Frankreich prüft Ausbau von Biosprit-Produktion

  • Bio-Sprit im Kreuzfeuer der Kritik.
    foto: apa/david ebener

    Bio-Sprit im Kreuzfeuer der Kritik.

Als Reaktion auf steigende Lebensmittelpreise überlegt die französische Regierung die verstärkte Nutzung von Agrar-Treibstoffen

Paris - Angesichts steigender Lebensmittelpreise überdenkt die französische Regierung ihre Pläne für eine verstärkte Nutzung von Biotreibstoffen. Landwirtschaftsminister Stéphane Le Foll warnt in einem am Mittwoch dem Kabinett vorgelegten Bericht, der Anstieg der Preise für Getreide und ölhaltige Pflanzen habe in den vergangenen Monaten "besorgniserregende Dimensionen" angenommen und bedrohe die Nahrungsmittelsicherheit in den ärmsten Ländern der Welt. In Frankreich litten Tierzüchter unter den steigenden Preisen, was letztlich auf die Konsumenten durchschlagen könne.

Die Ziele der französischen Regierung zur Beimischung von Biotreibstoff in gewöhnlichen Sprit könnten dazu führen, dass "große Mengen" landwirtschaftlicher Erzeugnisse nicht mehr für die Ernährung zur Verfügung stünden, warnte Le Foll. Im Blick hat der Landwirtschaftsminister dabei die sogenannten Biotreibstoffe der ersten Generation, die etwa aus Soja, Raps oder Mais erzeugt werden. Sie sollen seinem Vorschlag zufolge künftig nur noch zu höchstens sieben Prozent gewöhnlichem Treibstoff beigemischt werden.

Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 mindestens zehn Prozent der im Verkehr verbrauchten Energie aus erneuerbaren Quellen zu beziehen, um den Ausstoß von klimaschädlichem CO2 zu reduzieren. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt Frankreichs Landwirtschaftsminister auf die Produktion von Biotreibstoff der zweiten Generation. Dieser wird unter anderem aus Pflanzenresten gewonnen und stellt damit keine Konkurrenz zum Konsum von Lebensmitteln dar.

Kritiker von Biotreibstoffen führen immer wieder an, dass die Nutzung von Pflanzen zur Herstellung des Biosprits für den Anstieg der Lebensmittelpreise mitverantwortlich ist. Umstritten ist auch, wie umweltfreundlich Biosprit wirklich ist. (APA, 12.9.2012)

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