Ankerbrot-Ausgleich eröffnet

30. Juni 2003, 11:23
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Passiva fast 87 Millionen Euro - Ausgleichstagsatzung am 17. September

Wien - Das Ausgleichsverfahren über die Wiener Großbäckerei Ankerbrot AG wurde wie erwartet heute, Montag, eröffnet. Die Passiva belaufen sich laut Angaben des Unternehmens im Ausgleichsantrag auf 86,9 Mio. Euro, die Aktiva auf 47,5 Mio. Euro, teilte der KSV mit. Den Gläubigern wird die gesetzliche Mindestquote von 40 Prozent zahlbar binnen zwei Jahren angeboten.

Die Anmeldefrist für Forderungen läuft bis 3. September, die Ausgleichstagsatzung findet am 17. September statt. Zum Ausgleichsverwalter wurde der Wiener Rechtsanwalt Georg Kahlig bestellt, der zuletzt eventuelle Schadenersatzansprüche gegen die ehemaligen Libro-Manager geprüft hat. Für die Belange der rund 900 vom Ausgleich betroffenen Dienstnehmer in der Insolvenz wird der Rechtsanwalt Stefan Langer zuständig sein.

"Genaue Prüfung"

Der Ausgleichsverwalter werde sich "rasch über die wirtschaftliche Lage de Unternehmens bzw. über die Fortführungsgegebenheiten Kenntnis zu verschaffen haben", so der KSV weiter. Vor allem die Werthaltigkeit der angegebenen Aktiva werde "nun sehr genau zu prüfen sein".

Zu den neuen Eigentumsverhältnissen bei Ankerbrot stellt der KSV fest, dass mit 26. Juni die Salos Beteiligungsverwaltungs GmbH das 91-prozentige Aktienpaket von Müller Brot übernommen hat. Diese steht zu 100 Prozent im Eigentum der Beratungsgruppe Deloitte & Touche, dürfte aber ein Übernahmevehikel des deutschen Millionärs und Backprofis Klaus Ostendorf sein, der der eigentliche neue Eigentümer der österreichischen Tradtionsbäckerei ist.

Von der Insolvenz ist nur die Ankerbrot AG betroffen, nicht das Filialnetz, das von der 100-prozentigen Tochter Anker Snack & Coffee Gastronomiebetriebs GmbH gehalten wird. Insgesamt beschäftigt Ankerbrot 2.048 Mitarbeiter und hat 201 Filialen. 300 Mitarbeiter wurden im Rahmen des Frühwarnsystems beim Arbeitsmarktservice bereits vorsorglich zur Kündigung angemeldet. 100 Beschäftigte sollen tatsächlich ihren Job verlieren.(APA)

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