FV Werbung kritisiert Ausschreibungen nur für "exklusiven Kreis"

30. Juni 2003, 16:16
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Im öffentlichen Bereich - Zusätzlicher Gewerbeschein für Unternehmensberatung erforderlich, um teilnehmen zu können

Der Fachverband "Werbung und Marktkommunikation" kritisiert jüngste Praktiken bei der Ausschreibung öffentlicher Werbeaufträge und lässt dieses Vorgehen rechtlich prüfen. Für immer mehr Ausschreibungen sei "nur ein exklusiver Kreis an Agenturen teilnahmebefähigt", da zusätzlich eine Gewerbeberechtigung für "Unternehmensberatung und -organisation" gefordert sei (etat.at berichtete). "Das ist absurd", meinte Bundesobmann Walter Ruttinger heute, Montag, "denn damit werden 99 Prozent aller Werbeagenturen von der Teilnahme ausgeschlossen".

Spezielle Befähigungsprüfung

"Wenn dieses Beispiel Schule macht, können wir bei Aufträgen dieser Art zusperren", klagt Ruttinger. Während es sich bei Werbeagenturen um ein freies Gewerbe handelt, benötigt man für die Ausübung des Gewerbes "Unternehmensberater" eine spezielle Befähigungsprüfung. In der Praxis bedeute dies, dass Unternehmensberater sich "im Bedarfsfall von heute auf morgen einfach per Anmeldung eine Gewerbeberechtigung als Werbeagentur besorgen können". Umgekehrt sei dies allerdings nicht möglich.

"Kein nachvollziehbarer Grund"

Bei den genannten Ausschreibungen bestehe laut Fachverband "kein objektiv nachvollziehbarer Grund dafür, beide Nachweise zu fordern". Nach Auffassung des Fachverbandes handele es sich somit um eine "sachlich nicht gerechtfertigte Einengung des Bieterkreises". Da dies für die Werbebranche eine "existenzielle Frage" sei, werde der Verband künftig Ausschreibungen "von Spitzenjuristen prüfen lassen", so der Fachverband. (APA)

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Fachverband für Werbung und Marktkommunikation
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