Klebrige Todesfalle für Grippeviren

12. September 2012, 14:41
  • Viele Erreger werden über die Luft eingeatmet.
    foto: ap/roberto pfeil

    Viele Erreger werden über die Luft eingeatmet.

In den USA wurde ein Spray entwickelt, das vor Grippeviren schützen soll. Zu den Nebenwirkungen gibt es allerdings keine Angaben

San Francisco - Ein neues Mundspray soll vor Erkältungs- und Grippeviren in der Luft schützen, wie US-Forscher auf der 52. Conference on Antimicrobial Agents and Chemotherapy der American Society for Microbiology in San Francisco berichteten. Da viele Erreger mit der Luft eingeatmet würden, hätten solche Sprays nach Meinung der Mediziner das Potenzial, die Ausbreitung von viralen Krankheiten wie die Grippe einzudämmen.

Das Rezept: Dreimal das antiseptische Spray namens "Halo" in Mund- und Rachenraum gesprüht, werden 99,9 Prozent der Krankheitserreger, die man in den nächsten sechs Stunden einatmet, abgetötet. Davon ist zumindest Frank Esper, Infektiologe an der Case Western Reserve University School of Medicine, überzeugt.

Das Mundspray besteht aus dem Zuckeralkohol Glycerin und Xanthan, einem natürlichen Verdickungsmittel. Sie bilden eine Art Klebstoff, der das weitere Eindringen der Erreger in den Körper verhindert. Der dritte Inhaltsstoff, Cetylpyridiniumchlorid (CPC), wirkt antiseptisch und tötet die festklebenden Viren. CPC wird häufig gegen Infektionen und Entzündungen in Mund und Rachen eingesetzt.

Tod dem Influenza-A-Virus H1N1

Das Spray testeten die Wissenschaftler zunächst an einfachen Zellkulturen mit den sogenannten Schweinegrippeviren, dem Influenza- A-Virus H1N1, das die Pandemie 2009 auslöste.

In einer zweiten Studie, von der Mahmoud Ghannoum vom University Hospital Case Medical Center berichtete, hatte sich das Spray auch gegen alle elf Stämme des Keuchhusten-Erregers Bordetella pertussis bewährt - durch das Besprühen waren die Bakterien komplett abgetötet worden.

Wenn sich ein Patient das Mittel dreimal in den Mund sprühe, zerstöre das Gemisch demnach sämtliche Erreger, die mit der Luft in den nächsten sechs Stunden eingeatmet werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob man in der Zwischenzeit isst oder trinkt, betonten die Forscher.

Laut Frank Esper könnten solche Sprays Epidemien und Pandemien verhindern. Außerdem sollen besonders gefährdete Personen wie immungeschwächte Patienten mit chronischer Lungenerkrankung von dem Mundspray profitieren. Ob es Nebenwirkungen oder Gegenanzeigen für die Anwendung gibt, dazu äußerten sich die Forscher allerdings nicht. In den USA ist das Spray als "Halo Oral Antiseptic" bereits rezeptfrei im Handel. (APA/sda/red, derStandard.at, 12.9.2012)

1 Million Viren

also wenn ich zum Zwecke einer Ansteckung eines anderen 1 Mio Viren aushuste und der Spray 99,9% davon vernichtet, bleiben ja immer noch 1000 Viren übrig.

und weisst man was danach passiert

als die dinge ins gedaerme geraten?

...und gleichzeitig verwehrt man dem Immunsystem, zu lernen.
So züchtet man wirklich kranke Menschen, die dann noch mehr Medikamente brauchen.

Dann geht das Geschäft erst so richtig gut.

Ich finde das "lernende Immunsystem" ist ähnlich einzuordnen wie die Behauptung bei Tieren gäbe es keinen Placeboeffekt oder man könne alternative Methoden nicht erforschen, weil die so individuell sind.

Bei einer Influenza lernt das Immunsystem exakt eines: wie das spezfische Influenzavirus aussieht, das ihn grade infiziert hat. Kein bisschen mehr.
Der Nutzen zur Abwehr anderer Infektionen beträgt exakt null, im Gegenteil, man fängt sich sogar schneller eine Sekundärinfektion ein. Und dann läuft das Geschäft erst so richtig gut.

Das ist nicht richtig !

Sie sollten sich mal mit der Materie beschäftigen. Es gibt mehrere Arten von Immunantworten, die die sie meinen ist die Antikörperabwehr mittels IgG im Blut. Diese wird wenn sie während sie ausreift gegen einen Erreger relativ antigenspezifisch. also zB bei H1N1 zB gegen einen Teil von H1 oder N1.
Wenn H5N1 vorbeikommt, haben sie einen Teilschutz, die Immunantwort ist verkürzt.
Selbst wenn HxNx vorbeikommt haben sie meistens eine verkürzte Immunantwort, weil der Körper eben nicht nur 100% spezifische Antikörper als Immunantwort bildet, sondern eine ganze Reihe an möglichen passenden.

(darüber hinaus gäbs noch IgA meist sekretorisch (in Speichel und Darm, was durch Impfung meist nicht angeregt wird) und noch andere Mechanismen)

Glauben Sie im Ernst, dass die Leute die etwas vom lernenden Immunsystem schreiben, das so meinen wie Sie es richtig schreiben?

Zugegebenermaßen habe ich grob vereinfacht, aber hier ging es um eine Gegenrede zu einer Meinung, dass man das Immunsystem trainieren könne wie einen Muskel (diese Sicht steckt aus meiner Erfahrung meist dahinter).

Natürlich sollte man nicht übertreiben aber

die Immunnabwehr sollte schon ein wenig in Übung bleiben! Die übertriebenen Desinfektionsmasnahmen sind ein Hinderniss dabei. Vergessen sollte aber nicht werden eine gesunde Lebensweise (Schlaf, Sport und Ernährung) um die Immunabwehr zu stärken. Alles Andere ist Beiwerk.

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