Kontrolleurin der Wiener Linien erfand Attacke eines Fahrgasts

Michael Matzenberger
18. September 2012, 13:44
  • Ein Überwachungsvideo beweist, dass die Kontrolleurin der Wiener Linien einen Schwarzfahrer zu Unrecht der Körperverletzung beschuldigt hatte. Sie wurde fristlos entlassen und wegen Verleumdung angezeigt.
    foto: apa/herbert pfarrhofer

    Ein Überwachungsvideo beweist, dass die Kontrolleurin der Wiener Linien einen Schwarzfahrer zu Unrecht der Körperverletzung beschuldigt hatte. Sie wurde fristlos entlassen und wegen Verleumdung angezeigt.

Kollege bestätigte vermeintlichen Angriff gegenüber Behörden - Überwachungsvideo entlarvt Falschaussage

Wien - Eine Kontrolleurin der Wiener Linien soll im vergangenen Juli von einem Schwarzfahrer tätlich angegriffen worden sein. So brachte es die Mitarbeiterin des Verkehrsbetriebs gegenüber den Behörden vor.

Ein Kollege der Frau bestätigte die Attacke per Zeugenaussage, wonach Polizeibeamte die Überwachungsvideos routinemäßig auswerteten. Was die Polizisten zu sehen bekamen, entsprach nicht ihrer Erwartung: Die Frau hatte den Angriff frei erfunden.

Anzeige wegen Körperverletzung fallengelassen

Der Vorfall ereignete sich bereits am letzten Julitag, als ein Passagier der U-Bahn-Linie U2 zur Mittagszeit der Kontrolleurin keinen gültigen Fahrschein zeigen konnte. Um seine Personalien aufzunehmen, lotste sie den Mann in der Station Rathaus auf den Bahnsteig.

"Im Bereich des Entwerters der U2", so der Polizeiakt, soll der Schwarzfahrer die Frau tätlich angegriffen haben. Sie erstattete Anzeige wegen Körperverletzung, die die Behörden nach Sichtung der Videos umgehend fallen ließen.

Nicht genehmigter Krankenstand als Motiv

Das Bildmaterial beweise, dass die Frau nicht attackiert worden sei, bestätigen Polizei und Wiener Linien gegenüber derStandard.at. Die Aussage habe die Kontrolleurin getätigt, weil sie einen in ihren Augen berechtigten Krankenstandsanspruch nicht genehmigt bekam - die ihr vermeintlich vom Fahrgast zugefügte Körperverletzung sollte schließlich Arzt und Vorgesetzte von der Arbeitsunfähigkeit überzeugen.

Die Kontrolleurin und ihr Kollege, beide langjährige Mitarbeiter der Wiener Linien, wurden fristlos entlassen. Laut Unternehmenssprecher Dominik Gries sieht die interne Routine vor, dass im Fall von Angriffen durch Passagiere umfangreiche interne Untersuchungen eingeleitet würden. Der in diesem Fall unnötige Aufwand sei neben dem Vertrauensbruch ein Hauptgrund für die Trennung von den Mitarbeitern gewesen: "Solche Leute brauchen wir bei den Wiener Linien nicht", so Gries.

Gegen die Kontrolleurin wurde außerdem Anzeige wegen Verleumdung erstattet. In dieser Sache habe es laut Auskunft der Polizei noch keine Einvernahmen gegeben. (Michael Matzenberger, derStandard.at, 18.9.2012)

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Was für einen Charakter muss man eigentlich haben um jemanden Körperverletzung anzuhängen nur damit man in Krankenstand gehen kann? Die soll zu ihrem Hausarzt gehen und einfach sagen: "ich bin dem Burnout nah, bitte bitte gebens ma 1 Woche Krankenstand" - ich kenne keinen Arzt der sowas verweigert.

Was ist ein "berechtigter Krankenstandsanspruch"?

Das Vorhandensein einer Krankheit und ein daraus entstehenden Zuhausebleiben wird von einem Arzt entschieden!
Es gibt keinen kollektivvertraglichen oder arbeitsrechtlichen Anspruch auf Krankenstand.

In manchen Kreisen wird das aber so gesehen - und auch gelebt.

Zuerst wars ein abgelehnter Urlaub,

dann wars ein abgelehnter Pflegeurlaub,
dann wars ein abgelehnter Krankenstand
und zuletzt wars eine abgelehnte Körperverletzung.
Schade dass es keinen Zeitausgleich zu geben scheint ...

Generell wäre eine Unterweisung in Belangen Umgangsformen, Respekt bei den Kontrolleuren der Wienerlinien angebracht...

Lustiger Verein.

Die nehmen nur übergewichtige, alte, verheiratet, die Angst um ihren Arbeitsplatz haben und ein niedriges Bildungsniveau. Wer Sport treibt und vielleicht noch höhere Schulbildung besitzt, hat fast keine Chance.

Verheiratete nennt man zuverlässiger, da sie Angst haben, bei der kleinsten Verfehlung ihren Job zu verlieren, während Unverheiratete oder Singles unabhängiger sind. Noch besser ist, wenn man Kinder hat. Da weiß man, wozu man malochen geht.

Da schau her!

"...wonach Polizeibeamte die Überwachungsvideos routinemäßig auswerteten..."
Wenn Polizisten - wie z.B. in der Station Spittelau - übergriffig werden, gibt's das seltsamerweise nicht:
http://www.news.at/a/urteil-... afe-286031

Ohne Video wäre wohl das Opfer jetzt in Haft.

Was ist ein "berechtigter KrankenstandsANSPRUCH"?

Entweder sie ist krank oder nicht.

Berechtigter Krankenstandsanspruch - das habe ich mich auch gefragt.

Andererseits muss man sagen, dass in anderen Zeitungen von "einem nicht genehmigten Urlaubsantrag" geschrieben wurde, welchen sie mit einem selbstgenehmigten Krankenstand kompensieren wollte, vielleicht hat da nur der Druckfehlerteufel im Standard zugeschlagen.

...gehört zu den wohlerworbenen Rechten von Beamten.

Na bei der Polizei würde sie zumindest für ein Führungskräfteseminar

vorgeschlagen werden.

...die gfraster wissen ganz genau das der grosse

arbeitgeber inkl. anwälten armada hinter ihnen steht. ein kleiner schwarzfahrer (=schon fast ein raubmörder) hat keine chance. schauen´s nach graz da haben kontrollore freunde und verwande schwarz fahren lassen.... recht gibt es, gerechtigkeit für den kleinen mann sicher nicht...

wegen Krankenstand jemand anderem ins Leben pfuschen wollen - einfach nur grauslich!!

bei meinem arzt muss ich nur anrufen um eine krankschreibung zu bekommen, die kennt nicht die richtigen ärzte oder ist einfach zu blöd.

MAcht doch jeder Arzt, zumindest wenn man in der früh antanzt und Symptome nennt (was würde es ihm auch bringen eine Krankschreibung abzulehnen; Weiters würds ordentliche Schereien geben, wenn eine Krankschreibung abgelehnt wird und es passiert etwas am Arbeitsplatz..) Wenn man länger beim gleichen ist, reicht mMn auch ein Anruf. Warum auch nicht.

Griechenland & Kärnten sind überall

mir hat einmal ein schwarzkappler gesagt - nachdem er mich beim schwarzfahren erwischt hat - wennst davon rennst prack ich dir eine. habe ihm dann vorgeschlagen aus der ubahnstation zu gehen und es draussen auszuboxen. er ist nicht mitgegangen, ich habe keinen erlagschein bekommen.

Sie sind ein wahrer Held - legen Sie Konflikte immer mannhaft mit Drohungen bei?

wer hat da wem gedroht?

die antwort ist in so einem fall mehr als berechtigt.

Wahrscheinlich hatte sie dummerweise kein Parteibuch ...

oder das falsche

krone sonntag.

wien, leicht bewülkt 18 grad---

stimmt. dort hab ichs auch schon gelesen.

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