60 Festnahmen bei Großrazzia

29. Juni 2003, 19:27
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"Operation Sidewinder" gegen Anhänger der Baathpartei

Camp Boom/Bagdad - US-Truppen haben im Irak begonnen, massiv gegen den paramilitärischen Widerstand vorzugehen. In einer Großrazzia wurden bis zum Sonntagabend mehr als 60 Verdächtige verhaftet, teilte das für die Region zuständige US-Zentralkommando am Sonntag mit. Die "Operation Sidewinder" ("Klapperschlange") richte sich gegen Anhänger der einst regierenden Baath-Partei von Saddam Hussein und "Terroristen", sagte Armeesprecherin Amy Abbott. Der Großeinsatz soll mehrere Tage dauern. Die US-Streitkräfte reagierten damit auf eine Serie von Attentaten auf US-Militär. Fast täglich hatte es in der vergangenen Woche deshalb Tote in ihren Reihen gegeben.

"Wir gehen mit einer so überwältigenden Kampfkraft vor, dass unsere Gegner gar nicht erst an Gegenwehr denken werden", betonte Oberstleutnant Mark Young in Camp Boom 50 Kilometer nordöstlich von Bagdad. Die US-Soldaten unternahm mehr als 20 Angriffe aus der Luft und vom Boden aus. Auch Panzer kamen zum Einsatz. Sprecherin Abbott machte keine Angaben zu den Einsatzorten.

Sie fügte jedoch hinzu, die Armee betrachte die zentralirakische Region zwischen Bagdad und Samarra entlang des Tigris als Hauptaktionsgebiet irakischer Paramilitärs. Das 125 Kilometer nördlich von der Hauptstadt gelegene Samarra ist überwiegend von Sunniten bewohnt. Sie gelten als treue Anhänger der entmachteten Regierung.

Auch in Mosul im Norden des Iraks nahmen US-Truppen bei mehreren Hausdurchsuchungen 15 Personen fest. In Chalis, 70 Kilometer nördlich von Bagdad, wurde ein Mann verhaftet. Er soll nach Militärangaben junge Kämpfer für Angriffe gegen US-Soldaten rekrutiert haben. In der sunnitischen Stadt Dodschima durchsuchten die Truppen mehrere Häuser von mutmaßlichen Anhängern von Saddam Hussein, in denen sich Waffenlager befunden haben sollen. Bei der Operation seien zahlreiche Waffen und Militärdokumente sichergestellt worden.

Insgesamt stieg die Zahl der im Krieg und danach getöteten US-Soldaten nach Angaben der Nachrichtenagentur AP auf 201. Seit dem 1. Mai, als US-Präsident George W. Bush die größeren Kampfhandlungen für beendet erklärt hatte, kamen 63 US-Soldaten bei Kampfhandlungen ums Leben. (APA/AP/dpa)

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