Trost in Zeiten der Wirtschaftskrise

30. Juni 2003, 19:00
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Die Hamburger Tomte auf Österreich-Besuch

Das hier ist die Welt, bitte sei stark.

Die Wirtschaftskrise hält das Land im Würgegriff, da ist zuviel Krebs in deiner Familie - und überhaupt: Wo wirst du heute schlafen?. Eigentlich ist es eine ziemlich deprimierende Welt, über die man sich in den schmutzigen Sekunden zwischen Schlaf und wach in die Bewusstlosigkeit grübelt.

Ein Wunder, dass man da nicht gleich das Handtuch wirft. Der einzige Ausweg, den das Hamburger Quartett Tomte (benannt nach einer Astrid Lindgren-Figur) bietet, ist - gaaaanz klassisch - natürlich die Liebe. Und vielleicht die Hoffnung, dass endlich einmal etwas länger als vier Jahre hält. Reicht das für ihre selbsterklärte Trostspendungsmission aus? Wer weiß. Aber gemeinsames Leiden tröstet ja auch irgendwie.

Irgendwo zwischen Tocotronic (den Vergleich müssen sie sich schon allein wegen Thees Uhlmanns lowtzowern zerdehnten Gesangs gefallen lassen) und R.E.M. kratzen die gemütlich klampfenden Gitarrenakkorde Tomtes jedenfalls alles an Positivem zusammen, was der Krise trotzen kann. Mit auf Tour ist neben Timo Bodenstein am Schlagzeug und Bassist Oliver Koch der neue Gitarrist Dennis Becker. Ebenfalls neu: die CD "Hinter all diesen Fenstern", erschienen auf dem gemeinsam mit Kettcar gegründeten Eigenlabel "Grand Hotel Van Cleef".

Songs wie Geschichten aus dem Leben. Vielleicht nicht aus deinem. Das könnte daran liegen, dass du noch nicht gelebt hast, aber das lässt sich ja ändern, verheißen die vier. Und: wenn es nicht mehr weiter geht, leih ich dir ein Ohr. Gleichfalls.
(Josefson)

Tomte live im Wiener Chelsea:
Mittwoch, 2. 7.
und in der Feldkirchner Poolbar: Donnerstag, 3. 7.

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    foto: tomte
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