Schlammschlacht mit Königin

Margarete Affenzeller
12. September 2012, 18:32
  • Jonathan Rhys Meyers als König Henry VIII.
    foto: arte/tm

    Jonathan Rhys Meyers als König Henry VIII.

Der Beginn der vierten Staffel, die nun donnerstags zu jeweils drei Teilen auf Arte läuft, hält bei Ehefrau Nummer fünf

Für die vierte und letzte Staffel der Emmy-prämierten US-Serie "Die Tudors" hat man noch einmal in die Vollen gegriffen. Weder wurde bei den für Jagdszenen oder Feste notwendigen Statisten gespart noch bei der Ausstattung der höfischen Garderobe. Und natürlich auch nicht bei den vielen Bettszenen, die den Hauptcharakterzug des königlichen Oberhaupts unterstreichen helfen sollen. Ja, ja.

Der Beginn der vierten Staffel, die nun donnerstags zu jeweils drei Teilen auf Arte läuft, hält bei Ehefrau Nummer fünf, Catherine Howard. Die Ex-Mätresse hält durch ihre naive Art und ihr quietschvergnügtes Gemüt den Hof bei Laune.

Der im Unterschied zu historischen Porträts von Henry VIII. ansehnlich abgeschlankte Tudor-König (Jonathan Rhys Meyers) kommt zwischen den Schäferstündchen kaum zum Arbeiten. Umso angestrengter wirkt dann jeweils die strenge Miene, wenn er Hinrichtungsbefehle erteilt. Dazwischen immer wieder: Catherine in einem Meer aus Rosenblüten liegend; Catherine hinterm Schleier an das Bett herantanzend; Catherine, die dem Herrscher anhand von Fellatio-Szenen mit Marionetten veranschaulicht, worauf er sich jetzt dann freuen kann.

Drehbuchschreiber Michael Hirst hat sich eben keine Grenzen gesetzt. Und er wiegt die Softpornopassagen mit einem gut recherchierten restlichen zeitgeschichtlichen Leben auf: Pestausbruch in London, der Dürresommer 1540, die Konsequenzen der fatalen Standesunterschiede (z. B. die gutgeheißene Vergewaltigung einer Bäuerin).

Ob eine Schlammschlacht der Hofdamen in Unterwäsche im Kreis ihrer Königin realistisch ist, kann bezweifelt werden. Lustig ist sie allemal. (Margarete Affenzeller, DER STANDARD, 13.9.2012)

Arte, 20.15, 21.10, 22.05

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10 Postings

wenn man sich das bild ansieht sollte die serie "the tuttels" heissen.

Je länger die Serie umso ungenauer an historischen Details -

kommt zumindest mir so vor.

Auch fand ich die Personen zu Beginn der Serie (Thomas Morus und Kardinal Wolsey) um vieles interessanter und auch die Darstellung von Heinrich finde ich nicht passend, war der doch eher dick und hässlich.

Zwei Staffeln hab ich mir's gefallen lassen...

seither hat's jeden historischen Kontext hinter sich gelassen und scheint nur noch dem Selbstzweck zu dienen.

Die Optik des Hauptdarstellers

beweist die Qualität der historischen Recherche.- Nein, dann schon lieber 'Wölfe' von H. Mantel;-)

ein nichts gegen breaking bad

Breaking Bad ist in meinen Augen die beste Serie ever, noch vor The Wire.
Aber man kann sie doch nicht direkt mit The Tudors vergleichen. Ist doch vollkommen was anderes Oo

Für Freunde opulenter Kostümschinken, die keinen Wert auf historische Genauigkeit legen. Auch für Fans knackiger Folter- und Hinrichtungsszenen gut geeignet.

sehe ich genau so. auch der knackarsch von jonathan rhys meyers macht freude.

Absolut! Man darf halt nicht daran denken, dass dies Henry VIII sein soll...

eine super Serie, kann ich nur jedem empfehlen, anzusehen!

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