Twitter muss Daten eines Occupy-Demonstranten herausgeben

Unternehmen hatte zuvor Herausgabe verweigert - nun droht Geldstrafe

Ein Richter des New York State Supreme Court hat angeordnet, dass Twitter die Daten eines Nutzers herausgeben muss, berichtet Bloomberg. Dabei handelt es sich um Tweets von Malcolm Harris, der im Oktober 2011 nach Demonstrationen auf der Brooklyn Bridge zusammen mit 700 anderen Personen verhaftet worden war.

Hinweis auf verbotene Aktion

Konkret geht es um Tweets, die Harris nachträglich gelöscht haben soll. Mit Zugriff auf die gelöschten Nachrichten soll festgestellt werden ob Harris zuvor gewusst hatte, dass die Aktion verboten worden war. Er selbst bestreitet das.

Kein Privatsphäre Tweets

Der Richter begründet seine Entscheidung damit, dass es keinen Schutz auf Privatsphäre für Tweets gebe. Das sei als würde man seine Meinung aus dem Fenster rufen. Im April hatte das Gericht entgegen Twitters eigener Sichtweise beschlossen, dass das Unternehmen Besitzer der Tweets sei und nicht der Nutzer. Das Unternehmen hatte die Herausgabe der Daten bislang verweigert. Das Vorgehen der Behörden war schon zuvor von der American Civil Liberties Union kritisiert worden.

Geldstrafe droht

Twitter habe bis zum 14. September Zeit, die Nutzerdaten herauszugeben. Andersfalls drohe dem Unternehmen mit einer Geldstrafe. Die Höhe dieser Strafe soll anhand der vergangenen zwei Quartalsbilanzen festgesetzt werden. (red, derStandard.at, 12.9.2012)

Share if you care