Chicago: Zwölf Tote bei Einsturz eines überfüllten Balkons

29. Juni 2003, 23:39
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Mindestens zehn weitere schwer verletzte Partygäste

Chicago - Bei einem Sommerfest in einem Haus in Chicago sind mindestens zwölf junge Partygäste ums Leben gekommen und 45 weitere verletzt worden, als ein überfüllter hölzerner Balkon unter dem Gewicht der vielen Menschen zusammenbrach. Die Behörden befürchteten am Sonntag, dass die Zahl der Toten noch steigen könnte, da mindestens zehn Verletzte in kritischem Zustand seien.

SchülerInnen

Die meisten der Opfer waren Schüler eines nahe gelegenen Gymnasiums. Partygäste berichteten, auf der Feier in dem Privathaus seien so viele Menschen gewesen, dass einige in eine Bar in der selben Straße auswichen. Die meisten seien jedoch geblieben. Gegen Mitternacht hatten sich nach Zeugenaussagen fünfzig Menschen auf der hölzernen Terrasse im dritten Stock versammelt. Plötzlich brach der Balkon zusammen und riss beim Absturz auch die darunter liegende Terrasse mit sich.

Befreiung mit Motorsägen

"Es herrschte Chaos. Die Leute haben geschrien und geweint", berichtete ein Sprecher der Chicagoer Feuerwehr. Überlebende hätten versucht, Tote und Verletzte aus einem Trümmerhaufen aus zerborstenem Holz zu ziehen, als die Feuerwehr eingetroffen sei. "Je tiefer sie in dieses Knäuel aus Menschenleibern vordrangen, desto schwerere Verletzungen fanden sie vor", sagte der Sprecher. Die Feuerwehr setzte Motorsägen ein, um die Menschen zu befreien.

Chaos

"Es waren einfach zu viele Leute auf zu kleinem Raum", sagte James Joyce von der Feuerwehr in Chicago. An den Rettungsarbeiten waren rund hundert Feuerwehrleute und Polizisten beteiligt. Die Unglücksstelle bot in der Nacht ein chaotisches Bild. Dutzende Krankenwagen brachten die Verletzten in Krankenhäuser. Die unverletzten Partygäste irrten unter Schock umher und versuchten verzweifelt, ihre Freunde zu finden.

Es war dies das zweite schwere Partyunglück in Chicago in diesem Jahr. Im Februar waren 21 Menschen in einer Disco von einer in Panik geratenen Menschenmenge tot getrampelt worden. (APA/dpa/Reuters)

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