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Susanna Haas gibt Tipps,wie die ersten Tage im Kindergarten gut verlaufen.

Der Übergang in den Kindergarten will sorgfältig gestaltet sein.
Wenn Kinder in den Kindergarten oder die Krippe kommen, bleibt kein Auge trocken. Weinen ist auch in dieser Zeit erlaubt, sagt Susanna Haas, pädagogische Leiterin der St. Nikolaus-Kindertagesheimstiftung. Denn für viele Kinder ist der erste Tag im Kindergarten die erste Trennung von den Eltern und der Beginn einer wichtigen Lernphase: Positive Erlebnisse am Übergang in die Kinderbetreuung wirken bis ins Erwachsenenalter nach. Warum das so ist und wieso Eltern nie ohne Verabschiedung gehen sollten, erzählt Haas im Interview.
derStandard.at: Warum sind die ersten Tage in der Kinderkrippe oder im Kindergarten für das Kind so wichtig?
Haas: Die Eingewöhnungszeit ist eine Herausforderung. Dieser erste Wechsel vom Familienhaus in eine Institution ist für ein Kind sehr prägend. Wenn diese Phase gut gelingt, dann beeinflusst das das Kind auch später. Man kann bis ins Erwachsenenalter nachweisen, wie wichtig es ist, dass die erste Trennung vom Elternhaus gut abläuft.
derStandard.at: Wie kann die Zeit in der Kinderkrippe einen erwachsenen Menschen beeinflussen?
Haas: Kinder, die gut begleitet werden, sich sicher fühlen und deren Vertrauen nicht enttäuscht wird, werden diese Erinnerungen später wieder hervorholen, wenn sie einen neuen Übergang erleben. Darum ist es so wichtig, dass es von Anfang an gut läuft für ein Kind. Man darf die erste Zeit in der Kinderkrippe aber auch nicht überbewerten. Ich möchte den Eltern keine Angst machen. Wenn die Eingewöhnung schlecht läuft, heißt das nicht, dass das Kind bis zum Erwachsenenalter nie einen Wechsel gut bewältigen kann. Aber eine gute Eingewöhnung kann sehr positiv prägen.
derStandard.at: Welche Ängste hat ein Kind, das neu in den Kindergarten kommt?
Haas: Das Schlimmste ist, wenn Mama oder Papa weggeht. Sie sind die Bezugspersonen, mit denen das Kind groß geworden ist, denen es vertraut, bei denen es weiß: Da geht es mir gut und die haben mich lieb, egal was ich mache. Wenn die Eltern gehen, merkt das Kind plötzlich, dass das nicht mehr selbstverständlich ist. Das Kind muss erst das Vertrauen zur Pädagogin aufbauen, um zu wissen, dass die sich auch kümmern wird. Da geht es ganz stark um Beziehungsaufbau.
derStandard.at: Wie können die Eltern ihr Kind auf die neue Situation vorbereiten?
Haas: Die Erfahrungen, die ein Kind am Anfang sammelt, sind sehr wichtig. Es muss wissen: Wenn mich meine Mama abgibt im Kindergarten, dann holt sie mich auch wieder ab. "Ich komme gleich wieder" versteht ein Kind nicht. Wenn es so eine Situation aber schon einmal erlebt hat, zum Beispiel als es bei der Oma war und wieder abgeholt wurde, und wenn das immer wieder gut abläuft, dann ist es im Kindergarten leichter.
derStandard.at: Wie können sich Eltern vorbereiten?
Haas: Für die Pädagoginnen im Kindergarten ist es wichtig, dass die Eltern sich für die Einrichtung interessieren, dass sie zum ersten Elternabend kommen und dass sie bereit sind, sich für das Kind etwa einen Monat lang Zeit zu nehmen. So lange kann die Eingewöhnung dauern.
derStandard.at: Die wenigsten Eltern können sich einen Monat freinehmen.
Haas: In den meisten Fällen kommen die Kinder zu uns, wenn die Mütter - oder manchmal die Väter - wieder in ihr Arbeitsleben einsteigen. Die Eingewöhnung sollte man so planen, dass sie nicht direkt mit dem Arbeitsbeginn zusammenfällt. Wenn das nicht geht, kann vielleicht die Oma statt der Mutter oder dem Vater bei der Eingewöhnung mitmachen. Das muss aber dann zu Hause besprochen werden. Wichtig ist, dass es eine vertraute Person des Kindes ist. Ohne Vertrauensperson geht es nicht. Man kann das Kind nicht einfach einer Nachbarin mitgeben.
derStandard.at: Macht es einen Unterschied, ob die Mutter jünger oder älter ist?
Haas: Entscheidender ist der Stress der Mutter oder des Vaters: Je größer der Druck ist, dass sie wieder arbeiten gehen, desto eher spürt das das Kind. Wenn man das als Pädagogin erkennt, sucht man schon vor der Eingewöhnung das Gespräch mit den Eltern und fragt: Was können wir tun, damit Sie nicht so einen Druck haben?
derStandard.at: Wie sollen sich Mütter und Väter verhalten, wenn sie mit ihrem Kind das erste Mal in den Kindergarten kommen?
Haas: An den ersten Tagen sollte man im Kindergarten für das Kind da sein, aber nicht mit ihm spielen. Das ist ganz wichtig, damit das Kind Kontakt zur Pädagogin aufnehmen kann. Man sollte das Kind nie in eine Situation bringen, in der es unvorbereitet alleine bleibt. Das Kind muss getröstet werden, wenn die Mama oder der Papa das erste Mal weggeht. Je positiver das Kind dieses Trösten erlebt, desto leichter werden die nächsten Tage.
derStandard.at: Ist der Abschied von der Mutter für alle Kinder so schmerzhaft?
Haas: Etwa jedes zweite Kind weint. Kinder dürfen weinen, und Eltern sollten wissen, dass sie weinen werden. Meistens weinen die Eltern draußen und die Kinder drinnen. Es wäre fatal, wenn es nicht wehtun würde, wenn man sich vom Kind trennt. Das ist ein natürlicher Prozess. Wenn sich das Kind an der Mutter oder dem Vater festklammert und in Panik schreit, dann würde ich das allerdings abbrechen und noch ein paar Tage warten. Aber irgendwann müssen die Eltern gehen, auch wenn das Kind kurz schreit oder weint.
derStandard.at: Weinen gehört also dazu.
Haas: Im besten Fall lässt sich das Kind von uns trösten, dann spielt es ein bisschen und wird schon wieder abgeholt. So merkt es, dass die Mama oder der Papa wiederkommt. Diese Phasen dehnt man jeden Tag ein bisschen aus, bis das Kind sich an das Ritual vom Bringen und Abholen gewöhnt hat. Eltern müssen diese Vereinbarungen dann auch einhalten. Wenn man sagt: "Ich hole dich nach der Jause ab", und dann nicht kommt, ist das ein Vertrauensbruch.
derStandard.at: Dürfen sich die Eltern hinausschleichen, wenn das Kind gerade spielt?
Haas: Nein, man darf niemals ohne Verabschieden gehen. Das hat man früher gemacht, um zu verhindern, dass die Kinder weinen. Das war furchtbar. Kinder lernen so nie, damit umzugehen, dass die Mama oder der Papa einmal geht.
derStandard.at: Ist das Bewusstsein für die Wichtigkeit der Eingewöhnungszeit gestiegen?
Haas: Ja, vor allem, seit es so viele sehr junge Kinder in Betreuung gibt. Man erkennt immer mehr, wie gut diese Phase verlaufen kann. Aber sie ist für alle eine Herausforderung: für die Pädagoginnen, die Eltern und die Kinder. Wenn das Vertrauen zwischen Kind, Eltern und Pädagogin nicht da ist, wird die Eingewöhnung nicht funktionieren. (Franziska Zoidl, derStandard.at, 13.9.2012)
Susanna Haas ist pädagogische Leiterin der St.-Nikolaus-Kindertagesheimstiftung in Wien, einer privaten Trägerin von 79 Kindergärten und Horten.
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Tipps der St.-Nikolaus-Kindertagesheimstiftung für die Eingewöhnung
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Hier ein spannender Link zu aktuellen Erkenntnissen:
http://www.sicherebindung.at/uebergaenge.html
Zitat:
"Auf keinen Fall sollte ein weinendes oder gar schreiendes Kind von der Mutter zurückgelassen werden. Auch das Ausbleiben bzw. Versiegen der Tränen stellt keinen sicheren Hinweis für eine gelungene Eingewöhnung dar."
Spannend, weil sowohl die Interviewte als auch die PosterInnen, die vorgeblich in Kindergärten arbeiten, vehement das Gegenteil behaupten. Spannend auch, weil mit (aktuellen) Quellen belegt - u.a. beruft sich die "EINE Meinung" auf WissenschaftlerInnen, die an Universitäten forschen. Spannend, weil es die derzeit gültige entwicklungspsychologische Meinung zu dem Thema sein dürfte.
S. Zitat oben.
Weiters z.B.:
http://derstandard.at/plink/134... id27967467
http://derstandard.at/plink/134... id27970144
http://derstandard.at/plink/134... id27960854
Ebenfalls wenig wertschätzend:
http://derstandard.at/plink/134... id27961147
ich hab nicht gewusst dass diese posterInnen auch in einem kiga arbeiten. sicher gibts im kiga mal tränen auch (wenn mama/papa nicht da sind), aber dann muss man eben das kind trösten. ansonsten wenn das prozedere an einem punkt scheitert -> back to the start.
Dadurch haben sie am Tag X gar nicht gemerkt, dass wir nicht mehr zugegen waren und haben auch nicht geweint.
Nach drei Monaten haben wir das Medikament langsam wieder abgesetzt.
Moderne Lebensumstände erfordern moderne Methoden.
Wir besuchten Ende der 1950er-Jahre den Kindergarten und bekamen von den Kindergartentanten Ohrfeigen, wenn wir weinten. Als Erklärung hörten wir dann:"Jetzt hast du wenigsten einen Grund zum Heulen."
Sogar die größten Heulsusen kapierten recht schnell, dass man die Tränen besser zurückhielt und das beklemmende Gefühl hinunterschluckte, um Züchtigung zu vermeiden.
wichtig ist das man die Kinder möglichst früh weggibt. Ideal so nach 3 Monaten wie das in unseren Fortschrittlichen Nachbarländern praktiziert wird. Denn Studien beweisen das Eltern-Kind Beziehung überhaupt unsinnig ist. Also her mit euren Kindern ihr Politbüro.
es gibt auch gruppen wo menschen nicht nur in irgendwelchen kasteln und vorgefertigen begriffen denken...sie und ihr pädagogen wahn ;-)
sie werden doch bitte genau wissen wie leicht es ist "pädagoge" zu sein. so darfst dich nach 3 wochenend kursen nennen. geben sie dem nicht zuviel bedeutung.
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