasserreservoirs bilden, der ideale Nährboden für die Mücken ist. (pte)

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