"Enttäuschende" Wiederwahl des Steirer-FP-Chefs

30. Juni 2003, 19:20
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Nur knapp 75 Prozent der Stimmen bewegen Schöggl dazu, keine Beiträge zur Personalpolitik mehr zu liefern

Graz - Er werde sich künftig "noch etwas strenger an die eigene Vorgabe halten und keine Beiträge mehr zur Personaldiskussion" liefern, erklärte der steirische FP-Landeschef LHStv. Leopold Schöggl am Montag. Schöggl zieht damit auch eine Konsequenz aus dem für ihn "enttäuschenden" Wahlergebnis von knapp 75 Prozent bei seiner Wiederwahl am vergangenen Sonntag, das er mit seiner Parteinahme für den amtierenden Bundesobmann Herbert Haupt in Verbindung brachte.

Der Sacharbeit verschrieben

Schöggl meinte zwar, er werde sich bemühen, "auf die Unzufriedenen zuzugehen", er habe sich aber der Sacharbeit verschrieben und sehe das Politisch-Ideologische erst an zweiter Stelle, und dabei wolle er auch bleiben. Er wisse, dass sich "manch einer einen lauteren, polternderen Schöggl wünschen würde". Verärgert reagierte der steirische FP-Chef auf den Umstand, dass die Streichung durch ein Viertel der Delegierten zu Stande gekommen ist, nachdem sich keiner der Kritiker offen zu Wort gemeldet hatte: "Das ist nicht unbedingt die Zivilcourage, die ich mir von Freiheitlichen erwarte".

Wahlergebnis sei Denkzettel des "Freundeskreises Jörg Haider"

Schöggl ließ durchblicken, dass er die Einschätzung teile, dass sich Vertreter des "Freundeskreises Jörg Haider" für seine loyalen Äußerungen zu Herbert Haupt bei der Wahl revanchiert hätten: "Ich werde in Zukunft keine Personaldebatte mehr in der Öffentlichkeit führen", lautet eine Konsequenz, die er daraus ziehen werde. Dennoch wolle er, Schöggl, sich das Recht vorbehalten, sich dem jeweiligen gewählten Bundesobmann gegenüber loyal zu verhalten. Nachsatz: "Ich bin auch Haider gegenüber loyal, wenn er gewählt ist". (APA)

Attacke

Der Landesobmann hatte in seiner Rede zum Parteitag die Eintracht der Partei beschworen und ungewohnt heftig die anderen Landtagsparteien und Finanzminister Karlheinz Grasser attackiert. Die Einstimmung auf hn hat offenbar nichts gefruchtet: Es waren nur 74,74 Prozent der Stimmen drin, beim letzten Parteitag im April 2001 war Schöggl noch mit 94,5 Prozent gewählt worden. "Mir wäre lieber gewesen, wenn jene, die mich hier nicht kritisiert und dann offenbar auch nicht gewählt haben, dies öffentlich getan hätten - oder eben einen Gegenkandidaten aufgestellt hätten", so Schöggl.

In ihren Referaten zum Parteitag hatten sowohl Schöggl als auch Klubchefin Waltraud Dietrich Bundesobmann Haupt der Loyalität der Steiermark versichert: "Du hast Übermenschliches geleistet, du bist hart an die Grenze deiner Gesundheit gegangen, die Steiermark steht hinter dir", so Schöggl. (APA)

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    Steirer-FP-Chef Schöggl ist offen und ehrlich enttäuscht

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