Junges, schwieriges Verfahren

30. Juni 2003, 20:35
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James A. Thomson von der US-Universität Wisconsin hatte 1998 im Wissenschaftsmagazin Science erstmals über die Erzeugung menschlicher Stammzelllinien aus "überzähligen" Embryonen berichtet. Das sind jene Embryonen, die bei der künstlichen Befruchtung nicht in die Gebärmutter der Frau eingepflanzt werden und je nach Rechtslage zu Forschungszwecken verwendet werden dürfen (USA) oder nach einem Jahr vernichtet werden müssen (etwa in Österreich).

Derartige Stammzellen teilen sich beliebig unter Wahrung ihrer Pluripotenz (sie können sich in die verschiedenen Zelltypen weiterentwickeln). Sie können während Monaten, teils Jahren in Kultur gehalten werden. Ein Teil davon wird für weitere Vermehrung benötigt, der andere für Forschungen genützt.

Herstellung schwierig

Die Herstellung von solchen Stammzelllinien ist äußerst schwierig, womit es nicht nur eine Frage der jeweiligen Rechtsgrundlagen ist, wo derzeit Stammzelllinien für die internationale Forschung bereitstehen (etwa für den Import nach Deutschland, wo zwar die Herstellung embryonaler Stammzellen verboten ist, nicht jedoch die Forschung damit). Derzeit existieren mindestens 64 derartige Stammzelllinien, die meisten in den USA. Daneben auch in Schweden, Australien, Israel und Indien, in Großbritannien wird daran gearbeitet.

Zur Gewinnung embryonaler Stammzellen werden menschliche Embryonen im frühen Entwicklungsstadium genommen - jenes Gebilde, das sich in fünf Tagen nach der Befruchtung einer Eizelle entwickelt hat (siehe Foto). Dieses wird zerteilt, aus einem "Blastozyst" genannten Teil werden die Stammzellen entnommen. (fei/DER STANDARD, Printausgabe, 1.7.2003)

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