Weltsicherheitsrat erörtert Truppeneinsatz

30. Juni 2003, 18:02
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Annan: USA sollen Führung einer multinationalen Mission übernehmen

New York/Abidjan - Nach dem eindringlichen Appell von UNO-Generalsekretär Kofi Annan, im afrikanischen Bürgerkriegsland Liberia einzuschreiten, erörtert der Weltsicherheitsrat jetzt einen internationalen Truppeneinsatz. Das höchste UNO-Gremium wollte noch am Montagabend in New York zu Beratungen hinter geschlossenen Türen zusammenkommen, teilte ein UNO-Sprecher mit. Annan hatte den Sicherheitsrat am Samstag schriftlich aufgefordert, umgehend zu handeln.

Derweil versucht Annan Washington dazu zu bewegen, die Führung einer multinationalen Mission zu übernehmen. Die Organisation westafrikanischer Länder hat bereits mehrere tausend Soldaten für den Einsatz in Liberia versprochen, ihre Zusage aber an die Beteiligung der USA geknüpft. Bisher hat sich die Regierung in Washington nicht offiziell zu den Erwartungen geäußert.

Verzicht auf Kindersoldaten erklärt

Liberias größte Rebellengruppe will unterdessen nach eigenen Angaben auf Kindersoldaten verzichten. Alle Kommandanten, die künftig Bewaffnete unter 18 Jahren einsetzen, müssten mit Strafe rechnen, teilte die Gruppe Vereinigte Liberianer für Versöhnung und Demokratie (LURD) am Montag in einer Erklärung mit. Die minderjährigen LURD-Soldaten sollten ihre Waffen niederlegen und die Kampftruppen verlassen. Damit trage die LURD der UNO-Charta für Kinderrechte Rechnung. Internationale Menschenrechtsgruppen hatten sowohl die Rebellen als auch die Regierungstruppen wegen des Einsatzes von Kindersoldaten kritisiert.

Die LURD-Rebellen lieferten sich in den vergangenen Wochen heftige Gefechte mit den Truppen des liberianischen Präsidenten Charles Taylor. Derzeit kontrollieren die Rebellen vier Fünftel des vom Bürgerkrieg zerrütteten westafrikanischen Staates. (APA/dpa)

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