Malawi: Unruhen nach Auslieferungen an USA

29. Juni 2003, 15:45
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Al-Kaida-Verdächtige entgegen richterlicher Anordnung außer Landes gebracht - Proteste vor amerikanischen Einrichtungen

Johannesburg/Blantyre - Die Auslieferung von fünf mutmaßlichen Mitgliedern des Al-Kaida-Terrornetzwerkes von Osama bin Laden an die USA hat in Malawis Metropole Blantyre zu Übergriffen auf eine US-Einrichtung und Kirchen geführt. Ein US-Kinderhilfswerk war das vorrangige Ziel einer aufgebrachten Menschenmenge, die aus dem überwiegend von Moslems bewohnten Stadtteil Mangochi kam. Büroräume wurden verwüstet und Fahrzeuge beschädigt, berichtete der südafrikanische Rundfunk am Sonntag. Die Polizei ging mit Tränengas gegen die Menge vor. Insgesamt wurden drei Personen verletzt und elf festgenommen.

Die Proteste hatten sich an der Tatsache entzündet, dass die Festgenommenen entgegen einer richterlichen Anordnung an die USA übergeben und aus dem Lande geschafft worden waren. Sie stehen im Verdacht, Al Kaida mit Geld versorgt zu haben. Rund 20 Prozent der Bevölkerung Malawis, des ehemaligen Nyassaland, sind moslemisch. (APA/dpa)

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    Ausgebrannte Autos in den Straßen von Mangochi

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