Ernst-Jandl-Preis 2003 an Felix Philipp Ingold verliehen

29. Juni 2003, 17:30
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Morak: Ingolds Arbeiten sind "Sand im Getriebe der Sprachwelt und des routinierten Sprechens"

Wien/Neuberg an der Mürz - Der Schweizer Dichter, Schriftsteller, Übersetzer und Wissenschafter Felix Philipp Ingold ist am Samstag Abend in Neuberg an der Mürz (Steiermark) mit dem mit 14.600 Euro dotierten Ernst-Jandl-Lyrik-Preis 2003 ausgezeichnet worden. Ihm sei es gelungen, "dem Gedicht zurückzugeben, was immer schon Ziel der Dichtung war: nämlich mit unverwechselbarem Eigensinn und Ausdruckskraft, mit Beweglichkeit und Geistesgegenwart hochkomplexe Form- und Spracharbeit zu leisten", so Kunststaatssekretär Franz Morak (V) laut einer Aussendung bei der Überreichung.

Ingolds dichterische Arbeiten seien "Sand im Getriebe der Sprachwelt und des routinierten Sprechens, in der alles wie geschmiert abzulaufen scheint. Sie sind Kopfnüsse ohne Lösung, geschrieben für aufgeweckte, aktive Leser und Hörer. Kurz gesagt: starke Gedichte, die die Sprache ernst nehmen und Wort für Wort, Zeile um Zeile eine neue Überraschung bereit halten", würdigte Morak den Preisträger.

Zwei-Jahres-Rhythmus

Der Ernst Jandl-Preis für Lyrik wurde von Morak vor drei Jahren in Erinnerung an den großen österreichischen Dichter und Schriftsteller Ernst Jandl (1925-2000) ins Leben gerufen und wird im Zwei-Jahres-Rhythmus vergeben. Der erste Preisträger 2001 war der deutsche Lyriker und Essayist Thomas Kling.

Die Auszeichnung sowie die mit ihm verbundenen Ernst-Jandl-Lyrik-Tage sollen laut Morak deutlich machen, "was Dichtung, was das Gedicht im Zeitalter der entwickelten Mediengesellschaft zu leisten imstande ist und dass die zeitgenössische Dichtung weit mehr ist als ein mediengeschichtlich überholtes Orchideen-Fach der Gegenwartsliteratur". (APA)

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