Gefahr durch Minen

30. Juni 2003, 17:07
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Schweizerische Stiftung für Minenräumung: Die Räumung im Irak dürfte zwischen 10 und 20 Jahre dauern

Bern - Die Minenräumung im Irak dürfte nach Einschätzung des Direktors der Schweizerischen Stiftung für Minenräumung (FSD), Ian Clarke, zwischen 10 und 20 Jahre dauern. Die in Genf ansässige Stiftung kämpft vor allem im Norden Bagdads auch mit hohen Außentemperaturen und Sicherheitsproblemen. Wegen der Hitze begännen die FSD-Teams ihre Arbeit bereits um fünf Uhr morgens, sagte Clarke am Montag in einem Interview mit der Schweizer Nachrichtenagentur sda. Der Irak gehört laut Clarke zu den am stärksten verminten Ländern der Welt.

Laut Clarke beseitigen die Experten der FSD auch immer noch Waffen der irakischen Armee und Munitionsrückstände. Wegen der Sicherheitsprobleme sei es aber nicht möglich, überall zu arbeiten. Auch die Kommunikation sei zum Teil schwierig. Die 15 internationalen Mitarbeiter hätten gerade erst 55 Iraker ausgebildet, die bereits bei der Entsorgung von Munitionsrückständen und bei der Entminung hülfen, so der FSD-Direktor. Bis Ende Juli sollen weitere 50 Personen hinzu kommen.

Arbeit vor Ort

Die Organisation ist laut Clarke im gesamten Irak tätig. Die Arbeit der FSD-Teams komme vor Ort gut an, da die Menschen auf diese angewiesen sind. Ohne Räumung von Minen und Munition könnten die Lieferungen des Welternährungsprogramms (WFP) nicht zu den Leuten gelangen. Die FSD hat in Zusammenarbeit mit dem Welternährungsprogramm (WFP) im April ein sechsmonatiges Programm über 5,6 Millionen Franken (3,60 Mio. Euro) begonnen.

In einer ersten Phase soll die Organisation vor allem die Lebensmitteldepots sichern. Laut Clarke kann es sein, dass das Programm bis Jahresende verlängert wird. Die irakische Armee habe eine große Zahl von Munitionslagern in Siedlungsgebieten hinterlassen. Oft befänden sich diese unter Gebäuden, in Schulen, Spitälern oder, wie in Basra, in der Nähe eines Lebensmitteldepots des WFP. Die Munitionsrückstände werden laut Clarke gesammelt und in ein Zentrum gebracht, in dem sie kontrolliert zerstört werden. Im Irak gibt es drei solche Entsorgungszentren. (APA/sda)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Minen bleiben im Irak eine große Gefahr für die Bevölkerung. Im Bild wird in Bagdad eine Entschärfung vorgeführt.

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