Lage im Irak verschlechtert sich

29. Juni 2003, 14:51
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Besatzungsbehörde hoffnungslos überfordert

London - Zur Lage im Irak meint die linksliberale britische Zeitung "The Observer" (London) am Sonntag:

"Die 11.000 im Irak stationierten britischen Soldaten dürften befremdet auf die politischen Debatten an der Heimatfront reagieren. Für sie ist nicht entscheidend, wer was in welchem Dossier gesagt hat oder was die Stärken und Schwächen der BBC-(Kriegs-)Berichterstattung sind. Für sie geht es darum, das Leben von Soldaten zu bewahren und den Wiederaufbau des Irak sicherzustellen. Beides wird durch die Unfähigkeit der provisorischen Koalitionsbehörde, wachsende Unzufriedenheit und Politisierung der irakischen Bevölkerung sowie unzureichende Polizei- und Sicherheitsstrukturen gefährdet.

Die provisorische Koalitionsbehörde mit ihren 600 Mitarbeitern ist mit dem Wiederaufbau des Irak hoffnungslos überfordert. Sogar Saddams korrupter und erbärmlicher Staatsapparat schaffte es 1991, die Stromversorgung binnen 40 Tagen wiederherzustellen. Dass die Energiezufuhr und andere grundlegende Versorgungsdienste auch nach fast 100 Tagen noch immer unsicher sind, ist bedauernswert und lässt den Groll der Iraker wachsen. Die Friedenssicherung muss möglichst schnell eine multilaterale Aufgabe werden. Die Gründung einer irakischen Übergangsregierung ist gleichermaßen dringlich." (APA/dpa)

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