Sicherheitsbeamte auf US-Flughäfen stehlen aus den Koffern

30. Juni 2003, 19:43
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Gepäckkontrollen auf den Flughäfen der USA sollen die Passagiere eigentlich vor Bomben der Terroristen schützen

Washington - Bei den Gepäckkontrollen auf US-Flughäfen greifen offenbar einige der Sicherheitsbeamten zur "Eigenversorgung" in die Koffer. Seit die US-Luftfahrtsicherheitsbehörde vor sechs Monaten offiziell empfohlen hat, Fluggepäck nicht abzusperren, damit der Inhalt händisch überprüft werden kann, sind Tausende Beschwerden wegen Beschädigungen oder Diebstahl erhoben worden. Vor kurzem wurden am Flughafen von Miami zwei Mitarbeiter festgenommen, ihnen wird Diebstahl aus dem Gepäck vorgeworfen.

Auch am New Yorker John-F.-Kennedy-Flughafen wurde Passagieren Schmuck und Geld aus den Koffern gestohlen. Im März war dort ein Kontrollor verhaftet worden, er soll Fluggäste um Tausende Dollar erleichtert haben.

Juwelen von Lili Kim wieder aufgetaucht

Die am vorigen Wochenende am Kennedy-Flughafen entwendeten Diamanten der Rap-Musikerin Lil Kim sind nach Angaben ihres Anwalts am Freitag gefunden worden. Die Juwelen im Wert von 219.000 Euro) waren in der Garderobe von Sicherheitsbeamten aufgetaucht.

Auf vielen amerikanischen Flughäfen sind die Passagiere nicht anwesend, wenn ihr Gepäck geöffnet und der Inhalt auf mögliche Bomben händisch kontrolliert wird. Die Kontrollore selbst werden dabei nicht (zum Beispiel durch Videokameras) beaufsichtigt, berichtet die Washington Post.

Beamte noch auf Vorstrafen zu überprüfen

Nach dem Terroranschlag vom 11. September 2001 hat die US-Luftfahrtbehörde Tausende Sicherheitsbeamte eingestellt. Deren Überprüfung auf mögliche Vorstrafen sei noch nicht abgeschlossen, räumte ein Sprecher dieser Behörde ein.

Konsumentenschutzgruppen raten den Fluggästen, keine Wertgegenstände im Fluggepäck mitzunehmen. Schadenersatzzahlungen von US-Fluglinien sind auf 2500 Dollar (rund 2190 Euro) begrenzt. (APA)

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