Mentoring: Hilfe beim Karriereschritt

30. Juni 2003, 11:31
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Niemand kann für Frauen den nächsten Schritt in ihrer Karriere tun - Es ist jedoch beruhigend zu wissen, dass ein erfahrener Mentor zur Seite steht und im Falle der Fälle "Räuberleiter" gibt - Bfc-Crossmentoring-Tandems bewegen führende Kärntner Unternehmen - Teil 26

Ein guter Mentor, ist jemand, der aufrichtig an Menschen interessiert ist, gerne jüngere Talente heranwachsen und sich entwickeln sieht. Außerdem ist er ein allgemein geachteter Mensch, der einen guten Ruf hat, liest man in Mentoring-Ratgebern nach. Kern jedes Mentoring sei die "One-to-one-Beziehung".

"Mentoring ist ein Prozeß, in dem eine Person – nämlich der Mentor – die Karriere und die Entwicklung einer anderen Person – des Mentees – außerhalb der normalen Vorgesetzten-Untergebenen-Beziehung unterstützt", konstatiert Daniela Hehenberger, Geschäftsführerin des business frauen center kärnten. Es handle sich dabei aber nicht um eine geschützte Beziehung, in der nur Lernen und Experimentieren stattfinden kann, potenzielle Fähigkeiten und neue Kompetenzen entwickelt werden können. "Mentoring bedeutet heute vor allem, eine Person zu Bestleistungen zu bringen, indem sie sich die Erfahrungen des Mentors und ihre eigenen Erfahrungen nutzbar macht", sagt Hehenberger. Denn alle erfolgreichen Managerinnen und Manager hatten einen Mentor, der entscheidende Funktionen in ihrer Karriereentwicklung wahrnahm.

Ratgeben und Kontakte

Mentoring sei auch nicht altersabhängig, wenngleich die Mentees in der Regel jünger seien als ihre Mentoren. Die Schlüsselrollen des Mentoring sind: Coaching, um die Zukunft zu entwickeln. Aber auch Ratgeben, Kontakte und Netzwerkarbeit. Die Personalentwicklerin Hehenberger hat sich vor über einem Jahr dazu entschlossen, ein solches Mentoring-Projekt in Kärnten durchzuführen. Sie fand 13 Mentoren und 21 Mentees: Ein Mentor und ein Mentee bildeten ein Jahr lang jeweils ein Tandem. Neben gemeinsamen Übungen in den Disziplinen Analysieren, Präzisieren, Formulieren und Praktizieren der nächsten Karriereschritte, durchliefen die Mentees in diesem Zeitraum speziell organisierte Workshops.

Dass auch der Spaßfaktor für Mentoren und Mentees während dieses Projektes nicht zu kurz gekommen sein dürfte, zeigte die Abschlussveranstaltung Mitte Juni in Pörtschach, wo beide Gruppen in Präsentationen die wechselseitigen Lern-und Synergieeffekte darlegten. So ganz nebenbei sei es gelungen, ein Netzwerk zwischen Mentoren und Mentees aufzubauen. Deshalb werde die Abschlussveranstaltung auch nur als vorläufiger Zwischenstopp betrachtet. Ein Großteil der Unternehmen, die sich ins erste Projekt aktiv eingebracht hatten – darunter Dr. Oetker, Gasser + Partner GmbH, Kärntner Tourismus Holding, Kleine Zeitung, Minimundus GmbH, Siemens und UNIQUARE wollen auch für die zweite Runde wieder als Mentoren aktiv sein.

Organisiert und betreut werden diese – übrigens in dieser Form österreichweit einzigartigen Crossmentoring-Projekte – erneut von Daniela Hehenberger.

Als Mentoren im abgelaufenen Projektjahr agierten:

Herta Stockbauer (BKS), Daniel Brandstätter (Elmont), Werner Koder (Hypo Alpe Adria Bank), Stefan Zerlaut (Infineon), Hans Nagl (Kärntner Technologie GmbH), Wolfgang Bacher (Kelag), Hartwig Glanzer (Uniqa), Reinhard Iro (Treibacher Industrie AG) und Michael Stattmann (Wirtschaftskammer) und stellten ein Jahr lang erfolgreich ihre Erfahrung im Management und in Mitarbeiterführung zukünftigen weiblichen Führungskräften aus der Wirtschaft (kurz: Mentees) zur Verfügung. (DER STANDARD, Printausgabe, 28./29.6.2003, gro)



Link

bfc

Nähere Infos

business frauen center kärnten,
Am Pfarrplatz 2,
9020 Klagenfurt,
Tel.: (0463) 59 00 99

  • Daniela Hehenberger vom business frauen center in Kärnten (ganz links) organisierte ein einjähriges Cross-mentoring-Programm mit speziellen Workshops
    foto: bfc kärnten

    Daniela Hehenberger vom business frauen center in Kärnten (ganz links) organisierte ein einjähriges Cross-mentoring-Programm mit speziellen Workshops

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