Verkehrsbüro sieht noch keine Trendwende am Reisemarkt

30. Juni 2003, 19:21
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Stabilisierung der Vorjahresergebnisse angepeilt - Projekte in Prüfung

Wien - Das Österreichische Verkehrsbüro (ÖVB), größtes Tourismusunternehmen des Landes, sieht im Reisesegment zurzeit wenig Chancen, an frühere Wachstumsraten anzuschließen. "So viele negative Aspekte wie heuer gab es noch nie", sagte ÖVB-Chef Rudolf Tucek bei der Bilanzpräsentation am Montag. Wegen der anhaltenden Konjunkturflaute, der Angst vor Terroranschlägen und Stichworten wie Sars und Ferienordnung sei ein Halten der letztjährigen Ergebnisse schon ein Erfolg.

Im Verkauf von Österreich-Urlauben an ausländische Gäste (Incoming) rechnet Tucek heuer mit einem leichten Plus. Hingegen sei bei Auslandsreisen (Outgoing-Markt) nicht zuletzt wegen des Preisverfalls bei den Flugtickets ein Umsatzrückgang von fünf Prozent wahrscheinlich.

Wegen des aufgrund der Ferienordnung heuer im August zu erwartenden Hauptansturms deutscher Urlaubsgäste auf Österreich sei nicht abschätzbar, wie die Bilanz im Juli und September ausfallen werde. Auffällig sei, dass signifikant weniger Buchungen aus Italien eingingen, was zum Teil mit Ängsten vor der Lungenkrankheit Sars zu tun habe. Die italienische Regierung hatte wegen Sars generell vor Auslandsreisen gewarnt. Trotz der schwierigen Marktsituation will das Verkehrsbüro weiter expandieren. "Wir prüfen derzeit Projekte in Kroatien, Italien und Polen", sagte Tucek. Bei dem im Aufbau befindlichen Hotel-, Konferenz- und Eventcenter in Guggenthal nahe der Stadt Salzburg werde Ende August der Baubeginn erwartet.

Im Vorjahr hat das ÖVB mit rund 2100 Mitarbeitern einen Konzernumsatz von 559,3 Prozent erzielt, ein Plus von 3,5 Prozent. Der Gewinn (EGT) gab um 9,2 Prozent auf 13,5 Mio. Euro nach. (DER STANDARD Printausgabe, 1.7.2003, stro)

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