Wer riskant fährt, soll auch zahlen

30. Juni 2003, 19:47
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VCÖ will Senkung der Kfz-Haftpflichtprämien für zuverlässige Autofahrer

Wien - Der Punkteführerschein könnte vielen österreichischen Autobesitzern niedrigere Kfz-Haftpflichtprämien bringen, erklärte der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) am Montag. Künftig sei es möglich, das individuelle Fahrverhalten stärker in die Berechnung einzubeziehen. "Wer keine Punkte hat, soll mit einer niedrigeren Prämie belohnt werden", sagte Wolfgang Rauh vom VCÖ.

Laut einer Studie der Organisation haben Lenker, mit mehr als vier nachgewiesenen Verkehrsverstößen innerhalb der vergangenen drei Jahre ein zehn Mal höheres Risiko, an einem tödlichen Verkehrsunfall beteiligt zu sein, als zuverlässige Autofahrer. Nach der Einführung des Punkteführerscheins könnten jene Personen, die durch ihr Fahrverhalten ein höheres Unfallrisiko haben, erkannt werden, sagte Rauh.

Wer riskant fährt, soll auch zahlen

"Wer riskant und gefährlich fährt, soll auch höhere Haftpflichtprämien zahlen; nicht erst, nachdem Unfälle verursacht wurden", meint Rauh. Unangepasste Geschwindigkeit sei für mehr als jeden dritten tödlichen Unfall verantwortlich, mit einer Promille steigt das Unfallrisiko auf das Siebenfache.

Vorbild Kalifornien

Vorbild für Österreich könnte laut Rauh Kalifornien sein. In dem US-Bundesstaat ist bei der Berechnung der Kfz-Haftpflichtprämie die Berücksichtigung des Punktekontos vom Führerschein gesetzlich vorgeschrieben. Zuverlässige Lenker haben den gesetzlichen Anspruch auf einen "Good Driver Discount".

Ohne Bewertung der immateriellen Schäden entstehen durch Verkehrsunfälle in Österreich Kosten in der Höhe von mehr als vier Milliarden Euro pro Jahr. Der Punkteführerschein würde dazu beitragen, diese Summe zu senken, sagte Rauh. (APA)

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