Googles Autovervollständigung

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  • Neues Buch, neue Gerüchte: Bettina Wulff über ihr Leben "Jenseits des Protokolls"
    foto: ap/steffi loos

    Neues Buch, neue Gerüchte: Bettina Wulff über ihr Leben "Jenseits des Protokolls"

Ein Gerücht über dich wird im Internet gestreut, und die Suchmaschine macht dein Leben zum Albtraum

Gibt man bei Google den Suchbegriff "Bettina Wulff" ein, dann erscheint oben auf der Seite: "Verwandte Suchanfrage: Bettina Wulff Prostituierte."

Und zwar nach wie vor, obwohl die Gattin des zurückgetretenen deutschen Bundespräsidenten Google per Klage aufgefordert hat, diese durch die Funktion "Autovervollständigen" entstandene schwere Rufschädigung zu löschen.

Suchmaschinen wie Google geben zu einem großen Teil das wieder, was die Benutzer schon gesucht haben. Das Prinzip lautet: Was ihr schon einmal gesucht habt, davon kriegt ihr noch mehr. Wenn sich also im Internet Gerüchte über ein angebliches Vorleben von Bettina Wulff als "Escort-Lady" verbreiten und viele Menschen in Deutschland das anklicken, dann stellt der Google-Algorithmus "Prostituierte" dazu. Google zuckt mit den Achseln: "Die bei der Google-Autovervollständigung sichtbaren Suchbegriffe spiegeln die tatsächlichen Suchbegriffe aller Nutzer wider", sagte eine Sprecherin. "Google schlägt diese Begriffe nicht selbst vor - sämtliche in Autovervollständigung angezeigten Begriffe wurden zuvor von Google-Nutzern eingegeben."

Rufmord per Autocomplete. Ein Gerücht über dich wird im Internet gestreut, und die Suchmaschine autovervollständigt dein Leben zum Albtraum. So entsteht ein Anschein von Wahrheit, der aber falsch ist. Und wenn du Pech hast, bleibt das ewig dort. (Hans Rauscer, DER STANDARD, 13.9.2012)

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