Katharine Hepburn gestorben

30. Juni 2003, 11:32
2 Postings

Die Hollywood-Legende und vierfache Oscar-Preisträgerin wurde 96 Jahre alt - Beispiellos war ihre Karriere

New York - Die amerikanische Schauspielerin Katharine Hepburn ist am Sonntag im Alter von 96 Jahren gestorben. Wie ihre Notarin Cynthia McFadden mitteilte, entschlief Hepburn in ihrem Haus in Old Saybrook im US-Bundesstaat Connecticut "im Kreise ihrer Lieben". Hepburn litt unter anderem an der Parkinson-Krankheit und war in den vergangenen Jahren wiederholt im Krankenhaus behandelt worden. Sie war eine der höchstgefeierten Schauspielerinnen aller Zeiten und gewann mit insgesamt vier Ocars so viele Trophäen wie bisher keine andere Frau.

Mit Oscars ausgezeichnet wurde Hepburn 1932 für "Morning Glory" (deutsch: Morgenrot des Ruhms), 1967 für "Guess Who's Coming to Dinner?" ("Rat mal wer zum Essen kommt"), 1968 für "The Lion in Winter" und 1981 für "On golden Pond" (deutsch: Am goldenen See). Außerdem wurde sie insgesamt zwölf Mal für die Academy Awards nominiert - ein Rekord, der erst in diesem Jahr von Meryl Streep mit 13 Nominierungen übertroffen wurde. Das Amerikanische Filminstitut kürte sie 1999 zur größten weiblichen Leinwandlegende aller Zeiten.

Anfänge am Broadway

Fast ein halbes Jahrhundert lang gehörte Hepburn zu den großen Hollywoodstars. Zu ihren bekanntesten Filmen gehörten "African Queen" mit Humphrey Bogart, "Leoparden küsst man nicht" mit Cary Grant und "Die Frau, von der man spricht" mit ihrem langjährigen Lebenspartner Spencer Tracy. Das Paar drückte einer ganzen Reihe von Erfolgsfilmen seinen unkonventionellen Stempel auf.

Ihre Karriere begann Katharine Hepburn am Broadway. Ihre erste "Oscar"-Rolle spielte sie in "Morgenrot des Ruhms". Nachdem sie Mitte der 30er Jahre einen Karriereknick hatte, gelang ihr 1938 in Howard Hawks' "Leoparden küsst man nicht" ein glanzvolles Comeback. Komödien-Klassiker wie "Die Nacht vor der Hochzeit" (1940) folgten.

Neben ihrer Filmarbeit fand sie immer wieder zum Theater zurück. Bis in die 70er Jahre blieb Katharine Hepburn mit ihrer Vielseitigkeit, mit Witz und ungebremster Vitalität eine der profiliertesten Darstellerinnen Hollywoods. Ihr letzter großer Erfolg war 1981 das Familien-Drama "Am goldenen See", für den sie erneut den "Oscar" erhielt.

Öffentliches Privatleben

Das Lebensglück dieser hoch gewachsenen, intelligenten und selbstbewussten Frau erwuchs auch aus einer mehr als 25 Jahre währenden Affäre mit einem labilen, wenngleich auf der Leinwand souverän wirkenden Trinker. Mit Spencer Tracy stand Hepburn für neun Filme vor der Kamera, in denen sie oft sich selbst spielen durfte: eine willensstarke Frau, die auf den Überlegenheitsdusel so manchen Vertreters der Männerwelt frech und fröhlich pfeift.

Die beiden galten als Hollywood-Traumpaar, seit sie 1942 in "Die Frau, von der man spricht" zu sehen waren. Ihr letzter gemeinsamer Auftritt in "Rat mal, wer zum Essen kommt", der den Rassendünkel des weißen Amerika an den Pranger stellte, geriet 1967 nach Kritikermeinung zu einem der wichtigsten US-Filme überhaupt. Im selben Jahr starb Tracy, bis zur letzten Stunde umhegt von seiner Geliebten. Die Scheidung von seiner Ehefrau hatte der Katholik Tracy auch unter Hinweis auf ihr behindertes Kind stets abgelehnt. Hepburn akzeptierte das. Sie sorgte auch dafür, dass der Alkoholkranke immer wieder Rollen erhielt.

1987 veröffentlichte die Hepburn ihr Erinnerungsbuch "The Making of The African Queen" (deutsch 1988, "African Queen oder wie ich mit Bogart, Bacall und Huston nach Afrika fuhr und fast den Verstand verlor"). Lob gab es auch für 1991 publizierten Memoiren "Me", in denen sie erstmals über ihre Beziehung zu Spencer Tracy Auskunft gab. In einem Interview sagte sie 1990 über den Tod: "Ich fürchte mich nicht vor der nächsten Welt oder sonst etwas. Ich habe keine Angst vor der Hölle, und ich freue mich auch nicht auf den Himmel." (APA/dpa/AP)

  • Katharine Hepburn in 
"The ultimate Solution"
    Katharine Hepburn in "The ultimate Solution"
Share if you care.